FTTT1In den 2G- und frühen 3G-Netzen reichten wenige TDM-E1/T1-Verbindungen aus, da jeder Sprachkanal nur 8 kbit/s benötigte. Die Anforderungen von HSPA und LTE machen den Einsatz herkömmlicher E1/T1-Verbindungen jedoch wirtschaftlich unrentabel, da die Bandbreite eines mobilen Breitbandnutzers mehrere Mbit/s erreichen kann. Während in einem 2G-Netz 1–2 E1-Verbindungen pro Basisstation ausreichten, benötigt HSPA 8–16 E1-Verbindungen. LTE bietet eine deutlich höhere Bandbreite und Spektraleffizienz als seine Vorgängertechnologien. LTE ermöglicht Downloadgeschwindigkeiten von über 150 Mbit/s und Uploadgeschwindigkeiten von über 50 Mbit/s. LTE ist eine „All-IP“-Technologie und stellt den Übergang von 3G, TDM oder ATM zu IP-basierten Übertragungsnetzen für Nutzerdaten und Signalisierung dar, was grundlegende Änderungen im Backhaul-Netz mit sich bringt.


Aufgrund von Netzabdeckung, Endgeräten und anderen Faktoren werden 4G- und 3G/2G-Netze noch einige Jahre parallel existieren. Abhängig von der vom Betreiber eingesetzten Infrastruktur und der Funktechnologie (2G, 3G, 4G) erfordert die optimale technische und wirtschaftliche Lösung daher Geräte auf unterschiedlichen physikalischen Medien: Funk (PDH, SDH, Ethernet oder hybride TDM-Paket-Mikrowellengeräte), Kupfer (xDSL-Geräte) oder Glasfaser (GPON, P2P-Glasfaser oder WDM-PON-Geräte). Der von diesen Geräten erzeugte Datenverkehr wird mittels SDH-NG, Carrier Ethernet, ATM oder IP/MPLS aggregiert. Dieser schrittweise Übergang zu IP-Transport vereinfacht das Netzwerkdesign, senkt die Infrastrukturkosten und ermöglicht die Verwaltung aller Zugangstechnologien über ein einziges Backbone-Netzwerk.


Obwohl in der Vergangenheit vor allem Funk und Kupfer als physische Medien für „Mobile Backhaul“ eingesetzt wurden, haben die gesunkenen Preise für Glasfaser und ihre bekannten Vorteile sowie die hohen Anforderungen von LTE sie zum idealen Medium für die Verbindung zwischen dem Funkzugangsnetz und dem Backbone-Netz des Betreibers gemacht.

So entstanden die Bezeichnungen FTTT (Fiber-To-The-Tower) und FTTCS (Fiber-To-The-Cell-Site) analog zu FTTH (Fiber-To-The-Home), FFTB (Fiber-To-The-Building) und FFTC (Fiber-To-The-Curb) im Privat- und Geschäftskundenbereich. Fiber to the Tower (FTTT) bietet deutliche Verbesserungen bei Bandbreite, Latenz und Signalqualität. Darüber hinaus bieten Glasfaser-Zugangsnetze Vorteile hinsichtlich der Betriebskosten durch geringeren Stromverbrauch, weniger Störungen und weitere Faktoren. Betreiber können die für FTTH/B installierte Glasfaserinfrastruktur auch für FTTT/CS nutzen und so ihre Investitionsrendite steigern. Zudem lassen manche Nutzer sogenannte „Small Cells“ in oder in der Nähe ihrer Häuser oder Büros installieren, um die Netzabdeckung zu verbessern und die Datenraten für ihre Mobilgeräte zu optimieren. In diesem Fall würden sowohl „Makrozellen“ als auch „Kleinzellen“ über Glasfaserverbindungen mit dem Backbone-Netzwerk des Betreibers verbunden, wobei sich die „Kleinzellen“ die Glasfaser mit den übrigen Geräten und Diensten des Endbenutzers teilen würden.


FTTT2Der Begriff FFTA (Fiber-To-The-Antenna) wird auch verwendet, wenn das Glasfaserkabel „höher“ verlegt wird und so das herkömmliche Koaxialkabel bei Neubauten oder Modernisierungen der Verbindung zwischen Basisstation und Antenne ersetzt. Die durchgehende Glasfaserverlegung bis zur Antennenspitze bietet zusätzliche Vorteile, da die für Antennen verwendeten Koaxialkabel relativ breit und schwer sind, mehr Platz benötigen, ineffizient in Bezug auf die Energieeffizienz sind und einen höheren Installationsaufwand erfordern. Mobilfunkbetreiber zahlen den Grundstückseigentümern, auf denen sich die Antenne befindet, abhängig von Anzahl und Größe der installierten Komponenten. Je kompakter diese sind, desto geringer sind die Kosten. Mit anderen Worten: Kleinere Abmessungen, höhere Flexibilität und geringeres Gewicht von Glasfaserkabeln sind vorteilhaft.

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