Der neue Bericht – finanziert vom britischen Außen-, Commonwealth- und Entwicklungsministerium (FCDO) und der schwedischen Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit (SIDA) über die GSMA Mobile for Development Foundation – hebt die Hindernisse hervor, die mehr Menschen an der Nutzung mobiler Internetdienste hindern, und die anhaltende Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Mobilfunknetzbetreibern und internationalen Organisationen.

Die Lücken schließen:
Der neueste Bericht beschreibt die gesamte Konnektivitätslücke – also die Kombination aus Nutzungs- und Abdeckungslücke – und kommt zu folgenden Ergebnissen:
– 4,6 Milliarden Menschen (57 % der Weltbevölkerung) nutzen bereits mobiles Internet auf ihren eigenen Geräten.
– 350 Millionen Menschen (4 % der Weltbevölkerung) leben in abgelegenen Gebieten ohne Mobilfunknetz (Abdeckungslücke).
– 3,1 Milliarden Menschen (39 % der Weltbevölkerung) leben zwar innerhalb der Mobilfunkabdeckung, nutzen diese aber nicht (Nutzungslücke). Die Nutzungslücke ist neunmal größer als die Abdeckungslücke.
– Die am schlechtesten vernetzte Region der Welt ist Subsahara-Afrika, wo nur 27 % der Bevölkerung mobile Internetdienste nutzen. Dies entspricht einer Abdeckungslücke von 13 % und einer Nutzungslücke von 60 %.

Die größte Herausforderung bleibt die Nutzungslücke. Die Anbindung dieser Menschen an das Internet würde der Weltwirtschaft zwischen 2023 und 2030 schätzungsweise 3,5 Billionen US-Dollar einbringen, wobei 90 % dieser positiven Auswirkungen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zugutekommen würden.
Die Versorgungslücke ist in ländlichen, armen und dünn besiedelten Gebieten besonders ausgeprägt, die häufig weniger entwickelte, Binnen- oder kleine Inselentwicklungsstaaten sind. Schätzungsweise 418 Milliarden US-Dollar an Investitionen sind erforderlich, um die notwendige Infrastruktur für einen universellen mobilen Internetzugang aufzubauen.

Barrieren abbauen:
Für Menschen ohne Internetzugang in einkommensschwachen Ländern sind die Bezahlbarkeit von Endgeräten und mangelnde digitale Kompetenz die größten Hindernisse für die Nutzung des mobilen Internets.
In diesen Ländern kosten einfache internetfähige Geräte 18 % des durchschnittlichen Monatseinkommens. Für die ärmsten 20 % der Weltbevölkerung steigt dieser Wert sogar auf 51 %. In Subsahara-Afrika, wo ein Viertel der weltweiten Bevölkerung ohne Internetzugang lebt, erreichen die Kosten 99 % des durchschnittlichen Monatseinkommens der ärmsten 20 % der Region.
Fehlende digitale Kompetenz ist insgesamt das zweitgrößte Hindernis, in den im neuen Bericht untersuchten asiatischen Ländern jedoch das Hauptproblem. Weitere Hürden für die Nutzung des mobilen Internets sind ein Mangel an relevanten und lokalisierten Inhalten und Diensten, Sicherheitsbedenken sowie der eingeschränkte Zugang zu weiterer wichtiger Infrastruktur und Dienstleistungen wie beispielsweise Strom.

Sinnvolle Vernetzung ermöglichen:
Obwohl die meisten Menschen das mobile Internet täglich nutzen, beschränkt sich die Nutzung typischerweise auf einen relativ kleinen Teil der gängigsten Anwendungsfälle. Durchschnittlich 43 % der mobilen Internetnutzer in den befragten Ländern gaben an, es häufiger nutzen zu wollen. Daher bleibt die Ermöglichung sinnvoller Vernetzung und die Förderung echter digitaler Inklusion eine Herausforderung.
Unter denjenigen, die bereits mobiles Internet nutzen, sind die häufigsten Hindernisse für eine verstärkte Nutzung Bedenken hinsichtlich Sicherheit, Bezahlbarkeit (insbesondere von Daten, aber auch von Mobiltelefonen) und der Internetnutzung.
Obwohl die überwiegende Mehrheit der Menschen weltweit mittlerweile über ein 4G- oder 5G-Smartphone auf das Internet zugreift, nutzt jeder fünfte mobile Internetnutzer immer noch 3G-Smartphones oder Feature-Phones. In Lateinamerika und der Karibik sowie im Nahen Osten und Nordafrika betrifft dies mehr als ein Drittel und in Subsahara-Afrika fast zwei Drittel. Dies schränkt die Reichweite und Tiefe des Online- und Digitalerlebnisses der Nutzer ein.

John Giusti, Regulierungsdirektor der GSMA, erklärte: „Obwohl beim Ausbau der Infrastruktur und der zunehmenden Nutzung des mobilen Internets weiterhin Fortschritte erzielt werden, bestehen nach wie
vor erhebliche digitale Kluften. Obwohl die meisten Nutzer täglich auf das mobile Internet zugreifen, beschränken sich ihre Aktivitäten oft auf ein oder zwei Aufgaben, obwohl viele den Wunsch äußern, mehr tun zu können. Dies verdeutlicht die anhaltenden Hürden –
wie etwa die Kosten, mangelnde Kenntnisse und digitale Kompetenzen, Sicherheitsbedenken sowie ein Mangel an relevanten Inhalten und Diensten –, die Nutzer daran hindern, sich zu verbinden und das mobile Internet zu nutzen, um ihre lebensverändernden Bedürfnisse zu erfüllen. Regierungen, Mobilfunkbetreiber und internationale Organisationen müssen zusammenarbeiten, um diese Hürden zu überwinden. Dazu gehört auch, in lokale digitale Ökosysteme zu investieren und robuste Online-Sicherheitsrahmen zu gewährleisten.“

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