Mit einem Budget von bis zu 200 Millionen Euro konzentriert sich dieser Fonds auf die Förderung des Ökosystems von Startups, KMUs und Spin-offs, die an bahnbrechenden Dual-Use-Lösungen arbeiten, welche für Europas technologische Souveränität von zentraler Bedeutung sind. Die von FYLA entwickelte optische Freiraumkommunikation (FSO) bietet vergleichbare Leistungsfähigkeit wie Glasfaser, jedoch ohne die Notwendigkeit einer Kabelverlegung. Informationen werden drahtlos mittels Lichtstrahlen durch die Luft übertragen, wodurch ultraschnelle, präzise und hochgerichtete Verbindungen entstehen.
FYLA hat eine Lasertechnologie entwickelt, die extrem kurze Lichtimpulse im Bereich von Pikosekunden und sogar Femtosekunden erzeugen kann – Zeiteinheiten, die einer Billionstel (0,000000000001) bzw. einer Billiardstel (0,000000000000001) Sekunde entsprechen. Diese Eigenschaft, kombiniert mit der kurzen Wellenlänge des Lichts selbst, ermöglicht den Aufbau gerichteter Datenverbindungen, die praktisch abhör- und störungsunfähig, robust, sehr weitreichend und energiearm sind – grundlegende Merkmale für anspruchsvollste Verteidigungssysteme.
Daher eignet sich der Laser von FYLA ideal für Flugzeuge, Drohnen und temporäre Verbindungen mit hohem Bandbreitenbedarf, insbesondere in Umgebungen, in denen keine physische Infrastruktur eingesetzt werden kann oder widrige Wetterbedingungen herrschen.
FYLA arbeitet bereits mit Indra an Initiativen wie dem FCAS, dem Luftkampfsystem der sechsten Generation, an dem Indra die spanische Beteiligung leitet. Diese Partnerschaft unterstreicht das Interesse an dieser technologischen Entwicklung und ihren strategischen Wert als wichtiger Anbieter fortschrittlicher photonischer Lösungen.

„FYLA ist ein Paradebeispiel für die in Spanien ausgebildeten Spitzentechnologie-Talente, die es uns ermöglichen, eine führende Rolle in der europäischen Industrie zu spielen. Die Zusammenarbeit mit einem Geschäftsökosystem, das Spitzentechnologien vorantreibt, ist für Indra unerlässlich, um weiterhin agil Innovationen voranzutreiben und eigene, souveräne Technologien zu entwickeln, die den Bedürfnissen des Verteidigungssektors gerecht werden“, erklärte Manuel Ausaverri, Generaldirektor für Strategie und M&A der Indra Group.

Pere Pérez-Millán, Gründer und CEO von FYLA, erklärte: „Die Transaktion sichert die finanzielle Basis für die Umsetzung unseres Wachstumsplans und festigt die technologische Partnerschaft von FYLA mit der Indra-Gruppe. Mit einem Industrie- und Technologiepartner wie Indra können wir Synergien zwischen unseren Entwicklungsplänen nutzen und von den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Laserkommunikation profitieren. Diese Zusammenarbeit ermöglicht uns den Einstieg in den Verteidigungssektor und treibt gleichzeitig die Weiterentwicklung der Lasertechnologie in der zivilen Kommunikation voran.“ FYLA wurde 2014 als Ausgründung der Optical Fiber Group der Universität Valencia gegründet und hat ein umfassendes Innovationsmodell entwickelt, das auf Spitzenforschung und eigener Produktion basiert. Das Unternehmen erhält seit 2018 finanzielle und strategische Unterstützung von Bullnet Capital, einem spanischen Risikokapitalfonds, der sich auf Deep-Tech und Technologietransfer spezialisiert hat.

Die Vielseitigkeit der Technologie ermöglicht Anwendungen jenseits des militärischen Bereichs. Das Unternehmen verfügt aktuell über ausgereifte und etablierte Produkte für wissenschaftliche und zivile Anwendungen. Seine Ultrakurzpulslaser werden in der modernen Mikroskopie, Spektroskopie, Biowissenschaft, Messtechnik, industriellen Inspektion und Materialbearbeitung eingesetzt. Sie finden auch Anwendung in Bereichen wie der Astrophysik, wo sie als optische Messinstrumente zur präzisen Messung und Kalibrierung von Sternspektren dienen.
Im zivilen Sektor eröffnen diese Lösungen neue Möglichkeiten in der Konnektivität und Telekommunikation. Sie ersetzen Glasfaserleitungen in komplexen Gebieten, verbinden abgelegene Regionen, stellen Kommunikationsverbindungen nach Notfällen wieder her und schaffen temporäre Hochgeschwindigkeitsverbindungen.