Die Europäische Kommission hat dem Projekt Hexa-X im Rahmen des EU-Forschungs- und Innovationsprogramms Horizont 2020 Fördermittel bewilligt: ​​ein wichtiger Schritt, um alle relevanten Akteure der Branche in ganz Europa zusammenzubringen und die Entwicklung von 6G voranzutreiben. Diese Akteure repräsentieren die gesamte Wertschöpfungskette zukünftiger Konnektivitätslösungen – von Netzbetreibern, Kommunikationsdienstleistern und Technologieanbietern über vertikale Märkte bis hin zu führenden europäischen Instituten im Bereich der Kommunikationsforschung.
 
Das Hexa-X-Projekt zielt darauf ab, die physische, die menschliche und die digitale Welt zu verbinden und stützt sich dabei auf zukünftige Forschung in den Bereichen Architektur und drahtlose Technologie. Drahtlose Technologien sind heute von grundlegender Bedeutung für Gesellschaft und Wirtschaft, und ihre Bedeutung wird mit 5G und dessen Weiterentwicklung weiter zunehmen und neue Ökosysteme und Dienste hervorbringen.

Nokia war von Beginn an führend in der Kommerzialisierung jeder Generation drahtloser Technologien – vom ersten GSM-Anruf über die leistungsstärksten 4G-Netze bis hin zu den weltweit schnellsten 5G-Geschwindigkeiten. Die Nokia Bell Labs, Nokias weltweit anerkanntes industrielles Forschungszentrum, haben viele der grundlegenden technologischen Innovationen entwickelt, die heute in der Entwicklung von 5G-Standards Anwendung finden. Dazu gehören die Massive-MIMO-Technologie, der Zugang zu Millimeterwellen-Frequenzbändern (mmWave), die 5G-Funkstack-Codierung und das Design, die die erste Implementierung von 3GPP Release 15 ermöglichten. Die Nokia Bell Labs entwickeln außerdem Technologien für die kommenden 3GPP Releases 16 und 17, die für die digitale Transformation vertikaler Märkte entscheidend sein werden, wie beispielsweise 5G New Radio (NR) in unlizenzierten Frequenzbändern und NR-Light für die umfassende Unterstützung des Internets der Dinge (IoT) mit Sensoren und Ortungsgeräten mittlerer Geschwindigkeit.
 
Aufbauend auf dieser starken Tradition leitet Nokia den gemeinsamen Forschungs- und Vorstandardisierungsprozess für 6G, während die Nokia Bell Labs bereits die wesentlichen Technologien erforschen, die 6G ausmachen werden. Nokia geht davon aus, dass 6G-Systeme bis 2030 auf den Markt kommen werden, entsprechend dem üblichen 10-Jahres-Zyklus zwischen den einzelnen Generationen.

Peter Vetter, Leiter der Abteilung für Zugangs- und Geräteforschung bei Nokia Bell Labs, erklärte: „Obwohl es mit der Veröffentlichung neuer Standards im 5G-Bereich noch viele Innovationen gibt, erforschen wir in unserem Forschungslabor bereits 6G. Im 6G-Zeitalter werden wir Anwendungen sehen, die nicht nur Menschen mit Maschinen verbinden, sondern sie auch mit der digitalen Welt. 6G-Netze werden über einen sechsten Sinn verfügen, der unsere Absichten intuitiv versteht, unsere Interaktionen mit der physischen Welt effizienter gestaltet und unsere Bedürfnisse antizipiert, wodurch unsere Produktivität deutlich gesteigert wird.“
 
Nokia Bell Labs hat gemeinsam mit dem Hexa-X-Konsortium sechs Forschungsherausforderungen identifiziert, die für die technologische Grundlage von 6G-Mobilfunksystemen bewältigt werden müssen:
 
• Vernetzte Intelligenz: Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) müssen ein unverzichtbares und zuverlässiges Werkzeug sein, das höhere Effizienz und ein besseres Nutzererlebnis ermöglicht.
• Netzwerk der Netzwerke: Verschiedene Ressourcen müssen zusammengeführt werden, um ein leistungsfähigeres, intelligenteres und heterogeneres digitales Ökosystem zu schaffen, das letztendlich ein einzigartiges Netzwerk von Netzwerken generiert
. • Nachhaltigkeit: Eine energieoptimierte digitale Infrastruktur, die weltweit geringere Umweltauswirkungen der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) ermöglicht und die Entwicklung effektiver und nachhaltiger Digitalisierungswerkzeuge für Industrie, Gesellschaft und Politik weltweit fördert.
• Globale Serviceabdeckung: Effektive und kostengünstige Lösungen für eine globale Serviceabdeckung und die Anbindung entlegener Standorte.
• Optimale Nutzererfahrung: Maximale Bitraten, extrem niedrige (nicht wahrnehmbare) Latenzen, scheinbar unbegrenzte Kapazität und präzise Ortung und Erkennung mithilfe von Sensoren.
• Zuverlässigkeit: Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität der Kommunikation sowie des Datenschutzes. Betriebliche Ausfallsicherheit und Sicherheit.
 
Neben der Beteiligung am Hexa-X-Projekt engagiert sich Nokia aktiv in weiteren europäischen 6G-Forschungsinitiativen, wie beispielsweise 6Genesis, einem nationalen 6G-Programm der Finnischen Akademie der Wissenschaften unter der Leitung der Universität Oulu, und Horizon Europe Smart Networks and Services. Letzteres hat zum Ziel, die europäische Führungsrolle bei der Entwicklung und dem Einsatz von Netzwerktechnologien und -diensten der nächsten Generation zu sichern und gleichzeitig die Digitalisierung der europäischen Industrie zu beschleunigen.
 
Das Hexa-X-Projekt startet am 1. Januar 2021 und ist auf eine Laufzeit von 2,5 Jahren angelegt. Nokia leitet das Hexa-X-Projekt und arbeitet eng mit einem starken Konsortium europäischer Partner.