Trotz des rasanten Fortschritts von FTTH (Fiber to the Home) bieten optische Zugangssysteme auf Basis bestehender GE-PON-Systeme ein breites Leistungsspektrum mit einer Reichweite von maximal 20 km. Eine Erweiterung dieser Reichweite erfordert die Installation zahlreicher Vermittlungsstellen und entsprechende Investitionen. Dies führt zu einer digitalen Kluft in Gebieten mit schwacher Infrastruktur und dünn besiedelten Regionen und schränkt den Zugang der Nutzer zu schnellem Breitbandinternet ein. Aufgrund der erforderlichen hohen Anpassungsfähigkeit, um flexibel auf wachsende Nutzerzahlen, vielfältige Dienste und variable Übertragungskapazitäten reagieren zu können, besteht zudem Bedarf an abonnementbasierten optischen Netzen.
Um diese Probleme anzugehen, beauftragte das Nationale Institut für Informations- und Kommunikationstechnologie (NTIC; eine unabhängige Verwaltungseinrichtung) OKI im Jahr 2009 mit der Erforschung abonnementbasierter optischer Breitbandnetztechnologien. Diese Technologien sollten Breitbanddienste ohne neue Vermittlungsstellen ermöglichen und auf virtualisierten Verbindungen zwischen optischen Linienanschlüssen und optischen Netzwerkeinheiten basieren. Mit Unterstützung der Nippon Telegraph and Telephone Corporation verband OKI Gebäude der Nippon Telegraph and Telephone East Corporation (in Sapporo, Eniwa und Chitose auf Hokkaido) mit Glasfaser und demonstrierte so die Machbarkeit eines flexiblen optischen Zugangsnetzes in einer Testumgebung, die eine Gesamtübertragungsdistanz von 100 km für abonnementbasierte optische Breitbandnetze simulierte.
Adaptive Networking baut die Netzwerkinfrastruktur in Ring- oder Kaskadenkonfiguration auf. Dabei werden ein zentraler Steuerknoten und passive OHF für das PON-System verwendet, dessen Verzweigung üblicherweise durch Leistungsteiler erfolgt. Dies ermöglicht Breitbandtechnologie mit geringeren Verlusten durch die Verzweigung. Die zentralen Steuerknoten ändern die WDM- und OCDM-Kanalzuweisung und implementieren die Technologie in einer virtuellen logischen Sterntopologie, ohne auf die physische Verbindung von OLT und ONU angewiesen zu sein.
Dieses Experiment demonstriert die Übertragung hybrider WDM- und OCDM-Lichtsignale, deren Wiederherstellung mittels passiver Weiterleitung sowie die nahtlose Bereitstellung von GE-PON- bis 10G-EPON-Diensten ohne Beeinträchtigung anderer Nutzer.
OKI wird zukünftig die Mehrkanal- und OLT-gesteuerte Steuerungstechnologie weiterentwickeln, um eine höhere Effizienz zu erzielen und die Technologie virtualisierter Zugangssysteme durch die Kombination dieser adaptiven Netzwerktechnologie für die schnelle praktische Implementierung virtueller PON-Systeme weiterzuentwickeln.
