Die Testanlage war über sechs Stunden in Betrieb. Diese öffentliche Vorführung fand im Rahmen eines technischen Seminars mit dem Titel „Es liegt NICHT am Netzwerk“ in den Studios des Schweizer Fernsehens statt. Die Veranstaltung wurde von Emitec, einem Netzwerkspezialisten, organisiert.

 

Die im Test verwendeten Multifaser-Kompressionsstecker (MPO/MTP®) wurden im Werk von R&M in Wetzikon bei Zürich gefertigt. In den vergangenen Monaten hat das Labor von R&M unter anderem die Oberflächenbehandlung der Faserenden und die zugehörigen Qualitätskontrolltests optimiert. R&M kontrolliert und verfeinert nun die Oberflächenbeschaffenheit jedes einzelnen Faserendes im Stecker bis in den Nanometerbereich. Die Demonstration vor Fachpublikum in Zürich dokumentierte die in diesen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten erzielten Fortschritte. „Wir erreichen eine Übertragungsqualität, die die in den Normen definierten Parameter deutlich übertrifft“, erklärt Gianfranco Di Natale, Chief Technology Officer von R&M.
R&M führte den Test in Zusammenarbeit mit Reflex Photonics, Inc. aus Sunnyvale, Kalifornien, und Xena Networks aus Kopenhagen durch. Reflex Photonics lieferte die für die optische Signalübertragung notwendige Optoelektronik mit seinem 40GBASE-SR4-Transceiver-Modul. Xena Networks stellte die für die Demonstration erforderliche Messtechnik mit seiner 100-Gigabit-Ethernet-Testplattform bereit.

 


Das IEEE 802.3ba-Komitee ratifizierte im Juni 2010 den 40GbE-Standard (40GBASE-SR4). Dieser schreibt eine Übertragungsstrecke mit einer maximalen Länge von 150 Metern vor, die mit OM4-Glasfaserkabel realisiert werden muss. Innerhalb dieser 150 Meter langen Strecke ist eine maximale Dämpfung von 1 dB zulässig. Ziel ist eine Bitfehlerrate von unter 10⁻¹². Für seine 40GbE-Lösung definierte R&M strengere Qualitätsstandards, um die Migration von 10 auf 40/100GbE zu erleichtern. Die Distanz von 550 Metern ist im Anwendungsbereich von 10GbE (10GBASE-SR) weit verbreitet und erfüllt die Anforderungen zahlreicher Netzbetreiber. Bislang konnten in der Verkabelungsindustrie verlustfreie 40/100GbE-Übertragungen nur über Distanzen von 275 und 340 Metern demonstriert werden. „Wir haben die Leistung weiter verbessert, indem wir optimierte, hochwertige Steckverbinder aus eigener Fertigung mit biegeunempfindlichen OM4-Kabeln und fortschrittlicher Optoelektronik kombiniert haben“, so Di Natale. Anwender wie Rechenzentren oder Unternehmen der Finanzbranche können nun risikofrei auf das 40/100-Gigabit-Ethernet-Zeitalter umsteigen, ihre Netzwerke flexibler planen und sie sorgenfrei nutzen.


„Für Reflex ist es sehr erfreulich, diese enorme Steigerung der Übertragungsdistanz mitzuerleben“, erklärt Robert Coenen, Vice President Sales & Marketing bei Reflex Photonics. „Die Kombination aus der herausragenden Fertigungsqualität von R&M und dem leistungsstarken CFP von Reflex ebnet den Weg für die breite Einführung von 40/100-Gigabit-Ethernet in Rechenzentren.“ Jacob Nielsen, General Manager von Xena Networks, ergänzt: „Der 40/100-GbE-Markt gewinnt rasant an Dynamik, daher war es faszinierend zu sehen, wie R&M die Grenzen des Standards deutlich erweitert hat. Mithilfe des 40/100-GbE-L2-L3-Testmoduls (M1CFP100/M2CFP40) von Xena konnten sie eine fehlerfreie Übertragung über eine 550 Meter lange Verbindung mit neun MPO-Anschlüssen dokumentieren. Dies ist ein überzeugender Beweis für die extrem hohe Fertigungsqualität ihrer fortschrittlichen Kabellösungen.“ Armin Diethelm, CEO von Emitec und Organisator des Fachseminars, stimmt dem zu und bemerkt: „Mit dieser Demonstration hat R&M eindrucksvoll bewiesen, was Schweizer Ingenieurskunst im Bereich der Glasfaserverkabelung durch die präzise Verarbeitung von Standardkomponenten leisten kann.“ Die Ergebnisse bieten Anwendern auch wirtschaftliche Vorteile: Sie können künftig neue Verbindungen flexibler planen, Datennetze mit hoher Kapazität flexibler gestalten und auf mehrere energieintensive Geräte verzichten.

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