In naher Zukunft werden unternehmenskritische Kommunikationsnetze von Energieversorgern, Bahnunternehmen, Öl- und Gaspipelinebetreibern sowie Behörden vor zahlreichen Herausforderungen stehen. Da viele Hersteller die Produktion ihrer SDH-Komponenten eingestellt haben, ist absehbar, dass der Lebenszyklus von SDH-Netzen in wenigen Jahren ausläuft. Insbesondere bei neuen Anwendungen setzen Betreiber zunehmend auf paketbasierte Netze. Viele betreiben bereits zusätzlich zu einem SDH-Netz ein Ethernet/IP-basiertes Netz. Neu hinzugekommen sind umfangreiche Anforderungen aus der deutschen IT-Gesetzgebung, die im Sommer 2015 in Kraft trat. KEYMILE hat die wichtigsten Trends in vier Punkten zusammengefasst.


1. Umsetzung der IT-Sicherheitsgesetzgebung:
Aufgrund der neuen deutschen Sicherheitsgesetzgebung, die im Juli 2015 in Kraft trat, müssen Betreiber kritischer Infrastrukturen ihre Netze effektiver vor Cyberangriffen schützen. Ihre IT-Sicherheitsmaßnahmen müssen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Da es hierzu keine spezifischen Richtlinien gibt, sind die Details unklar. Unternehmen implementieren daher ein umfassendes IT-Sicherheitskonzept, das die Gewährleistung von Netzwerkintegrität, Fehlertoleranz und Verfügbarkeit umfasst. Die Umsetzung von Anforderungen wie Authentifizierung, Autorisierung, Angriffserkennung und insbesondere verschlüsselter Datenübertragung ist ebenfalls notwendig.

2. Modernisierung bestehender SDH-Netze.
Die SDH-Technologie hat sich über lange Zeit bewährt und wird aktuell hauptsächlich in unternehmenskritischen Kommunikationsnetzen von Eisenbahnunternehmen und Versorgungsbetrieben eingesetzt. Typische Anwendungen umfassen die Anbindung von Achszählern, die Vernetzung von Stellwerken und die Streckenüberwachung. Bei einer geplanten Modernisierung müssen Netzbetreiber eine wichtige Entscheidung treffen, da die Weiterentwicklung und der Support ihrer SDH-Systeme höchst unwahrscheinlich sind. Die erste Option ist die Migration zu Ethernet/IP. Alternativ können Betreiber die zweite Option wählen. Diese beinhaltet den Einsatz einer hybriden Multi-Service-Zugriffs- und Übertragungsplattform. Auf dieser Plattform können Betreiber ihre SDH-Dienste zusammen mit verwalteten Paketdiensten über ein einziges System anbieten und schrittweise zu Ethernet/IP migrieren.

3. Implementierung von Anwendungen mit Ethernet/IP-Netzwerken.
Viele Eisenbahn- und Energieversorgungsunternehmen nutzen beispielsweise bereits Ethernet/IP für Videoüberwachung, die Steuerung von Stellwerken, Außenschränken, Pumpstationen, Rohrleitungen oder für LAN-zu-LAN-Verbindungen. Die Anzahl dieser Anwendungen wird im Laufe der Zeit deutlich zunehmen, insbesondere aufgrund der vereinfachten Verwaltung. Da die in diesen Umgebungen installierten neuen Endgeräte ausschließlich über Ethernet-Schnittstellen verfügen, können Netzbetreiber Ethernet-Datenströme über ihre SDH-Netzwerke (Ethernet over SDH, EoS) übertragen. Der Trend zu Ethernet/IP nimmt in diesem Bereich stetig zu. EoS schlägt eine Brücke zur Übertragung von Datenpaketen über bestehende SDH-Netzwerke. Dadurch können Betreiber unternehmenskritischer Kommunikationsnetze Ethernet-basierte Dienste zuverlässig zusammen mit SDH-basierter Befehls- und Signaltechnik übertragen.

4. Umfassende Automatisierung von Netzwerküberwachung und -steuerung.
Eines der langfristigen Ziele von Netzbetreibern ist die Schaffung eines standardisierten, integrierten Datennetzes auf Basis von Ethernet/IP für die gesamte Datenkommunikation. Diese Lösung macht den Betrieb paralleler Netze und die Entwicklung isolierter Lösungen überflüssig. Bis dies Realität wird, werden jedoch noch acht bis zehn Jahre vergehen. Aktuell liegt der Fokus auf der einfacheren und nahezu vollständig automatisierten Verwaltung großer und komplexer unternehmenskritischer Kommunikationsnetze. Da Netzbetreiber immer mehr Anwendungen und Geräte einsetzen und diverse Dienste anderer Unternehmen nutzen, werden Management-Tools benötigt, die ein hohes Maß an Effizienz und Automatisierung der Managementprozesse ermöglichen.
„Für die vielfältigen Anwendungen in unternehmenskritischen Kommunikationsnetzen von Bahnunternehmen, Energieversorgern, der Öl- und Gasindustrie sowie Kommunen bietet KEYMILE ein breites Lösungsportfolio, das Anwender aktiv bei der Migration von traditioneller Technologie zu Ethernet/IP unterstützt. Einige Organisationen haben diesen Transformationsprozess bereits begonnen, während andere erst jetzt vor dieser Aufgabe stehen, da SDH-Technologien in den nächsten fünf Jahren das Ende ihres Lebenszyklus erreichen werden“, erklärt Axel Fory, CEO von KEYMILE. „Im Hinblick auf die Migration zu paketvermittelten Technologien sollten Unternehmen die Umsetzung der Anforderungen der IT-Gesetzgebung in den Blick nehmen. Die verschlüsselte Datenübertragung spielt dabei eine Schlüsselrolle.“

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