Nach jahrelanger gemeinsamer Entwicklung hat das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) einen Vertrag mit Rohde & Schwarz über die Lieferung des SVFuA-Systems unterzeichnet. SVFuA arbeitet nach dem Prinzip des Software-Defined Radio (SDR) und ermöglicht sichere und wertvolle Kommunikation bis zur Geheimhaltungsstufe „Geheim“. Rohde & Schwarz ließ sich dabei von der nationalen Kryptografieentwicklung als Schlüsseltechnologie inspirieren. Zunächst werden 50 Führungsfahrzeuge – Schützenpanzer vom Typ PUMA und gepanzerte Mannschaftstransportwagen vom Typ BOXER – ausgestattet. Rohde & Schwarz wird die erste Installation des SVFuA-Systems bis 2020 produzieren und liefern. Die Rahmenvereinbarung ermöglicht es der Bundeswehr, innerhalb von sieben Jahren weitere SVFuA-Systeme zu bestellen.
Harald Stein, Geschäftsführer von BAAINBw, sagte: „Die Ausstattung der ersten PUMA- und BOXER-Führungsfahrzeuge mit SVFuA ist ein wichtiger erster Schritt in Richtung MoTaKo. Wir freuen uns, mit Rohde & Schwarz einen technologisch führenden Partner für dieses wichtige Modernisierungsprojekt gefunden zu haben.“.
2009 übernahm Rohde & Schwarz die Gesamtentwicklung und das System, entwickelte einen Prototyp und ging in Serienproduktion. 2016 bestätigte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), dass die Anforderungen für die Geheimhaltungsstufe „Geheim“ erfüllt waren. Die Zertifizierung nach dem international anerkannten Standard Software Communications Architecture (SCA) für SDR-Funksysteme war Voraussetzung für die Kundenabnahme. Da das Funksystem nach dem SCA-Standard entwickelt wurde, können aktuelle und zukünftige nationale und internationale Wellenformen integriert werden, sofern diese ebenfalls den Anforderungen des SCA-Standards entsprechen.
Das SVFuA-System stattet die Bundeswehr mit allen notwendigen Werkzeugen aus, um Informationsüberlegenheit zu schaffen und insbesondere zu schützen. Es gewährleistet zudem Schnittstellen zu Verbündeten bei gemeinsamen Einsätzen und der kollektiven Verteidigung. Hartmut Jäschke, Senior Vice President des Marktsegments Sichere Kommunikation Vertrieb und Projekte bei Rohde & Schwarz, erklärt: „Mit dem SVFuA-System hat die Bundeswehr die Grundlage für zukunftssichere, hochmoderne taktische Kommunikation geschaffen. Als verlässlicher deutscher Partner erfüllt Rohde & Schwarz alle Anforderungen des Kunden an ein umfassendes, skalierbares, rekonfigurierbares und zukunftssicheres System. Das Unternehmen hat die Implementierung aktueller Drittanbieter-Wellenformen auf Software-Defined Radio unter Wahrung der Schutzrechte demonstriert und erfüllt damit die heutigen Anforderungen an die Interoperabilität mit Partnern.“.
Mit der Übernahme der SVFuA unternimmt die Bundeswehr den ersten Schritt zur Modernisierung ihrer taktischen Kommunikationssysteme im Rahmen des Programms MoTaKo. Zur Unterstützung dieser langfristigen Projekte hat Rohde & Schwarz gemeinsam mit der Rheinmetall AG ein Joint Venture gegründet, um als Generalunternehmer ein Angebot abzugeben. Beide deutschen Unternehmen verfügen über ein breites Portfolio an wertvoller Technologie und langjährige Erfahrung in komplexen Projekten.
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