Marktübersicht und wichtige Kennzahlen:
Den deutlichsten Anstieg an Neukunden zwischen September 2016 und September 2017 verzeichnete Russland mit 1.826.000 neuen FTTH/B-Abonnenten. Auch Spanien und Frankreich konnten mit 1.612.371 bzw. 1.067.780 neuen Abonnenten ein beachtliches Wachstum verzeichnen.
 
Die Zahl der genehmigten Haushalte (Haushalte mit FTTH/B-Anschluss) in der EU39 stieg sprunghaft auf über 148 Millionen an, was einem Wachstum von 16 % gegenüber September 2016 entspricht. Erwähnenswert ist auch, dass die Nutzungsrate in der EU28 [2] 32,4 % erreichte.
 
Die neue Marktlandschaft zeigt, dass in Europa private Anbieter (ehemalige etablierte und alternative Betreiber) im Vergleich zu anderen Akteuren wie öffentlichen Betreibern und Energieversorgern den größten Anteil am Ausbau von FTTx-Netzen (56 % aller Anbieter) ausbauen. Ein weiterer bemerkenswerter Trend ist die Entwicklung der Glasfasertechnologien im vergangenen Jahr, die eine Dominanz der FTTH-Architektur gegenüber FTTB (55 % gegenüber 45 % im September 2017) offenbarte.
Interessant ist auch, dass immer mehr alternative Betreiber FTTH/B einsetzen, wobei ihr Anteil bei etwa 54 % aller FTTH/B-Anbieter liegt.
Schließlich wird zwischen der „Gesamtzahl der genehmigten Haushalte“, die unabhängig von der Anzahl der sie versorgenden Betreiber einmal gezählt wird, und der „Gesamtzahl der realisierten Anschlüsse“ unterschieden, die den Gesamtaufwand der Anbieter für den Ausbau ihrer eigenen Glasfasernetze widerspiegelt. Diese Marktforschung zeigt, dass es mit zunehmenden Investitionen der Anbieter in ihre eigene Infrastruktur in den letzten Jahren immer häufiger vorkommt, dass zwei oder mehr Anbieter denselben Haushalt erreichen. Frankreich und Spanien sind in diesem Bereich führend. [3]

Ronan Kelly, Vorsitzender des FTTH Council, kommentierte die neuen Daten wie folgt: „Die Ergebnisse der Marktstudie „Market Panorama“ sind sehr aufschlussreich. Wir alle verfolgen nun das gleiche Ziel: eine Gesellschaft mit flächendeckendem Glasfasernetz und Gigabit-Anschlüssen. Wir gratulieren den Kandidaten zu ihren beeindruckenden und kontinuierlichen Fortschritten beim Ausbau von FTTH/B und begrüßen gleichzeitig den neuen Trend, dass Betreiber in Ländern, die bisher eher zurückhaltend auf Glasfaser setzen, sich verstärkt an FTTH/B-Projekten beteiligen. Auch die Marktstruktur verändert sich: Neue Akteure mit innovativen Geschäftsmodellen fördern den Wettbewerb im Infrastrukturbereich und tätigen neue Investitionen.“.

Lettland bleibt führend im europäischen FTTH-Ausbau. Mit einer Haushaltsdurchdringungsrate von 50,6 % verteidigt Lettland seine Spitzenposition im FTTH/B-Bereich erneut. Schweden (43,4 %) und Litauen (42,6 %) bleiben ebenfalls auf dem Podium und bestätigen damit das Wachstum der Vorjahre. Irland steigt ins globale FTTH-Ranking ein. In diesem Jahr erreicht Irland eine Durchdringungsrate von 1,7 % und eine Akzeptanzrate von 9,6 %. Im September 2017 konnte Irland im Vergleich zum September 2016 seine FTTH/B-Abonnentenbasis um 73 % (29.446 Abonnenten) und die Anzahl der angeschlossenen Haushalte um 254 % (306.285 Haushalte) steigern. Die irische Regierung hat maßgeblich zum Ausbau der superschnellen Breitbandnetze in Irland beigetragen, allerdings hat sich in letzter Zeit die Notwendigkeit gezeigt, die Instrumente zur Förderung des Ausbaus anzupassen. Irland startete 2012 einen nationalen Breitbandplan mit dem Ziel, die Internetanbindung in ländlichen Gebieten zu verbessern, mindestens 30 % der Haushalte mit Hochgeschwindigkeitsinternet zu versorgen und bis Ende 2022 flächendeckende Breitbandgeschwindigkeiten von 30 Mbit/s zu erreichen. Im Jahr 2017 zogen sich zwei der führenden Bieter aufgrund von Wirtschaftlichkeitsproblemen aus dem Verfahren zurück. Trotzdem treiben Eir, der bisherige Betreiber, und SIRO, das Joint Venture von Vodafone und dem Energieversorger ESB, den Ausbau ihres Glasfasernetzes landesweit weiter voran und sind nach wie vor die aktivsten Investoren in FTTH/B in Irland, gefolgt von Magnet Networks, Digiweb und Enet.


 



 

Spanien, Gastgeberland der FTTH-Konferenz 2018.
„Die Wahl Spaniens als Gastgeberland für die FTTH-Konferenz 2018 ist auch von hoher symbolischer Bedeutung“, erklärte Erzsébet Fitori, Generaldirektorin des FTTH Council Europe. „Wir wollten Spaniens zentrale Rolle als Erfolgsgeschichte bei der Förderung von Hochleistungsverbindungen, dem Glasfaserausbau und dem Wettbewerb im Infrastrukturbereich würdigen.“ Mit rund 17,5 Millionen für FTTH/B zugelassenen Haushalten und 6 Millionen Abonnenten (Stand: September 2017) belegt Spanien mit einer Durchdringungsrate von 33,9 % weltweit einen Spitzenplatz. „Die Glasfaserpolitik und die regulatorischen Rahmenbedingungen der spanischen Regierung, die auf die Digitale Agenda für Europa abgestimmt sind, sowie die kontinuierliche Arbeit der CNMC, der spanischen Telekommunikationsbehörde, haben maßgeblich zu Spaniens Erfolg beigetragen“, so Fitori weiter.

Die globalen und europäischen FTTH-Rankings (Stand: Ende September 2017) finden Sie hier.
Die vollständige Marktübersichtspräsentation ist hier unter Sperrfrist verfügbar.