Die von der US-Regierung auf chinesische Waren, darunter optische Transceiver, erhobenen Zölle zwangen viele chinesische Zulieferer, Produktionsstätten in Thailand, Vietnam oder anderen ostasiatischen Ländern zu errichten. Dies erforderte zwar zusätzliche Investitionen, wird sich aber in den kommenden Jahren auszahlen. Niedrigere Lohnkosten in Ostasien sind ein weiterer Vorteil, der in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen könnte. Viele junge Chinesen sind nicht mehr bereit, Fabrikjobs anzunehmen – jene Jobs, die einst ihren Eltern den Ausweg aus der Armut ermöglichten.
Kontinuierliche Investitionen in die optische Netzwerkinfrastruktur in China haben einen Binnenmarkt von 2–3 Milliarden US-Dollar für chinesische Anbieter optischer Transceiver geschaffen (siehe Abbildung). Laut dem jüngsten Bericht von Lightcounting werden die Installationen optischer Transceiver in China im Zeitraum 2024–2029 voraussichtlich 20–25 % der weltweiten Installationen ausmachen, gegenüber 25–35 % im Zeitraum 2018–2023. Die ambitionierten Pläne US-amerikanischer Cloud-Unternehmen für den Ausbau von 800G-Glasfasernetzen in KI-Clustern sind der Hauptgrund für den Rückgang des chinesischen Marktanteils in den nächsten zwei bis drei Jahren. Es wird erwartet, dass chinesische Cloud-Unternehmen und Telekommunikationsdienstleister bis 2027–2029 beim Investitionsvolumen in optische Technologien zu ihren westlichen Konkurrenten aufschließen werden.
Eine weitere Priorität der chinesischen Regierung, die die Entscheidungen chinesischer Cloud-Service-Unternehmen und Telekommunikationsanbieter beeinflusst, ist das Bestreben, lokale Hersteller stärker zu fördern – nicht nur von Transceivern, sondern auch von den darin verwendeten Laserchips und Detektoren. Trotz der beachtlichen Fortschritte chinesischer Chiphersteller hinken diese bei der Entwicklung von Hochgeschwindigkeitskomponenten (100 Gbit/s pro Kanal) ihren westlichen Wettbewerbern zwei bis drei Jahre hinterher. Der Mangel an inländischen 4x100G- und 8x100G-Transceivern könnte deren Einsatz in China in den nächsten drei Jahren einschränken, doch wird mit einem flächendeckenden Einsatz dieser Produkte in China ab 2027 gerechnet.
Trotz aller Herausforderungen wird China ein wichtiger Markt für Anbieter optischer Transceiver und ein unverzichtbarer Bestandteil des Branchenökosystems bleiben.
