Wie sehen die Aussichten für den FTTH-Markt und die FTTH-Landschaft aus?
Laut dem aktuellen FTTH-Marktüberblick von IDATE für den FTTH Council Europe gab es Ende September 2016 in der EU-282 über 20,5 Millionen FTTH/B-Abonnenten, was einer Marktdurchdringung von 9,4 % entspricht. Innerhalb der EU-39 sind nach Russland mit über 17 Millionen Abonnenten Spanien (bis zu 4,5 Millionen Abonnenten mit einem Wachstum von 72 % in den ersten neun Monaten), Frankreich (3,2 Millionen Abonnenten mit einem Wachstum von 32 %) und Rumänien (2,7 Millionen Abonnenten mit einem Wachstum von 17 %) nach wie vor die größten Märkte. Zwei neue Länder sind neu im FTTH-Ranking vertreten: Österreich und Serbien mit einer Marktdurchdringung von 1 %. Österreich zeichnet sich durch einen reibungslosen und stetigen Ausbau von Hochleistungsnetzen aus. Was die Marktdurchdringung betrifft, so sind zwar Telekom Austria und Citycom/Graz die Hauptakteure im FTTH/B-Markt,
doch die hohe Aktivität lokaler Anbieter und Initiativen trug fast 50 % aller FTTH/B-Abonnenten bei. In Serbien konzentriert sich der Markt zwar weiterhin stark auf Kabellösungen, FTTH entwickelt sich aber positiv. Telekom Srbija ist der Marktführer im FTTH/B-Bereich. Die serbische Regulierungsbehörde RATEL startete 2014 einen nationalen Breitbandplan, um Initiativen des Privatsektors für Hochleistungsnetze zu fördern.
Lettland hat hinsichtlich der Marktdurchdringung die beeindruckenden Fortschritte seit Ende Dezember 2014 bestätigt und belegt mit einer Durchdringungsrate von 45,2 % nun den ersten Platz im europäischen FTTH-Ranking. Lettland wird von Schweden gefolgt, das 2016 mit einer Durchdringungsrate von 40,7 % ebenfalls ein hohes FTTH-Wachstum verzeichnete, sowie von Litauen, das zwar seine Spitzenposition verlor, aber mit einer Durchdringungsrate von 40,3 % (gegenüber 36,8 % Ende September 2015) immer noch eine sehr gute Platzierung hält. Dies sind nicht die einzigen Länder, die Fortschritte erzielen. Frankreich hat sich mit seinem Hochgeschwindigkeits-Breitbandplan (Plan France Très Haut Débit) zum Ziel gesetzt, bis 2022 allen Haushalten, Unternehmen und Behörden Hochgeschwindigkeits-Breitbandanschlüsse, vorwiegend auf Basis von Glasfaserinfrastruktur, anzubieten. Die Kommunen beschleunigen den FTTH-Ausbau in ländlichen und vorstädtischen Gebieten und schließen so die digitale Kluft im Land. Infolgedessen stieg die Durchdringungsrate in Frankreich um fast drei Prozentpunkte, von 8,5 % Ende September 2015 auf 11,1 % Ende September 2016, was einem Zuwachs von 32 % bei den FTTH/B-Abonnenten entspricht. Betrachtet man die FTTH/B-Abdeckung als Anteil der Gesamtanschlüsse an allen Haushalten, erreichte diese im September 2016 28,8 %. Dies zeigt, dass mit zunehmender Glasfaseranbindung auch die Bereitschaft zur Umstellung auf diese zukunftssichere Technologie steigt.
 
„Die aktuellen europäischen FTTH-Rankings belegen anhand von Ländern wie Frankreich und Spanien sowie der allgemeinen Wachstumsrate von FTTH in Europa, dass der Ausbau von FTTH so stark vorangetrieben wird wie nie zuvor“, kommentierte Ronan Kelly, Präsident des FTTH Council Europe. „Wir freuen uns über diese Fortschritte, insbesondere über den Einzug zweier neuer Länder in unser FTTH-Ranking. Wir sind überzeugt, dass Europa nun bestens aufgestellt ist, um den FTTH-Ausbau weiter zu fördern: Die jüngste Mitteilung der Europäischen Kommission zur Gigabit-Gesellschaft skizziert eine Vision, in der leistungsstarke, weitverzweigte Netze gesellschaftliche Dienstleistungen unterstützen, die Europa an der Spitze der wirtschaftlichen Entwicklung halten.“ FTTH-
Nutzer spielen in einigen europäischen Ländern eine bedeutende Rolle und stellten Ende September 2015 43 % der angeschlossenen Haushalte in der EU-39 dar, gegenüber 21 % Ende 2011. Serbien ist ein Paradebeispiel für ein Land, das erst kürzlich in diese Rangliste aufgestiegen ist. Erfreulicherweise entwickeln sich auch Länder wie Belgien und Italien in Richtung Glasfaser und setzen daher verstärkt auf FTTH/B-Technologien. In Irland wurde der nationale Breitbandplan der Regierung angepasst und schreibt nun eine FTTH-basierte Infrastruktur vor. Die britische Regierung hat einen Fonds speziell für den FTTH-Ausbau eingerichtet. In den kommenden Monaten werden viele weitere ähnliche Initiativen erwartet.

Was sind die Highlights der FTTH-Konferenz 2017?
Die FTTH-Konferenz ist nach wie vor die weltweit größte Veranstaltung zum Thema Glasfaser und zieht rund 3.000 Teilnehmer aus 94 Ländern an. In diesem Jahr präsentieren 120 Aussteller und Partner die Konferenz, die über 100 hochkarätige Präsentationen und Fallstudien von renommierten Referenten umfasst. Die zentralen Themen der 14. FTTH-Konferenz sind inspiriert von den neuen Gigabit-Konnektivitätszielen und dem von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen europäischen Regulierungsentwurf zu Telekommunikationsstandards sowie der transformativen Rolle neuer Dienste und Technologien, die durch Hochleistungsnetze ermöglicht werden und unser Leben verbessern.

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