Vor diesem Hintergrund untersucht Indusface, welche Länder für Unternehmen am sichersten sind, um ihren Mitarbeitern das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. Dazu erstellt das Unternehmen einen Indexwert auf Basis von Cybersicherheitsdaten, darunter DDoS-Angriffe, Phishing-Seiten, Malware-Hosting-Seiten und kompromittierte Computer. Venky Sundar, Gründer und Präsident von Indusface, gab zudem sechs Tipps für kleine Unternehmen, um deren Cybersicherheit zu gewährleisten.
Wichtigste Ergebnisse:
Finnland und Belgien gelten mit einem Cybersicherheitsindex von 82,45 von 100 Punkten als die sichersten europäischen Länder für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern mobiles Arbeiten ermöglichen möchten.
Österreich belegt mit 80,59 Punkten den dritten Platz und weist unter den zehn europäischen Ländern die wenigsten Malware-Hosting- und Phishing-Websites auf.
Bulgarien ist mit einem Indexwert von 51,92 von 100 Punkten das Land mit der geringsten Cybersicherheit.
Venky Sundar, Gründer und Präsident von Indusface, gibt sechs Tipps für mehr Cybersicherheit im Homeoffice.
Indusface zufolge teilen sich Finnland und Belgien den Titel der sichersten europäischen Länder für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern das Arbeiten aus der Ferne ermöglichen wollen; beide Länder weisen eine Cybersicherheitsbewertung von 82,45 von 100 Punkten auf.
Finnland verzeichnete zwischen 2015 und 2021 die zweitniedrigste Anzahl an DDoS-Angriffen (79), nur 29 mehr als Frankreich, das unter den zehn am stärksten betroffenen europäischen Ländern die niedrigste Anzahl aufwies. Dies ist ein wichtiger Faktor für Unternehmen, da erfolgreiche DDoS-Angriffe ihre Websites blockieren und alle Server und Verbindungen lahmlegen können, auf die sie angewiesen sind.
Die Tatsache, dass Belgien die geringste Anzahl infizierter Computer pro 100.000 Internetnutzer (11) aufweist, trägt zu seinem ersten Platz bei. Computer, die vom Gamarue-Botnetz infiziert sind, öffnen Hackern Tür und Tor und erleichtern ihnen die Kontrolle über die Daten und Geräte Ihres Unternehmens. Belgien belegt zudem den zweiten Platz unter den zehn europäischen Ländern mit den wenigsten Malware-Hosting-Websites mit durchschnittlich 390 Websites pro 100.000 URLs.
Österreich ist das drittsicherste europäische Land mit einem Cybersicherheitsindex von 80,59 von 100 Punkten. Mit der geringsten Anzahl an Malware-Hosting-Websites (34) und Phishing-Websites (260) pro 100.000 URLs gibt es in Österreich weniger Websites, die täuschen oder Malware enthalten könnten. Dadurch müssen sich Unternehmen weniger Sorgen um den Diebstahl vertraulicher Informationen machen.
Die Schweiz belegt mit einem Cybersicherheitsindex von 78,09/100 den vierten Platz. Schweden und Griechenland teilen sich mit 76,31/100 Punkten den fünften Platz.
Die 5 unsichersten europäischen Länder zum Arbeiten
Bulgarien zählt zu den unsichersten europäischen Ländern für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen möchten. Der Cybersicherheitswert liegt bei lediglich 51,82 von 100 Punkten. Angesichts von 1.220 Phishing-Websites und 1.170 Websites mit Schadsoftware pro 100.000 URLs müssen Unternehmen in Bulgarien äußerst vorsichtig sein, um die Legitimität einer Website zu überprüfen.
Serbien hat eine der höchsten Zahlen kompromittierter Computer pro 100.000 Internetnutzer (1.467), was zu einem niedrigen Cybersicherheitswert von 53,83 führt und es zum zweitunsichersten europäischen Land macht.
Hier finden Sie vollständige Daten für alle Länder.
Venky Sundar, Gründer und Präsident von Indusface, kommentiert die Fernarbeit weltweit:
Die Gewinnung von Top-Talenten durch Remote-Arbeit kann Ihr Unternehmen revolutionieren. Gleichzeitig birgt sie jedoch auch Risiken: Ihre Daten und sensiblen Informationen sind dann Hackern ausgesetzt. Daher ist es wichtig, sich auf die Sicherheitsrisiken der Remote-Arbeit vorzubereiten. Bei der globalen Rekrutierung von Talenten sollten Sie folgende Punkte beachten:
„Zunächst könnten Sie überlegen, welche Länder weniger häufig Ziel von Hackerangriffen sind und somit ein geringeres Risiko für Ihre Cybersicherheit darstellen.“.
„Zweitens sollten Sie sich die Vorschriften zur Datensicherheit ansehen. Die DSGVO ist beispielsweise wohl der Goldstandard, wenn es um Datensicherheit geht.“.
„Drittens, untersuchen Sie die Strafverfolgungsbehörden. Dies gibt Aufschluss darüber, wie schnell Personen, die Cyberkriminalität begehen, bestraft werden.“.
„Viertens, achten Sie auf staatliche Fördermittel. Cybersicherheitszuschüsse werden an KMU vergeben, die oft anfälliger für Angriffe sind.“.
„Fünftens beeinflusst auch das Bewusstsein der Generation für Cybersicherheit die Wahrscheinlichkeit, dass Hacker Cyberkriminalität begehen.“.
Venky Sundar, Gründer und Präsident von Indusface, gibt sechs wichtige Tipps für Unternehmen, die Remote- oder Hybridarbeit einführen:
„Es gibt keine Patentlösung für sicheres Remote-Arbeiten; vielmehr sollte ein sicherer Zugriff auf Remote-Arbeitsplätze fester Bestandteil der kontinuierlichen Mitarbeiterschulung und der Unternehmenskultur sein. Hier sind acht Best Practices für sicheres Remote-Arbeiten in Ihrem Unternehmen:
1. Starke Authentifizierung einrichten.
Beginnen Sie damit, den Remote-Mitarbeiter zu identifizieren, bevor er auf Unternehmensdaten und -ressourcen zugreifen kann. So können Sie Protokolle der Aktionen erstellen, die seiner Identität zugeordnet sind.
2. Aktualisieren Sie Ihre Systeme und verschlüsseln Sie Ihre Geräte.
Veraltete Technologie kann Hackern Tür und Tor öffnen, um Informationen wie Kreditkartendaten zu stehlen. Solche Vorfälle können verheerende Auswirkungen auf den Ruf und die Cybersicherheit Ihres Unternehmens haben. Es wird dringend empfohlen, alle Ihre Geräte zu aktualisieren und mit SSL-Zertifikaten zu verschlüsseln.
3. Interne Sicherheitsrisiken minimieren.
Unangemessene Arbeitsgewohnheiten können zu Malware- oder Ransomware-Angriffen führen, die Ihr Unternehmen und Ihre Kunden gefährden. Wir empfehlen Ihnen dringend, umfassende und praxisnahe Cybersicherheitsschulungen für Ihre Mitarbeiter anzubieten. Binden Sie Ihr Team aktiv in die Schulung ein, indem Sie beispielsweise Phishing-E-Mail-Simulatoren erstellen, um die potenziellen Gefahren in der Praxis zu erleben.
4. Vermeiden Sie schwache oder doppelte Passwörter.
Viele Unternehmen verwenden identische Passwörter für mehrere Konten. Studien zeigen, dass Hacker schwache Passwörter nutzen, um Kassensysteme zu kompromittieren. Verwenden Sie einen automatischen Passwortgenerator, um unternehmensweit sichere Passwörter zu erstellen.
5. Laden Sie Dateien nur auf sichere Systeme hoch.
Hacker könnten eigene Dateien mit Schadcode hochladen, der direkt auf Ihrem Server ausgeführt werden kann. Vermeiden Sie daher unbedingt, Daten auf unverschlüsselten Speichermedien zu speichern, Daten auf ungeschützten Geräten zu belassen und sensible Informationen direkt an E-Mails anzuhängen.
6. Sicherheit von Webanwendungen:
Die Kombination von Open-Source-CMS und Cloud-basierten Anwendungen erhöht die Risiken der Remote-Arbeit. Die Genehmigung von Webanwendungskäufen und kostenlosen Downloads sollte Teil Ihrer Sicherheitsrichtlinie sein.
Wenn Sie diese Daten verwenden, fügen Sie bitte einen Link zu https://www.indusface.com/. Durch die Verlinkung können wir Ihnen auch zukünftig nützliche Inhalte bereitstellen.
Methodik
1. Indusface führte die folgende Studie durch und analysierte historische Daten zu Cyberangriffen nach Ländern, um die sichersten Länder für die Geschäftstätigkeit zu ermitteln.
2. Zunächst wurden die zwischen 2015 und 2021 erfassten Cyberangriffe von der Digital Attack Map bezogen. Dieser Datensatz wurde anschließend bereinigt und nach Ländern aggregiert, um die Gesamtzahl der Angriffe und deren Verteilung nach Angriffstyp zu bestimmen.
3. Im nächsten Schritt wurden mithilfe von Python-Data-Mining-Tools Cybersicherheitsstatistiken aus über 90 Microsoft Security Intelligence-Berichten (2017) extrahiert. Dies führte zu einem umfassenden Datensatz mit der Anzahl von Phishing-Websites, Malware-Hosting-Websites und kompromittierten Computern (Teil des Gamarue-Botnetzes).
4. Die zuvor erhobenen Daten zu Phishing-Websites und Malware-Hosting-Websites wurden pro 100.000 URLs dargestellt, während kompromittierte Computer und DDoS-Angriffe pro 100.000 Internetnutzer dargestellt wurden.
5. Abschließend wurde ein Cybersicherheits-Score-Index unter Berücksichtigung der vier oben genannten Faktoren berechnet, um die Eignung jedes Landes als Arbeitsstandort zu bewerten.
6. Die Daten wurden im Juni 2023 erhoben und sind zum Zeitpunkt der Erhebung korrekt.
