Datensouveränität: Von der Regulierung zur Macht. Der Fortschritt des Cloud Computing und die breite Anwendung künstlicher Intelligenz verändern den Wert von Daten grundlegend. Für Fried ist die Schlüsselfrage nicht mehr, wie Informationen verarbeitet werden, sondern wer den Zugriff darauf kontrolliert. „Bis 2026 wird Datensouveränität keine bloße Compliance-Anforderung mehr sein, sondern ein Machtinstrument“, so der Geschäftsführer von Object First. „Für europäische Unternehmen wird es genauso strategisch wichtig sein zu wissen, wo ihre Informationen gespeichert sind und wer darauf zugreifen kann, wie ihr geistiges Eigentum zu schützen.“ Der kürzlich in Berlin abgehaltene Digital Sovereignty Summit, der über 900 Vertreter aus Institutionen, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbrachte, bestätigte diesen Bedarf an einem resilienteren europäischen Cloud- und Datenökosystem, das weniger abhängig von außereuropäischen Anbietern ist.
Generative KI wird souverän. Nach dem anfänglichen Boom groß angelegter Modelle markiert das Jahr 2026 den Übergang zu vertrauenswürdiger generativer KI, die in lokalen Umgebungen oder zertifizierten europäischen Infrastrukturen gehostet wird. „Wir beobachten eine klare Abkehr von offenen und unkontrollierten Architekturen“, erklärt Fried. „Unternehmen wünschen sich KI-Modelle, die nachvollziehbar, ethisch und konform mit europäischen Vorschriften sind und vor allem vor Datenlecks und -manipulationen geschützt sind.“ Projekte für souveräne KI, sowohl national als auch europaweit, werden sich dank vertrauenswürdiger Cloud-Anbieter und Regulierungsbehörden vervielfachen. Europäische Vorschriften bilden das Rückgrat der digitalen Resilienz. Verordnungen wie DORA, NIS2, das Datenschutzgesetz und der Cyber Resilience Act definieren den Rahmen für die Verwaltung, den Schutz und die Prüfung von Daten in Europa. „Europa wandelt sich vom langsamen Kontinent zum Kontinent der durchdachten Sicherheit“, betont Fried. „Diese Vorschriften hemmen Innovationen nicht, sondern strukturieren und gewährleisten deren Zuverlässigkeit.“ Unternehmen werden in Datenmapping, fortschrittliche Nachverfolgbarkeit, unveränderliche Backups und transparente Workflows investieren, um die durchgängige Kontrolle nachzuweisen. Souveräne Multi-Cloud wird zum Standard. Laut Fried ist das Modell der „einheitlichen, globalen, grenzenlosen Cloud“ nicht mehr realistisch. Stattdessen wird sich 2026 die Konsolidierung von Hybrid- und Multi-Cloud-Architekturen abzeichnen, die internationale Public Clouds, europäische Anbieter und On-Premise-Rechenzentren kombinieren. Dieser Ansatz ermöglicht ein Gleichgewicht zwischen Innovation und Datensouveränität, insbesondere in Branchen wie Finanzen, Gesundheitswesen und Energieversorgung. „Die Cloud ist kein Ziel mehr, sondern ein segmentiertes und kontrolliertes Ökosystem“, betont Fried. „Unternehmen wünschen sich Flexibilität, ohne die Kontrolle über ihre kritischen Daten aufzugeben.
Schlussfolgerungen für 2026
Der Trend zur Datensouveränität ist bereits im Gange. Für Fried wird der Wettbewerbsvorteil in den kommenden Jahren von der richtigen Kombination aus Innovation und Autonomie abhängen. „In einer Welt, in der Daten alles bestimmen, ist Kontrolle unerlässlich“, so Daniel Fried. „Unternehmen, die jetzt handeln, sind für die Zukunft besser gerüstet.“
