Grundlage der Beschwerde: Kampfpreisdumping.
ACUTELAN stellt klar, dass sich ihre Initiative nicht gegen niedrige Preise richtet, die sie als legitim betrachtet, sofern sie echte Effizienz widerspiegeln. Das Problem entsteht, wenn Preise nur durch wirtschaftliche Einbußen aufrechterhalten werden können, die ein effizienter Wettbewerber ohne strukturelle Verluste nicht verkraften könnte. Laut dem Verband stellt dies eine Strategie dar, die darauf abzielt, den Wettbewerb zu ersticken und auszuschalten.

Rechtsgrundlage und der „AKZO-Test“
Die Beschwerde stützt sich auf die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union (Fälle wie AKZO und Post Danmark). Nach dieser Doktrin gilt Folgendes:

Preise unterhalb der variablen Kosten: Es wird automatisch von der Absicht ausgegangen, Konkurrenten zu verdrängen, da es keine andere rationale wirtschaftliche Rechtfertigung gibt.

Preisspanne zwischen variablen und Gesamtkosten: Diese kann als räuberisch angesehen werden, wenn Anzeichen für eine Ausschlussstrategie vorliegen.

Die technischen Berichte von ACUTELAN lassen vermuten, dass die analysierten DIGI-Angebote sogar unter den variablen Kosten liegen würden, was den Verdacht auf wettbewerbswidriges Verhalten auslöst.

Ergebnisse der ökonomischen Analyse
Das Dossier hebt nach der Durchführung von Replikationsmodellen mehrere kritische Punkte hervor:

Negative Angebote: Ohne die Bündelung von Mobilfunkanschlüssen weisen alle analysierten "Fiber Smart"-Angebote negative Salden gegenüber vermeidbaren Kosten auf.

Auswirkungen des Mobilfunks: Obwohl die Einbeziehung von Mobilfunklinien die Rentabilität verbessert, reicht dies nicht aus, um das Gesamtdefizit des kommerziellen Katalogs im untersuchten Basisszenario zu beseitigen.

Kommerzieller Fokus: Die größten Defizite konzentrieren sich auf die Produkte mit der größten Absatzdynamik, was darauf hindeutet, dass es sich nicht um ein Randproblem, sondern um ein strukturelles Problem handelt.

ACUTELAN
fordert von der Aufsichtsbehörde drei konkrete Maßnahmen:

Formale Untersuchung: Es ist zu prüfen, ob DIGI seine variablen und vermeidbaren Kosten gemäß dem Standard des „gleich effizienten Betreibers“ deckt.

Zugang zu internen Informationen: Anforderung von analytischen Buchhaltungsdaten, Installationskosten, Logistikdaten, Beschaffungsdaten und aktuellen Großhandelsbedingungen, die nicht öffentlich zugänglich sind.

Vorläufige Maßnahmen: Bei der Bearbeitung des Falles und der damit verbundenen Gefahr eines irreversiblen Wettbewerbsschadens sollten Vorsichtsmaßnahmen erwogen werden.

Relevanz für das öffentliche Interesse
: Für ACUTELAN geht es in diesem Fall um mehr als nur einen Geschäftsstreit. Das Unternehmen argumentiert, dass Wettbewerb, der auf finanzieller Widerstandsfähigkeit gegenüber Verlusten statt auf Effizienz basiert, lokale und regionale Anbieter schwächt. Dies könnte mittelfristig zu einem Markt mit weniger Investitionen, weniger Innovation und geringerer Vielfalt führen und letztlich den Verbrauchern schaden.

Weitere Fälle, die dem CNMC gemeldet wurden:
Historisch gesehen haben das CNMC und sein Vorgänger (CNC) ähnliche Verhaltensweisen in anderen Sektoren untersucht:

Canarias de Explosivos (Expte. 626/07): Ein Fall, der in der spanischen Wettbewerbsrechtsprechung als Beispiel für den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung angeführt wird, obwohl er sich auf überhöhte Preise und Ausbeutung konzentriert, ist Teil des Katalogs von Preismissbrauchsfällen, die von der Regulierungsbehörde analysiert werden.

Postsektor: In der Vergangenheit haben private Postbetreiber bei der CNMC Beschwerden gegen Correos eingereicht, weil diese ihrer Ansicht nach räuberische Rabatte und Preise anwandte, um große Kunden anzulocken. Sie behaupteten, dass diese die tatsächlichen Kosten der Dienstleistung nicht deckten.

Im Telekommunikationssektor konzentriert sich die CNMC (Nationale Kommission für Märkte und Wettbewerb) typischerweise auf die Regulierung von Großhandelsangeboten, um Margenverfall zu verhindern. Wenn ein Betreiber mit eigenem Netz sehr niedrige Endkundenpreise und hohe Großhandelspreise für die Nutzung seines Netzes durch Dritte festlegt, verhindert er einen rentablen Wettbewerb – eine Praxis, die in ihrer Wirkung der Kampfpreisstrategie sehr ähnlich ist. So wurde beispielsweise Telefónica mehrfach sanktioniert und ihre Benchmark-Angebote wurden überprüft, um sicherzustellen, dass ihre Preise von Dritten kopiert werden können.