FTTH-Prognosen für 2021 und 2026
Die Marktprognosen umfassen 39 Länder1 und sie bieten eine individuelle Analyse von 15 Ländern an2.
Die Zahlen stimmen mit früheren Schätzungen überein und prognostizieren für 2026 rund 197 Millionen Haushalte in der EU27+UK mit FTTH/B-Anschluss, verglichen mit 118 Millionen in diesem Jahr. Das bemerkenswerteste Wachstum verzeichnen Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Italien.

Prognosen zufolge wird die Zahl der Abonnenten in der EU27+UK im Jahr 2026 135 Millionen und in der EU39 197 Millionen erreichen. Unsere Schätzungen zeigen außerdem, dass die FTTH/B3-Nutzungsrate in der EU27+UK im Jahr 2026 mit 68,7 % etwas höher liegen wird als in der EU39 mit 65,3 %. Beide Regionen verzeichnen über die Jahre ein stetiges Wachstum.

Mehrere Faktoren haben zum rasanten Netzausbau beigetragen. Die Covid-Krise führte zu einem sprunghaften Anstieg des Datenverkehrs und der Nachfrage, was private Investoren veranlasste, ihre FTTH/B-Ausbauprojekte deutlich zu beschleunigen, um dem anhaltenden Datenverkehrsanstieg gerecht zu werden. Darüber hinaus werden die Umsetzung nationaler Programme (Infrastruktur und Digitalisierung) sowie die neuen europäischen Digitalisierungsziele für 2025 und 2030 den Ausbau von Glasfaseranschlüssen in allen europäischen Ländern weiter vorantreiben.

„Dieser Trend wird durch neue Nutzungsmuster verstärkt, die die Betreiber dazu anregen, auf FTTH-Lösungen umzusteigen, die in der Lage sind, neue Dienste anzubieten und gleichzeitig einen Beitrag zur Nachhaltigkeitsherausforderung zu leisten“, sagte Vincent Garnier, Generaldirektor des FTTH Council Europe.

Der Bericht zeigt, dass in vielen EU-Ländern noch enormes Wachstumspotenzial im Bereich der Konnektivität besteht, der Ausbau aber insgesamt rasant voranschreitet. Trotz der vorhandenen Infrastruktur ist der FTTH Council Europe jedoch der Ansicht, dass der Weg zu einer vollständig digitalen Gesellschaft noch weit ist. Wir sind fest davon überzeugt, dass die Einführung von Glasfaser die nächste Herausforderung darstellt, um das nächste digitale Jahrzehnt erfolgreich zu gestalten und Europas digitale Transformation bis 2030 voranzutreiben. Daher appellieren wir an die politischen Entscheidungsträger, die notwendigen Schritte einzuleiten, damit Endnutzer von den vielfältigen Möglichkeiten der Glasfaseranbindung profitieren können.Glasfaserausbau

in ländlichen Gebieten:
Der FTTH Council Europe hat in diesem Jahr erstmals einen offiziellen Bericht zum Glasfaserausbau im ländlichen Europa veröffentlicht. Dieser bietet einen Überblick über Ziele, Maßnahmen und Ergebnisse des FTTH-Ausbaus in ländlichen Gebieten in zehn ausgewählten EU4-Ländern. Während mehr als zwei Drittel der ländlichen Haushalte derzeit über einen NGA5-Anschluss verfügen, hinkt die FTTH/B-Abdeckung in dünn besiedelten Gebieten weiterhin hinterher: Nur 22 % der Haushalte sind angeschlossen, verglichen mit 45 % in der EU-27 und im Vereinigten Königreich.

Der FTTH/B-Ausbau erfolgt zwar schrittweise, jedoch in den untersuchten Ländern mit sehr unterschiedlichem Tempo. Spanien führt die Rangliste mit einer FTTH/B-Abdeckung von 60,5 % im ländlichen Raum im Jahr 2020 an, während Deutschland mit nur 9,8 % noch einen langen Weg vor sich hat. Es ist jedoch anzumerken, dass dies einen höheren Anteil ländlicher Haushalte als den EU-Durchschnitt darstellt und auf einen ausgewogeneren Ausbau zwischen ländlichen und städtischen Gebieten in Deutschland hindeutet.

„Der FTTH Council Europe ist der Ansicht, dass ländliche Gebiete von denselben Dienstleistungen profitieren sollten wie städtische Gebiete. Daher sollten öffentliche Mittel dazu beitragen, diese digitale Kluft zu verringern, wo private Finanzierung aufgrund fehlender wirtschaftlicher Anreize nicht möglich ist. Um öffentliche Gelder optimal zu nutzen, sollten jedoch nur Glasfaserprojekte förderfähig sein, da dies die zukunftssicherste und umweltfreundlichste Infrastruktur darstellt“, sagte Eric Festraets, Präsident des FTTH Council Europe.