Wir erleben derzeit eine tiefgreifende technologische Revolution im IKT-Sektor. Die Wissenschaft forscht kontinuierlich an neuen Lösungen, um diesen Wandel zu unterstützen und so zu einer Verbesserung unserer Lebensqualität beizutragen. Infolgedessen sind verschiedene wissenschaftliche Infrastrukturen entstanden, die experimentelle Dienstleistungen mit modernsten Ressourcen anbieten, die sonst nur in industriellen Forschungs- und Entwicklungslaboren mit begrenzter Funktionalität verfügbar sind. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde die Forschungsinfrastruktur ESFRI SLICES ins Leben gerufen. Sie bietet hochwertige experimentelle Dienstleistungen mit Zukunftstechnologien im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien, wie beispielsweise 5G/6G, dem Internet der Dinge (IoT), Netzwerkfunktionsvirtualisierung (NFV) und Cloud Computing.
Der spanische Knotenpunkt von SLICES (SLICES-ES) umfasst die Beteiligung von IMDEA Networks, UC3M und der Universität des Baskenlandes. Konkret wird in Madrid die erste Infrastruktur für die europäische Wissenschaftsgemeinschaft eingerichtet, um Tests im Bereich der Telekommunikation durchzuführen und einen leistungsstarken Satelliten-IoT-Dienst mit europaweiter Abdeckung anzubieten. „Dies ist ein sehr wichtiger Meilenstein, denn er zeigt, dass Europa sich der Notwendigkeit strategischer Autonomie in der Informationstechnologie bewusst ist. Wir müssen unsere Kräfte bündeln, um unsere Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in diesem Bereich zu verbessern“, betont Arturo Azcorra, Direktor von IMDEA Networks und Professor an der UC3M. Er fügt hinzu: „Das sind großartige Neuigkeiten für die Wissenschaft, die Wirtschaft und die Gesellschaft insgesamt. Es ist ein Meilenstein von globaler Bedeutung im Bereich offener Satellitenexperimente.“
Bei der offiziellen Präsentation des spanischen SLICES-Knotens auf nationaler Ebene kamen Forscher verschiedener Fachrichtungen und Plattformen zu Wort, die mit dem spanischen SLICES-Knoten in Verbindung stehen. So erörterten beispielsweise Carlos Jesús Bernardos, Professor an der UC3M, und Joerg Widmer, Forschungsdirektor bei IMDEA Networks, dessen Einsatzmöglichkeiten bei der Entwicklung von 6G und bei Experimenten mit Millimeterwellennetzen.
Carmen Guerrero vom Institut für Telematik-Ingenieurwesen der UC3M, eine weitere Projektleiterin, hob den Nutzen dieser Infrastruktur für die Forschungsgemeinschaft im Bereich zukünftiger Netze hervor: „Sie erhalten Zugang zu modernsten Anlagen, um Experimente durchzuführen, die Wissenschaftlern derzeit im Allgemeinen nicht ohne Weiteres zur Verfügung stehen oder die es aktuell noch gar nicht gibt. Tatsächlich mangelt es derzeit an experimentellen Einrichtungen, und SLICES wird diese Dienste der Forschungsgemeinschaft auf europäischer Ebene bereitstellen.“
