Die MPO-Konfektionierung von Flachbandkabeln erfordert besondere Überlegungen hinsichtlich Design, Wartung und Rekonfiguration des Verkabelungssystems. Die Norm ANSI/TIA-568-B.1-7-2006, „Commercial Building Telecommunications Cabling Standard, Part 1 – General Requirements, Addendum 7 – Guidelines for Maintaining Polarity Using Array Connectors“, wurde verabschiedet und veröffentlicht, um Anleitungen zur Aufrechterhaltung der Polarität bei der Verwendung von MPO-Steckverbindern zu geben und drei Arbeitsmethoden vorzustellen. Dieses Dokument beschreibt jede dieser Methoden.
Der Standard enthält drei Richtlinien zur korrekten Polaritätseinstellung zwischen Sender (Tx) und Empfänger (Rx) mithilfe mehrerer Patchkabel mit MPO-Steckern. Ein typisches System besteht aus:
• Vorkonfektionierten Leitungen mit 12-Faser-MPO-Steckern
• MPO-zu-Duplex-Übergängen oder -Kopplern, z. B. Modulen oder Kassetten
• Duplex-Patchkabeln zum Anschluss des Verkabelungssystems an die Sendeanlage
Jeder 12-Faser-MPO-Stecker (6 Duplex-Leitungen) ist an beiden Enden mit einem Übergangsstück (Kassette oder Mehrfach-Patchkabelbaum) verbunden, an dem die Patchkabel mit den Kopplern und den aktiven Geräten verbunden werden. Alle Stecker und Koppler im System verfügen über Verriegelungsmechanismen, die die korrekte Ausrichtung beim Einstecken gewährleisten. Obwohl der Verriegelungsmechanismus die korrekte MPO-Ausrichtung sicherstellt, garantiert er nicht die Beibehaltung der Polarität jedes Faserpaares. Daher ist es notwendig, die Methoden A, B oder C des TIA-Standards anzuwenden; jede dieser Methoden erfordert eine spezifische Kombination von drei Komponenten, um die Polarität des Übertragungssystems aufrechtzuerhalten.
Methode A:
Bei Methode A werden durchgehende Typ-A-Leitungen verwendet, die mit Typ-A-MPO-Adaptern an Übergänge angeschlossen sind. Alle Ringkomponenten sind mit einem Verriegelungsmechanismus (Tastenkombination) verbunden. An einem Ende der Verbindung werden durchgehende AB-Patchkabel verwendet, um die jeweiligen Duplex-Ports der Transceiver zu verbinden. Das andere Ende benötigt vernetzte AA-Duplex-Patchkabel für den Anschluss an die Transceiver. Siehe Abbildungen 1 und 2. Jeder optische Pfad enthält nur ein AA-Patchkabel. In diesem Verbindungssystem wird die endgültige Paarorientierung („Paarumkehr“) durch das Patchkabel bestimmt. Diese Verbindungsmethode ist sehr effizient.
Alle AB-Patchkabel müssen am selben Ende des Rings platziert werden, um sicherzustellen, dass die A_B- und A_A-Patchkabel eindeutig unterscheidbar sind. Die Leitungen können ohne besondere Polaritätsbeachtung verbunden werden. Es können winkelpolierte MPO-SM-Steckverbinder verwendet werden. Methode A ist einfach zu installieren und weltweit am weitesten verbreitet.

Methode B:
Bei Methode B werden direkte Typ-B-Leitungen an Typ-B-MPO-Koppler angeschlossen. Alle Ringkomponenten sind codiert (Key-Up-to-Key
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Methode C:
Methode C verwendet C-förmige Leitungen mit Paar-Kreuzung, die an MPO-A-Koppler angeschlossen sind. Alle Systemkomponenten sind codiert (Taste oben/Taste unten). An jedem Ende befinden sich AB-Patchkabel (Straight-Through) zum Anschluss an die Transceiver. Siehe Abbildungen 5 und 6.
Bei dieser Methode sorgt die Leitung für die Polaritätsumkehr. Es handelt sich um ein konsistentes System, das jedoch beim Reihenschalten mehrerer Leitungen besondere Aufmerksamkeit erfordert. Zur Aufrechterhaltung der Polarität können AA-Patchkabel notwendig sein. Die Methode ermöglicht die Verwendung von APC-SM-Steckverbindern. Sie ist nicht weit verbreitet, da sie eine sorgfältige Planung erfordert.
Alle beschriebenen Verbindungsmethoden verfolgen dasselbe Ziel: sicherzustellen, dass der TX-Port eines Geräts mit dem entsprechenden Rx-Port des anderen Geräts verbunden ist. Jede Methode erfordert eine spezifische Kombination von Komponenten, um die Systempolarität aufrechtzuerhalten, wie in der Tabelle detailliert aufgeführt:
Es wird empfohlen, eine der Verbindungsmethoden auszuwählen und diese bevorzugt zu verwenden, ohne die verschiedenen Komponenten der jeweiligen Methode zu vermischen. Andernfalls funktioniert Ihr System möglicherweise nicht. Stellen Sie sicher, dass jede einzelne Komponente eindeutig beschriftet, identifiziert und getestet ist.
Übersetzung des Artikels „logica sistemi MPO“ von Brand Rex, übersetzt und zur Veröffentlichung bereitgestellt von der Firma COFITEL.
Für die Installation von Glasfasersystemen, insbesondere in Bereichen mit hoher Dichte wie Rechenzentren, werden werkseitig konfektionierte Trunk-Systeme mit MPO-Mehrfasersteckern zunehmend bevorzugt. Um bidirektionale Übertragungswege zu gewährleisten, muss das System die korrekte Polarität sicherstellen, damit jeder Sender (Tx) mit dem entsprechenden Empfänger (Rx) am anderen Ende verbunden wird.
