42 % der Netzbetreiber wünschen sich den Einsatz von 5G-Kernnetzen verschiedener Anbieter. Auf eine andere Frage antwortete jedoch jeder Dritte (33 %), dass er die Verwaltung der Kundendaten weiterhin seinem aktuellen Anbieter überlassen möchte. Einige Betreiber setzen auf neue Frameworks für die Verwaltung ihrer 4G- und 5G-Kernnetze, während andere ihre Strategien fallweise festlegen. Die meisten der befragten Betreiber erkennen die Vorteile einer offenen Multi-Vendor-Architektur an, äußern aber Bedenken hinsichtlich fehlender zentraler Ansprechpartner und Support (36 %), mangelnder Interoperabilität (30 %) und fehlender Betriebswerkzeuge (19 %).

Es überrascht nicht, dass Kostenfragen für viele der an der Studie teilnehmenden Betreiber höchste Priorität haben. Die Gesamtbetriebskosten sind der entscheidende Faktor bei der Auswahl von 5G-Subscriber-Data-Management-Technologie (SDM), insbesondere für Betreiber, die weiterhin auf einen etablierten Anbieter setzen. 39 % dieser Mobilfunkbetreiber berichten von gestiegenen Kosten in Verbindung mit Anbieterabhängigkeit und mangelnder Flexibilität aufgrund ihres bestehenden Anbieters. Obwohl 5G den Betreibern die Freiheit bietet, mehrere Anbieter zu nutzen, befürchten 83 % Probleme mit der Interoperabilität in einer Multi-Vendor-Architektur.

Interoperabilität ist ein Schlüsselmerkmal von 5G-Architekturen mit mehreren Anbietern, doch die Netzbetreiber sind sich in dieser Frage derzeit uneins. Darüber hinaus priorisieren sowohl Befürworter von Architekturen mit mehreren Anbietern als auch Verfechter traditioneller Anbieter im Hinblick auf Interoperabilität offene Standardschnittstellen gegenüber der vollständigen 3GPP-Konformität.

Das uneinheitliche Bild der 5G-Strategien spiegelte sich auch in den Zeitplänen für die Cloud-Migration wider, die ein weiteres geteiltes Ergebnis zeigten. 66 % der Betreiber, die auf Multi-Vendor-Umgebungen umsteigen, haben auch mit der Migration in die Cloud begonnen. Im Vergleich dazu verfügen nur 41 % derjenigen, die ihren traditionellen Anbieter nutzen, über eine Cloud-Präsenz. Dies verdeutlicht, dass fast die Hälfte der Betreiber mit traditionellen Anbietern die Vorteile der Cloud-Technologie nicht ausschöpft.

Trotz der deutlichen Unterschiede bei den Bereitstellungs- und Cloud-Strategien zeichnet sich ein klareres Bild hinsichtlich der Edge-Nutzung ab. Über 90 % der Betreiber nutzen ihre Edge-Kapazitäten. 31 % erproben bereits Anwendungsfälle, und 29 % setzen Edge-Computing ein, um die Latenz in 5G-Steuerungsfunktionen zu reduzieren, während andere es zur Entwicklung einer Mesh-Architektur und zur Skalierung mit Hybrid-Clouds verwenden.

Stephanie Huf, Senior Vice President und CMO von Enea, erklärt: Diese Umfrage hat einen vorsichtigen Pragmatismus unter vielen Betreibern offenbart. Viele wünschen sich beispielsweise, dass ihre Technologie standardkonform ist, messen aber der vollständigen Standardkompatibilität weniger Bedeutung bei. Die Betreiber handeln pragmatisch, und obwohl viele die transformativen Potenziale von Multi-Vendor-Architekturen für Netzwerke anerkennen, wollen sie sicherstellen, dass sie über die erforderlichen Kompetenzen verfügen und die volle Kontrolle über ihre Netzwerke, Kundendaten und Gesamtbetriebskosten haben, bevor sie diesen Schritt wagen.“