Die erstmalige Anwendung dieses Standards stellt einen Paradigmenwechsel dar, einen technischen Meilenstein, der Spanien ins internationale Rampenlicht rücken wird und die Konsolidierung eines nationalen Projekts darstellt, an dem so bedeutende Unternehmen wie Indra, Cellnex und Sepides als Anteilseigner beteiligt sind.
Bislang wies die Satellitentechnologie zwei Hauptmerkmale auf: Sie war proprietär, d. h. sie verband nur IoT-Geräte desselben Herstellers, und sie war teuer. Die Technologie von Sateliot hingegen ermöglicht es allen Mobilfunkbetreibern, sich bei Empfangsausfall intelligent und kostengünstig mit dem Satellitennetz zu verbinden.
Dies bedeutet, dass jedes 5G-IoT-Gerät (Internet der Dinge) wahlweise über Satellit oder Mobilfunk eine Verbindung herstellen kann und somit den Weg für die breite Nutzung des Internets der Dinge ebnet, selbst in den entlegensten Gebieten.
Sateliot zählt neben anderen Unternehmen wie Qualcomm, Apple, Sony und Samsung zu den führenden Köpfen hinter dem Technologiestandard 3GPP 5G NB-IoT NTN Release 17 und verfolgt dabei das Ziel, Satellitenverbindungen für alle zugänglich zu machen. So wird „alles, überall“ möglich – und das schon ab 1 € pro Gerät.
Die Partner: SpaceX, Endurosat, Alén Space und GateHouse.
Für diese Mission wurde Sateliot von vier Partnern aus der Raumfahrtbranche unterstützt. Endurosat, das europäische Unternehmen, das seit 2015 Nanosatelliten für kommerzielle und wissenschaftliche Erkundungsmissionen entwickelt und betreibt, hat in Zusammenarbeit mit Sateliot die Konstruktion, Entwicklung und den Betrieb dieses Nanosatelliten übernommen.
Das spanische Unternehmen Alén Space fertigte die Nutzlast, die Kernkomponente des Satelliten, während das dänische Unternehmen GateHouse die Software entwickelte. SpaceX wird den Satelliten von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien, USA, aus starten.
Dies ist der erste von fünf Satelliten, die das Unternehmen in diesem Jahr starten will und die den Beginn der kommerziellen Phase seiner Konstellation markieren, die eine globale 5G-Abdeckung für NB-IoT NTN ermöglichen soll. Geplant ist, bis 2024 64 und bis 2025 250 Nanosatelliten im Orbit zu haben.
Das Unternehmen hat die letzten Wochen mit der Integration der Nutzlast, der Logistikphase und umfangreichen Tests vor dem Start verbracht. Anschließend, nach strengen Exportkontrollen und Überprüfungen in kontrollierten Umgebungen, um die Machbarkeit sicherzustellen, erreichte die Nutzlast die Startrampe von SpaceX im Orbit.
Der Satellit ist bereits in die Aussetzvorrichtung integriert, jene Box im Inneren der Falcon-9-Rakete, die ihn nach Erreichen seiner Betriebsumlaufbahn in etwa 500 km Höhe über der Erde ins All befördern wird. Diese Aussetzvorrichtung ist wiederum mit einem Sequenzer verbunden, der das Öffnen des Aussetzsystems auslöst.
Kommerzielle Phase:
Mit dem Start dieses zweiten Nanosatelliten tritt Sateliot vollständig in die kommerzielle Phase ein und kann Mobilfunkkunden auch bei Empfangsproblemen unterstützen. Ziel ist es, bis 2026 einen Umsatz von 1 Milliarde Euro und ein EBITDA von 370 Millionen Euro zu erzielen.
Das Unternehmen hat mit globalen Telekommunikationsbetreibern wie Telefónica, Lindsay, Anytrek, EMnify, Teltonika und anderen, die über ein Portfolio von mehr als 1,2 Milliarden Kunden verfügen, kommerzielle Vereinbarungen im Wert von 1 Milliarde Euro abgeschlossen.
Laut Jaume Sanpera, Gründer und CEO von Sateliot, „machen wir mit dem Start dieses zweiten Nanosatelliten einen entscheidenden Sprung, der dem Unternehmen sowohl technologisch als auch kommerziell eine neue Dimension eröffnet. Wir können ohne Zweifel sagen, dass wir der Gründung einer der drei IoT-Konstellationen, die weltweit nach dem 5G-Standard betrieben werden, einen Schritt näher gekommen sind.“
Sateliot wird im April den ersten 5G-Satelliten der Geschichte ins All schicken, um den Zugang zum Internet der Dinge zu demokratisieren. Der Satellit trägt den Namen „GroundBreaker“ und unterstreicht damit seinen bahnbrechenden Charakter: Er markiert einen Wendepunkt in der Satellitenkommunikation. Denn es gibt derzeit keinen anderen Satelliten im Orbit, der mit Standard-5G-Technologie arbeitet.
