Die von der Industrie angeführte und mit bis zu 10 Milliarden Euro an nationalen und EU-Mitteln geförderte Initiative soll private Investitionen in Höhe von mindestens 20 Milliarden Euro in der gesamten Union mobilisieren. Sie wird Europas KI-Rechenkapazitäten erweitern und Startups, wachstumsstarken Unternehmen, KMU, der Industrie, der Wissenschaft und öffentlichen Einrichtungen Zugang zu Infrastruktur für das Training, die Analyse und die Feinabstimmung modernster KI-Modelle verschaffen.
Die KI-Gigafabriken werden fortschrittliche KI-Prozessoren, Software-Stacks und Cloud-Technologie, Hochgeschwindigkeitsverbindungen und energieeffiziente Rechenzentren vereinen. Zusammen mit dem europäischen Netzwerk von neunzehn KI-Fabriken werden sie Europas technologische Führungsrolle, Resilienz und strategische Autonomie stärken.
Die Initiative soll sicherstellen, dass Europa fortschrittliche KI innerhalb seiner eigenen Infrastruktur gemäß den EU-Standards und -Werten entwickeln kann. Die in KI-Gigafabriken entwickelten KI-Technologien werden den EU-Datenschutz-, Sicherheits- und Ethikrichtlinien entsprechen. Wer kann sich bewerben? Antragsberechtigt sind Konsortien oder Zweckgesellschaften, die Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Investoren und andere Partner zusammenbringen.
KI-Gigafabriken können in einem einzelnen Mitgliedstaat entweder an einem oder an mehreren Standorten errichtet werden. Sie können auch grenzüberschreitende Entwicklungen in mehreren Mitgliedstaaten durch verteilte KI-Recheneinrichtungen umfassen. Die eingereichten Vorschläge werden einer wettbewerbsorientierten Bewertung unterzogen, um die erfolgreichen Projekte auszuwählen. Finanzierung und Skalierung: Das Europäische Gemeinsame Unternehmen für Hochleistungsrechnen (EuroHPC) und die Mitgliedstaaten erwerben gemeinsam Rechenzeit von den ausgewählten KI-Gigafabriken.
Achtzehn Mitgliedstaaten haben mit dem EuroHPC Joint Undertaking eine Vereinbarung über die gemeinsame Beschaffung unterzeichnet: Tschechien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Polen, Portugal, Slowakei, Spanien und Schweden. Das Beschaffungsverfahren fördert bis zu sieben KI-Gigafabriken in zwei aufeinanderfolgenden Entwicklungsphasen und zwei Losen. Die teilnehmenden Mitgliedstaaten leisten einen entsprechenden Beitrag zur EU-Förderung. Öffentliche Mittel wirken als starker Katalysator für die Initiative und treiben die notwendigen privaten Investitionen für den Bau und Betrieb dieser Anlagen voran.
Die erste Förderrunde unterstützt bis zu vier Projekte, die in der ersten Phase jeweils bis zu 100 Millionen Euro EU-Förderung und in der zweiten Phase zusätzlich bis zu 400 Millionen Euro pro Projekt erhalten können. Jede in dieser Runde ausgewählte Gigafactory muss mindestens so viele der fortschrittlichsten KI-Prozessoren einsetzen, wie derzeit in Europas leistungsstärkster KI-Fabrik installiert sind. In der zweiten Phase muss die Kapazität mindestens verdreifacht werden.
Die zweite Förderrunde unterstützt bis zu drei Projekte, die in der ersten Phase jeweils bis zu 200 Millionen Euro EU-Förderung und in der zweiten Phase zusätzlich bis zu 800 Millionen Euro pro Projekt erhalten können. Jede in dieser Runde ausgewählte Gigafactory muss bis zu doppelt so viele der fortschrittlichsten KI-Prozessoren einsetzen wie Europas leistungsstärkste KI-Fabrik derzeit.
In Phase zwei muss die Kapazität mindestens vervierfacht werden. Hardware für den KI-Kontinent: Fortschrittliche KI benötigt hochspezialisierte Computerhardware. Mit der zunehmenden weltweiten Verbreitung von KI wird der Zugang zu einer großflächigen, souveränen KI-Infrastruktur immer wichtiger für Europas industrielle Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität.
Die KI-Gigafactory-Konsortien können in beiden Entwicklungsphasen Hardware von beliebigen Hardwareanbietern in Europa und angrenzenden Ländern beziehen. Ein Teil dieser Beschaffung kann europäischen Startups und wachsenden Unternehmen vorbehalten sein. KI-Gigafactories bieten konkrete Möglichkeiten zur Stärkung der europäischen digitalen Lieferkette. Parallel dazu und im Anschluss an das EU-US-Handelsabkommen hat die Kommission drei Absichtserklärungen mit den führenden US-Hardwareanbietern AMD, NVIDIA und Qualcomm unterzeichnet, um den Konsortien einen reibungslosen Zugang zur benötigten Hardware zu gewährleisten.
Nächste Schritte
Die Frist für die Einreichung von Vorschlägen endet am 12. November 2026. Nach einem vom EuroHPC Joint Undertaking durchgeführten Evaluierungsverfahren werden die Vergabeentscheidungen voraussichtlich Anfang 2027 bekanntgegeben. Die notwendigen Rahmen- und Einzelverträge werden unterzeichnet, um den Baubeginn im Jahr 2027 zu ermöglichen. Die ausgewählten KI-Gigafabriken sollen innerhalb von maximal 18 Monaten nach Vertragsunterzeichnung den Betrieb aufnehmen.
