Sandeep Kolakotla, Technologieanalyst bei GlobalData, erklärt: „Trotz Verzögerungen bei den Smart-City-Projekten des Landes aufgrund von Finanzierungsengpässen konnten Smart Cities wie Agra, Chandigarh, Vadodara, Bengaluru und Kakinada Technologien wie IoT/Sensoren, Teleassistenz, Daten und Analysen nutzen und leisten einen bedeutenden Beitrag zum Kampf Indiens gegen COVID-19.“.
Die Smart City Agra hat beispielsweise einen Videosprechstunden-Service eingeführt, über den Bürger Termine mit medizinischem Fachpersonal vereinbaren und sogar Rezepte online über eine spezielle Website/App herunterladen können. Agra Smart City hat außerdem in Zusammenarbeit mit dem Stadtrat und der Polizei von Agra eine Leitstelle eingerichtet, um die Einhaltung der Abstandsregeln an verschiedenen Orten per Videoüberwachung zu kontrollieren. Zudem werden KI-basierte Analysen der Überwachungsdaten eingesetzt, um Warnmeldungen zu generieren, die über eine App auf den Mobiltelefonen der Außendienstmitarbeiter konfiguriert werden können.
Agra arbeitet außerdem mit dem IoT-Startup Gaia Smart Cities zusammen, um dessen Technologieplattform zu nutzen. Diese umfasst eine auf Microsoft Azure basierende COVID-19-Selbstbewertungs-App zur Erfassung von COVID-19-Fällen. Die Plattform ermöglicht es Bürgern, ihr Gesundheitsrisiko selbst einzuschätzen und unterstützt die Stadtverwaltung bei der Nachverfolgung von PIN-Code-Anfragen und der Ergreifung präventiver Maßnahmen. Die gesammelten Daten liefern zudem Echtzeitberichte, die den Behörden helfen, Trends in der Stadt zu beobachten.
Die Smart Cities Bengaluru und Kakinada haben hingegen Daten-Dashboards eingeführt, die als zentrale Anlaufstelle für alle pandemiebezogenen Maßnahmen und die Datenerfassung dienen. Mithilfe des Dashboards kann die Regierung Quarantänefälle und deren Kontakte überwachen. Darüber hinaus unterstützt die Plattform die Behörden bei der Erfassung von Einsatzkräften, beispielsweise medizinischem Personal im Außendienst oder in Krankenhäusern, und speichert diese Informationen in einer Stadt- und Bezirksdatenbank.
Eine weitere Smart City, Varanasi, hat im Rahmen der Smart Cities Mission (SCM) Drohnen eingesetzt, um Desinfektionsmittel in COVID-19-gefährdeten Gebieten zu versprühen. Die Stadt nutzt außerdem Videoüberwachung und GIS-Technologie über ein eigens im Rahmen der SCM eingerichtetes Kommando- und Kontrollzentrum, um die Bewegungen der Menschenmengen während des Lockdowns genau zu überwachen.
Kolakotla kommt zu dem Schluss: „Auch wenn es noch zu früh ist, den Erfolg der indischen Smart Cities bei der Bewältigung der aktuellen COVID-19-Krise zu messen, steht außer Frage, dass sie durch den innovativen Einsatz von Technologien eine Vorreiterrolle im Kampf des Landes eingenommen und anderen Städten die Möglichkeit gegeben haben, ihrem Beispiel zu folgen und ebenfalls intelligenter zu werden.“.
