Insbesondere geringe Latenz, Stabilität und symmetrische Bandbreiten (gleiche Download- und Upload-Geschwindigkeiten) gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Künstliche Intelligenz verändert die Bewertungskriterien für Breitbandnetze

Lange Zeit wurde die Qualität von Breitbandverbindungen primär anhand der maximalen Downloadgeschwindigkeit beurteilt. Für die typische Internetnutzung war dieses Kriterium ausreichend. KI-basierte Anwendungen verändern diese Sichtweise jedoch grundlegend. Viele Systeme arbeiten interaktiv, verteilen Rechenprozesse zwischen Endgerät und Cloud und erzeugen so einen kontinuierlichen Datenfluss in beide Richtungen.

Dies erhöht die Abhängigkeit von Netzwerkparametern, die bisher wenig Beachtung fanden. Während asynchrone Anwendungen kurzfristige Leistungsschwankungen tolerieren können, reagieren KI-basierte Systeme empfindlich auf Verzögerungen, Paketverluste oder instabile Verbindungen. Die Netzwerkinfrastruktur wird daher zunehmend zu einem limitierenden Faktor für Funktionalität und Benutzererfahrung.

Latenz, Symmetrie und Stabilität stehen im Mittelpunkt

Interaktive KI-Anwendungen erfordern geringe Latenzzeiten für Echtzeitinteraktionen, hohe Verfügbarkeit für stabile Dienste und symmetrische Datenraten für Anwendungen mit hohem Datenaufkommen, Kollaboration und Cloud-Verarbeitung. Gleichzeitig müssen Netzwerke skalierbar sein, um das steigende Datenvolumen und die wachsende Anzahl vernetzter Geräte zuverlässig zu bewältigen.

Neben hohen Bandbreitenanforderungen in Spitzenzeiten ist eine konstante Leistungsfähigkeit unter Last von entscheidender Bedeutung. Diese Anforderungen betreffen nicht nur Rechenzentren und große Unternehmen. Auch in Privathaushalten wächst der Bedarf an stabilen, bidirektionalen Verbindungen, beispielsweise durch KI-basierte Lernplattformen, kollaborative Anwendungen und Cloud-Medienverarbeitung. In Unternehmen stellen vernetzte Entwicklungsumgebungen, simulationsbasierte Planung, automatisierte Arbeitsabläufe und verteilte Arbeitsmodelle zunehmende Anforderungen an die Netzwerkinfrastruktur.

Glasfasertechnik als skalierbare Infrastruktur für KI-Anwendungen

Glasfasernetze eignen sich besonders gut, um diese Anforderungen zu erfüllen. Sie bieten hohe Übertragungskapazität, geringe Dämpfung, reduzierte Latenz und langfristige Skalierbarkeit. Darüber hinaus konzentrieren sich Netzwerkausrüster wie Nokia zunehmend auf die Bedürfnisse interaktiver und KI-basierter Anwendungen. So schaffen Glasfaserinfrastrukturen die notwendigen Voraussetzungen für datenintensive Anwendungen über mehrere Technologielebenszyklen hinweg.

Im Gegensatz zu kupferbasierten Zugangsnetzen lässt sich die Kapazität von Glasfasernetzen relativ einfach erweitern, ohne die physische Infrastruktur wesentlich zu verändern. Dies ermöglicht in der Praxis stabilere KI-gestützte Video- und Kollaborationsdienste, die zuverlässige Nutzung rechenintensiver Cloud-Anwendungen und den parallelen Betrieb zahlreicher Endgeräte in Privathaushalten und Büros.

Netzwerkqualität als Faktor für Inklusion und Wettbewerbsfähigkeit

Studien zeigen zudem, dass Nutzer mit Glasfaseranschlüssen KI-Anwendungen häufiger und für komplexere Aufgaben nutzen als Nutzer anderer Zugangstechnologien. Mit der wachsenden Bedeutung von KI verändert sich daher auch das Konzept der digitalen Teilhabe. Ein reiner Internetzugang reicht nicht mehr aus. Entscheidend ist, ob die bestehende Netzwerkinfrastruktur anspruchsvolle Anwendungen zuverlässig unterstützt. Unterschiede in der Netzwerkqualität wirken sich unmittelbar auf Bildungsangebote, Arbeitsmodelle, das Gesundheitswesen, Wirtschaftstätigkeiten und die regionale Wettbewerbsfähigkeit aus.

In diesem Kontext ist der Ausbau von Hochleistungsnetzen nicht nur eine technologische Frage. In den letzten Jahren wurden erhebliche öffentliche und private Mittel bereitgestellt, um die Breitbandverfügbarkeit, insbesondere in ländlichen Gebieten, zu verbessern. Die nächste Phase konzentriert sich auf die zukünftige Leistungsfähigkeit dieser Netze. Sie müssen nicht nur die aktuellen Anforderungen erfüllen, sondern auch speziell für datengetriebene und KI-basierte Anwendungen ausgelegt sein.

Dies erfordert eine engere Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern, Geräteherstellern, Industrie, Kommunen und politischen Entscheidungsträgern, um den Ausbau leistungsstarker Infrastruktur zu beschleunigen, die Netzstabilität zu erhöhen und die langfristige Rentabilität der Investitionen zu sichern. Künstliche Intelligenz wird industrielle Prozesse, Arbeitsmethoden und den Alltag weiterhin grundlegend verändern. Für ihre breite und effiziente Nutzung sind Netze mit geringer Latenz, hoher Stabilität und bidirektionalem Datenfluss unerlässlich. Glasfasertechnik bildet hierfür die Basis. Im Zeitalter der KI profitieren alle, die ihre Infrastruktur vorausschauend an zukünftige Anforderungen anpassen.

Artikel bereitgestellt von Nokia