Allerdings findet derzeit auch eine Phase der Anpassung und des Wandels statt, bedingt durch die zunehmende Anwendung von drahtloser NFC (Near Field Communication) mittels Radio Frequency Identification (RFID) für Karten und Mobiltelefone, deren Auswirkungen beträchtlich sein könnten.


Angesichts des jüngst gestiegenen Interesses an diesen Geräten gerät leicht in Vergessenheit, dass Chipkarten bereits Anfang der 1980er-Jahre mit der Einführung des Télécarte-Systems in Frankreich für die Bezahlung an öffentlichen Telefonen auf dem Massenmarkt erschienen. Mehr als 20 Jahre später kann Europa immer noch von sich behaupten, die Wiege der Chipkarte zu sein, insbesondere im Bankensektor. Der Kontinent ist den Vereinigten Staaten im Bereich der Chipkarten für Kredit- und Debitkarten weit voraus.
Die Sorge vor Betrug hat in ganz Europa zur breiten Akzeptanz von Chips und PINs geführt und vor allem die Standardisierung des Transaktionsmanagements vorangetrieben. Europa unternimmt die ersten Schritte hin zu einer bargeldlosen Gesellschaft. Die Vereinigten Staaten hingegen setzen weiterhin stark auf traditionelle Magnetstreifenkarten. Die umfangreiche Infrastruktur, die für den Betrieb dieser Karten erforderlich ist, stellt ein erhebliches Hindernis für die breite Einführung von Chipkarten dar. Technologien wie MagnePrint bieten alternative Möglichkeiten, den Schutz vor Kartenkopien zu verbessern und könnten die Lebensdauer der Magnetstreifenkarte vorübergehend verlängern.


Sicherheit hat derzeit höchste Priorität, und weltweit besteht großes Interesse an der Einführung elektronischer Ausweisdokumente und Pässe. Dabei wird jedoch oft übersehen, dass öffentliche Verwaltungen bereits seit Jahren Chipkarten einsetzen, um die Effizienz, Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit verschiedener Gesundheits- und Sozialdienste zu verbessern. Auch im kommerziellen Bereich ist das Potenzial beträchtlich, und es entstehen ständig neue Anwendungsgebiete.


Trotz der Vielfalt und des Potenzials des Marktes zeichnen sich die meisten Anwendungen für Smartcard-Steckverbinder durch ein einfaches Design und unkomplizierte Technologie aus. Die wichtigsten Anforderungen sind: eine möglichst lange Lebensdauer, ein stabiler, zuverlässiger und sicherer Mechanismus sowie die Einhaltung von Standards wie EMV, PCI PED (Payment Card Industry PIN Entry Devices) und ISO 7816.


Es ist offensichtlich, dass Produkte ständig weiterentwickelt werden. Dies stellt jedoch eher eine Evolution als eine Revolution dar und spiegelt allgemeine Trends in der Elektronikindustrie wider, wie beispielsweise die Suche nach Lösungen zur effizienteren Raumnutzung. Für Erstausrüster (OEMs) sind Aspekte der Produktvermarktung (wie Markteinführungszeit, Liefergarantien und Preis-Leistungs-Verhältnis) von größter Bedeutung. Auch bei Kontakten liegt der Fokus eher auf der Leistung als auf der Innovation. Für die meisten Anwendungen ist Gold aufgrund der erforderlichen hohen Zyklenfestigkeit das bevorzugte Material für die Kontaktbeschichtung.


Es ist offensichtlich, dass der Erfolg der meisten Smartcards eher auf breiter Akzeptanz als auf Exklusivität beruht, was zu einem Trend hin zur Standardisierung führt. Kundenspezifische Steckverbinder können jedoch weiterhin eine entscheidende Rolle spielen. Originalgerätehersteller (OEMs) setzen typischerweise unterschiedliche Strategien ein, um die Duplizierung von Endgeräten über den Steckverbinder zu verhindern und entwickeln so individuelle Endkundenlösungen. Die Anpassung von Steckverbindern trägt außerdem zum Schutz des Designs vor Kopien bei.


Ähnliches geschieht auf dem Markt für SIM-Karten-Anschlüsse. Hier ist die Miniaturisierung bereits abgeschlossen; der uns bekannte SIM-Karten-Anschluss besteht heute im Grunde nur noch aus einer Reihe von Kontakten. Wie schon im vorherigen Beispiel ist innovatives Design nicht mehr entscheidend. Originalgerätehersteller (OEMs) suchen vielmehr nach einer Lösung, die etablierte Standards und Spezifikationen erfüllt. Da die Lebensdauer eines neuen Mobiltelefonmodells nur wenige Monate beträgt, ist es für den Hersteller entscheidend, effektiv auf die kurzen Lieferzeiten reagieren zu können. Effiziente Fertigung und Lieferkette sind genauso wichtig wie die Herstellung eines qualitativ hochwertigen Produkts zu einem wettbewerbsfähigen Preis.


Für Steckverbinderhersteller, die sich erfolgreich an den Smartcard-Markt angepasst haben, stellt die wachsende Bedeutung der NFC-Technologie sowohl eine neue Herausforderung als auch eine Chance dar. NFC wird voraussichtlich einen bedeutenden Einfluss haben, doch die konkrete Ausgestaltung dieser Technologie hat Kontroversen ausgelöst. Dieses drahtlose System wird zweifellos einige Anwendungen von Smartcard-Steckverbindern ersetzen, aber NFC-Terminals werden auch neue Verbindungsarten erfordern.


Die rasante Verbreitung der Nahfeldkommunikation lässt uns vergessen, dass es sich um eine so weit verbreitete Technologie wie kontaktlose Karten handelt. Bislang wurden NFC-Anwendungen hauptsächlich für kostengünstige Transaktionen genutzt, beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr großer Städte. Doch heute interessieren sich immer mehr Branchenvertreter dafür, sie auch für Transaktionen einzusetzen, die bisher nur mit Banknoten und Münzen möglich sind.
Die Richtung dieser Entwicklung ist noch unklar. Fahrkarten des öffentlichen Nahverkehrs, wie das in London genutzte Oyster-System, werden zu Guthabenkarten weiterentwickelt, die in verschiedenen Branchen eingesetzt werden können. Auch große Kreditkartenanbieter bringen Systeme auf den Markt, die die Nutzung kontaktloser, PIN-freier Nahfeldkarten für kostengünstige Transaktionen ermöglichen.


Japan ebnet den Weg für die Nutzung von Mobiltelefonen mit NFC-Systemen in Verbindung mit Kreditkarten für diese Zahlungsart. Große Mobiltelefonhersteller wie Nokia sind begeistert von der Idee, dass diese Anwendung zum Standard wird, was das Ende der SIM-Karte als Zahlungsmittel bedeuten würde. Es müssen jedoch noch einige Fragen geklärt werden, insbesondere die Bereitschaft der Kunden, auf Bargeld zu verzichten, und die Bereitschaft der Händler, Banknoten und Münzen durch die notwendige Infrastruktur für die kontaktlose Kommunikation zu ersetzen.


Wie wir sehen, hat die kontaktlose Kommunikation bisher noch keine signifikanten Auswirkungen gehabt. Hersteller von Zahlungsterminals bieten NFC-Funktionen über Zusatzmodule an: Der Anschluss für die Chipkarte bleibt unverändert, und auch für das Zusatzmodul werden neue Anschlüsse benötigt. Langfristig könnten die Veränderungen jedoch drastischer ausfallen. Wenn NFC-fähige Chipkarten die Sicherheitsprobleme lösen und für alle derzeit bar abgewickelten Transaktionen verwendet werden, eröffnet sich eine ganze Reihe neuer Anwendungsmöglichkeiten.
Sollte die Nutzung von Mobiltelefonen als digitale Geldbörsen weit verbreitet sein, könnten die Tage der SIM-Karte gezählt sein. Dies ist jedoch nicht unausweichlich, da es eine starke Lobby gibt, die sich für die SIM-Karte als kostengünstiges Datenspeichermedium und Marketinginstrument einsetzt. Auch die Sicherheitsmerkmale von austauschbaren SIM-Karten im Vergleich zu denen der integrierten NFC-Technologie werden derzeit intensiv diskutiert.


Unabhängig davon, welche Richtung die verschiedenen Smartcard-Märkte in den kommenden Jahren einschlagen werden, ist klar, dass Steckverbinderhersteller diese Veränderungen nicht beeinflussen können. Es handelt sich nicht um einen Markt, auf dem bahnbrechende Fortschritte im Steckverbinderdesign oder in der Technologie eine entscheidende Rolle spielen werden. Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf der Einhaltung internationaler Standards und der Entwicklung immer kompakterer, robusterer, sichererer und kostengünstigerer Designlösungen.


Diejenigen Steckverbinderhersteller, die am besten positioniert sind, um von der Dynamik und dem Wachstum des Smartcard-Marktes zu profitieren, werden diejenigen sein, die am aufmerksamsten auf die Bedürfnisse ihrer Kunden eingehen und in der Lage sind, schnell und effektiv darauf zu reagieren, Produkte so bald wie möglich zu wettbewerbsfähigen Preisen auf den Markt zu bringen und die Ressourcen sicherzustellen, um ein hohes Lagervolumen aufrechtzuerhalten.

Der Autor,
Gijs Werner, ist Global Marketing Director bei FCI Electronics und Wirtschaftswissenschaftler. Er arbeitete drei Jahre als Marketingberater und war ab 1998 bei Berg Electronics als Produktmanager für das Produktportfolio Basics+ tätig. Bei FCI verantwortete er das Produkt- und Marktmanagement auf regionaler und internationaler Ebene.

Weitere Informationen oder ein Angebot