Innerhalb seiner 40 MHz Echtzeit-Bandbreite kann das SignalShark-Fernmodul selbst kürzeste Impulssignale mit einer Dauer von nur 3,125 µs und einer 100%igen Erfassungswahrscheinlichkeit (POI) detektieren, d. h. es kann sie kontinuierlich erfassen. Bei der Übertragung von I/Q-Daten können 20 MHz der Bandbreite mit voller 16-Bit-Auflösung gemäß VITA-49-Standard übertragen werden. Darüber hinaus gewährleistet eine Abtastrate von bis zu 50 GHz/s im Spektrummodus eine schnelle Signalerkennung auch über breite Frequenzbänder. Dank seiner Analysefunktionen (Echtzeitspektrum, Spektrogramm und Persistenzanalyse) können diese Signale mit hoher Frequenz- und Zeitauflösung analysiert werden.
Die Messeinheit der SignalShark-Fernbedienung ist identisch mit der des Handgeräts. Sie verfügt über einen integrierten Windows-10-Computer und vier umschaltbare HF-Eingänge, die Anschlussmöglichkeiten für verschiedene Richtantennen oder Antennen für einen bestimmten Frequenzbereich bieten. Der interne Computer dient als Auswertungseinheit und stellt sicher, dass nur verarbeitete bzw. qualifizierte Daten an die Zentrale übertragen werden. Dadurch kann das Gerät alle Überwachungsaufgaben vor Ort durchführen. Im Gegensatz zur Option, alle Signale zur weiteren Auswertung kontinuierlich an die Zentrale zu senden, benötigt diese Methode weniger Bandbreite, da der Prozess in der Regel in 99,99 % der Fälle fehlerfrei abläuft. Der Techniker kann sich bei Bedarf jederzeit per Fernzugriff mit dem Gerät verbinden.
Das neue Fernmodul kann auch mit einer automatischen Antenne betrieben werden. Es unterstützt automatische Ausrichtung und Laufzeitdifferenzmessung (TDoA). Diese Verfahren werden beispielsweise von Behörden eingesetzt, um Störsignale in Ballungsräumen mithilfe mehrerer zentral gesteuerter Spektrumüberwachungsstationen zu lokalisieren. Mit einer automatischen Antenne lässt sich die Richtung einer Störquelle bestimmen, während mit mindestens zwei an verschiedenen Messpunkten positionierten Antennen deren genauer Standort durch Triangulation ermittelt werden kann. Zu diesem Zweck können Fernmodule beispielsweise auf den Dächern von Gebäuden an strategischen Punkten montiert werden. Da diese Funktionen in solchen Situationen üblicherweise nicht benötigt werden, verfügen die Module nicht über Tastatur oder Bildschirm, sondern über Solarzellen und einen Akku für die autarke Stromversorgung. Das Signal selbst wird schließlich über ein LTE-Modem und das Mobilfunknetz an den Rechner des Betreibers übertragen.
Für die optimale Implementierung aller zentralisierten Überwachungs-, Analyse- und Steuerungsfunktionen in der Fernwartung ist eine Fernsteuerung mit hoher Zeitauflösung unerlässlich. Dazu gehört die Darstellung der absoluten Zeit (z. B. synchronisiert via GPS) sowie ein allgemein verständliches Protokoll für die Datenübertragung. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei die Fernsteuerungssprache SCPI (Standard Commands for Programmable Instruments). Diese Sprache ermöglicht die Kommunikation mit dem SignalShark-Fernsteuerungsmodul und erleichtert die Entwicklung entsprechender Steuerungen. Ein weiterer Faktor ist die „VITA 49“-Übertragung. Dadurch ist auch die Ausgabe standardisiert, sodass die Antwort in einem Format erfolgt, das von jeder Software verstanden werden kann.
Dank seiner Flexibilität kann die SignalShark-Fernbedienungseinheit als eigenständige Komponente (Basisversion) ohne zusätzliche Elemente verwendet werden. In dieser Konfiguration ermöglichen die USB-Anschlüsse den Anschluss einer externen Tastatur und eines Displays. Gleichzeitig passt das nur 2,1 kg leichte Modul (Einzelversion) dank seines kompakten Aluminiumgehäuses in jedes Standard-19-Zoll-Rack-System. Es kann aber auch als Doppelmodul (Doppelversion) nebeneinander (1 HE) oder übereinander (2 HE) eingesetzt werden. Der Einsatz von zwei Empfängern im Rack ist effektiv und kostengünstig, wenn beispielsweise eine größere Bandbreite überwacht werden muss. Dies ermöglicht die Skalierbarkeit und Kaskadierung mehrerer Module als Alternative zu High-End-Geräten mit der entsprechenden Bandbreite. Das erste Modul deckt den Frequenzbereich von 360 bis 400 MHz ab, das zweite den Bereich von 400 bis 440 MHz.
Die Verwendung wird empfohlen für Regulierungsbehörden, Sicherheitsdienste, nationale und regionale Strafverfolgungsbehörden, Militär- und Nachrichtendienste, industrielle und Antennenmesstechnikunternehmen sowie für Lieferanten, Betreiber und Dienstleister im Bereich der mobilen Kommunikation.
