Das Unternehmen plant, die umfangreichen Bau- und Ausrüstungsarbeiten bis Ende des Jahres abzuschließen und innerhalb weniger Jahre nach Inbetriebnahme eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 3.000 Lasern zu erreichen.
Femtosekundenlaser zählen zu den fortschrittlichsten Werkzeugen für die hochpräzise Materialbearbeitung. Ihre extrem kurzen Lichtimpulse ermöglichen eine hochgenaue Bearbeitung bei minimaler thermischer Belastung und eignen sich daher für ein breites Anwendungsspektrum, von der Halbleiter- und Elektronikfertigung bis hin zu medizinischen Eingriffen wie der Augenchirurgie.

Laut Nikolajus Gavrilinas, Mitgründer und CEO von LITILIT, ist eines der größten Hindernisse für die breite Anwendung von Femtosekundenlasern derzeit der Mangel an Fertigungsmöglichkeiten in dem von der Industrie benötigten Maßstab.
„Femtosekundenlaser-Architekturen haben sich traditionell aus wissenschaftlichen Systemen entwickelt. Sie bieten zwar hohe Leistung, sind aber oft komplex in der Montage, schwer zu automatisieren und erfordern hochqualifizierte Fachkräfte. Unsere Laser basieren auf einer speziell für diesen Zweck entwickelten Architektur mit weniger komplexen Komponenten, einem modularen Aufbau und einem hohen Automatisierungsgrad. Dadurch können wir Montage, Tests und Qualitätskontrolle schneller und effizienter organisieren“, erklärt Gavrilinas.

Die Fabrik wird in Vilnius errichtet und über eine Nutzfläche von 4.000 Quadratmetern verfügen. Sie wird zwei Hauptproduktionsbereiche umfassen: eine hochmoderne CNC-Metallbearbeitungswerkstatt und Roboterwerkstätten für die Montage und Prüfung von Femtosekundenlasern. Die
Hauptbau- und Ausstattungsarbeiten sollen im letzten Quartal 2026 abgeschlossen sein. Im ersten Betriebsjahr wird die Fabrik voraussichtlich bis zu 1.000 Femtosekundenlaser produzieren, die Kapazität soll in den Folgejahren auf 3.000 Laser jährlich steigen. Der Gesamtwert des Projekts wird auf rund sechs Millionen Euro geschätzt.
Patentierte Technologie:
Gavrilinas erklärt, dass die technologische Grundlage für LITILITs Ansatz zur skalierbaren Produktion auf einer Entdeckung aus dem Jahr 2014 beruht: einem grundlegend neuen und patentierten Verfahren zur Erzeugung ultrakurzer Pulse. Das Unternehmen entwickelt diese Technologie seit seiner Gründung im Jahr 2015 und hat im Jahr 2022 3,7 Millionen Euro von Taiwania Capital und Iron Wolf Capital zur Finanzierung der technologischen Entwicklung erhalten. Damit war es das erste Unternehmen, das eine Investition aus Taiwans CEE-Fonds mit einem Volumen von 200 Millionen US-Dollar erhielt.

Auf der Grundlage der Erfindung von LITILIT-Mitbegründer Kęstutis Regelskis am Zentrum für Physikalische Wissenschaften und Technologie (FTMC) in Vilnius, Litauen, entwickelte das Unternehmen eine patentierte Laserarchitektur, die es ermöglicht, effizientere, kompaktere und industriell skalierbare Femtosekundenlasersysteme zu schaffen.

„Unsere Architektur erreicht einen Femtosekunden-Wirkungsgrad von rund 20 % – ein bemerkenswertes Ergebnis für diese Branche. In der Praxis bedeutet dies einen geringeren Energieverbrauch, einen reduzierten Kühlbedarf und einen zuverlässigen Betrieb in industriellen Umgebungen. Dieselbe Architektur ermöglicht uns auch die Herstellung kompakter und robuster Laser, die wartungsfrei und unempfindlich gegenüber äußeren Einflüssen sind“, so Gavrilinas.
Das Werk in Vilnius ist als erster Schritt einer umfassenderen internationalen Expansion geplant. LITILIT plant, das Modell mit internationalen Partnern in anderen Regionen zu replizieren.
„Femtosekundenlaser entwickeln sich zu einem unverzichtbaren Werkzeug für die Fertigung der nächsten Generation. Ihre breite Anwendung hängt jedoch davon ab, die Technologie zugänglicher zu machen. Mit diesem Werk gehen wir den ersten Schritt hin zu einem replizierbaren globalen Produktionsmodell und sind stolz darauf, diesen Weg in Litauen zu beginnen, einem Land mit einer langen Tradition in der Laserwissenschaft und -technik“, schließt Gavrilinas.

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