Auf der Internationalen Industriekonferenz in Berlin wurde ein Projekt vorgestellt, das die beiden Referenzarchitekturen RAMI 4.0 und IIRA erstmals zusammenführt. Im Bosch-Werk Homburg werden verschiedene Vernetzungslösungen kombiniert, um die Produktion von Hydraulikventilen zu steuern und zu optimieren und so den Stromverbrauch während der Spitzenzeiten mit den höchsten Preisen zu vermeiden. „Dieser Prototyp demonstriert erstmals, wie wir die Standards der Industrie-4.0-Plattform und von IIC für die vernetzte Fertigung effektiv zusammenführen können“, sagte Struth, der im Vorstand von Bosch die Geschäftsbereiche Industrietechnik und Bosch Produktionssystem verantwortet.
Gemeinsame Standards steigern die Wettbewerbsfähigkeit.
Würden alle energieintensiven Maschinen im Bosch-Werk Homburg gleichzeitig laufen, könnte dies zu einem sehr hohen Stromverbrauch in Spitzenzeiten führen. Die daraus resultierenden höheren Stromkosten würden die Herstellungskosten der dort produzierten Hydraulikventile erhöhen. Durch den Einsatz von Produktionsmanagement-Software lässt sich der Stromverbrauch so effizient wie möglich steuern, der Energiebedarf optimieren und Lastspitzen um bis zu 10 Prozent reduzieren. Dies senkt die Herstellungskosten, steigert die Wettbewerbsfähigkeit und schont gleichzeitig die Umwelt. Möglich wird dies durch das Zusammenspiel der auf der Industrie-4.0-Plattform basierenden Produktionslinien mit dem Energiemanagementsystem, das den IIC-Standard nutzt. An dem Projekt sind neben dem Bosch-Werk Homburg unter anderem auch SAP aus Deutschland, Dassault Systèmes aus Frankreich und Tata Consultancy Services (TCS) aus Indien beteiligt.
Die Plattform Industrie 4.0 vereint zahlreiche Vertreter aus Industrie, Politik und Wissenschaft, um die vernetzte Fertigung in Deutschland voranzutreiben. Das IIC verfolgt mit seiner internationalen Ausrichtung einen noch umfassenderen Ansatz und integriert industrielle Produktion, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen sowie das Internet der Dinge in seiner weitesten Bedeutung. Die Plattform Industrie 4.0 hat sich zum Ziel gesetzt, den passenden technischen Rahmen für die vernetzte Fertigung zu schaffen. Das IIC konzentriert sich auf die branchenübergreifende Vernetzung des Internets der Dinge, beispielsweise im Bereich Energiemanagement und Gebäudetechnik. Beide haben eigene Referenzarchitekturen entwickelt (RAMI4.0 für die Plattform Industrie 4.0 und IIRA für das IIC). Als global agierendes Unternehmen ist Bosch Mitglied beider Organisationen.
