Single Pair Ethernet reduziert die Datenübertragung auf ein einzelnes verdrilltes Adernpaar und ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s über Entfernungen von bis zu 1.000 Metern. Es unterstützt Multidrop-Netzwerke, die gleichzeitige Stromversorgung (Power over Data Line, PoDL) und Hybridinstallationen über ein einziges Kabel, wodurch die Verkabelungskosten deutlich gesenkt werden. Je nach Anwendung kann die bestehende Infrastruktur weiterhin genutzt werden.

SPE ermöglicht die standardisierte Ethernet-basierte Kommunikation vom Sensor zur Cloud und ist eine Schlüsseltechnologie für Industrie 4.0 und das industrielle Internet der Dinge (IIoT).
„In der Automobilindustrie hat sich SPE als zuverlässige Technologie zur Vernetzung von Fahrzeugkomponenten wie Sensoren, Steuergeräten und Kameras bewährt und bildet die Grundlage für fortschrittliche Entwicklungen wie das autonome Fahren. SPE eröffnet auch neue Möglichkeiten für IoT-Anwendungen in industriellen Umgebungen. Die Technologie entfaltet ihr volles Potenzial in Anwendungen, die kompakte Bauweise, hohe Übertragungsgeschwindigkeiten und große Entfernungen erfordern“, so Thomas Keller, Produktmanager Industrie bei Rosenberger.

Fokus auf industrielle Anforderungen:
Industrielle Anwendungen stellen spezifische Herausforderungen an Verbindungslösungen, wie z. B. größere Übertragungsdistanzen, hohe elektromagnetische Störungen und extreme Umgebungsbedingungen. Daher entwickelt Rosenberger sein SPE-Portfolio kontinuierlich weiter und bietet leistungsstarke, robuste und standardkonforme Lösungen für industrielle Anwendungen – von der Installation in Schaltschränken bis zur Vernetzung von Sensoren und Aktoren im Feld.
Im Mittelpunkt steht SPE Industrial, eine neue Verbindungsschnittstelle, die in Zusammenarbeit mit führenden Herstellern entwickelt wurde und auf bewährten Single-Pair-Ethernet-Verbindungen aus der Automobilindustrie basiert.

Standardisierung für zukünftige Anwendungen:
Ein entscheidender Schritt zur Standardisierung von SPEs in industriellen Umgebungen ist die Weiterentwicklung des IEC 63171-7-Standards zur Edition 2 (ED2). Diese Erweiterung, vorangetrieben von der PROFIBUS-Anwenderorganisation (PNO), definiert eine einheitliche Schnittstelle für SPE-Verbindungen in Schaltschränken und Feldanwendungen. Ziel ist die Interoperabilität zwischen Herstellern, wodurch Integration und Skalierbarkeit in der industriellen Automatisierung deutlich vereinfacht werden.
Die Entwicklung und Standardisierung von SPEs ermöglicht die Schaffung zuverlässiger, kompakter und leistungsstarker Netzwerkarchitekturen. Der Transfer bewährter Konzepte aus der Automobilindustrie in industrielle Anwendungen eröffnet zahlreiche Möglichkeiten für Digitalisierung und Automatisierung im industriellen Internet der Dinge (IIoT).

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