Die Nachfrage nach höherer Bandbreite ist einer der zentralen Markttreiber. Laut einer aktuellen Studie des branchenübergreifenden Verbandes VATM und des Marktforschungsunternehmens Dialog Consult steigt das durch den Ausbau von Breitbandanschlüssen generierte Datenvolumen jährlich um rund 20 Prozent und hat sich in den letzten fünf Jahren verdreifacht. Videodaten machen etwa 40 Prozent des gesamten Internetverkehrs aus, und dieser Anteil soll bis 2014 um 90 Prozent steigen. Privathaushalte und Unternehmen nutzen Bandbreite, wo immer sie verfügbar ist. Basierend auf einer Marktstudie von KEYMILE, einem führenden Anbieter modernster Kommunikationstechnologie für Zugangs- und Übertragungssysteme, wird sich die Nachfrage nach einem „optimalen“ Breitbandanschluss von 2011 bis 2016 nahezu versechsfachen – von 25–30 Mbit/s auf 150–200 Mbit/s. Haupttreiber ist die steigende Nachfrage nach IPTV-Diensten.
Netzbetreiber in ganz Deutschland und regionale Telekommunikationsunternehmen müssen neben der stetig wachsenden Nachfrage nach Breitbandinternet auch ISDN-Infrastrukturen berücksichtigen. Multiservice-Zugangsplattformen eignen sich beispielsweise besonders für Gebiete mit Breitbandausbau. Sie ermöglichen es Netzbetreibern, gleichzeitig Breitbandinternet und herkömmliche Festnetztelefonie anzubieten. So können Haushalte und Unternehmen ihre älteren Geräte weiterhin nutzen und gleichzeitig von neuen Diensten profitieren. KEYMILE hat folgende Trends identifiziert, die die Entwicklung des Telekommunikationsmarktes in Deutschland maßgeblich prägen werden:
1. Der Ausbau von VDSL2 ist ein wichtiger Schritt hin zu FTTH-Netzen.
VDSL2 ist seit Anfang des Jahres in den meisten Städten und zunehmend auch in ländlichen Gebieten verfügbar. Dadurch hat rund ein Drittel der Haushalte Zugang zu schnellem Internet. Dieser Ausbau wird fortgesetzt, um Funklöcher (Gebiete mit unzureichender Breitbandversorgung) zu beseitigen. Für VDSL2-Breitbandanschlüsse wurden Glasfaserkabel bis zum Verteilerkasten (FTTC) verlegt. Dies ist eine gute Ausgangsbasis für den zukünftigen Ausbau von Glasfaser bis ins Gebäude (FTTB) und bis ins Haus (FTTH). Netzbetreiber können dank moderner VDSL2-Karten ADSL- und VDSL2-Dienste mit nur einer Karte anbieten. Sie können Privatkunden über DSL auch Triple-Play-Dienste wie Breitbandinternet, VoIP, Video-on-Demand und IPTV bereitstellen. Die neueste Vectoring-Technologie reduziert zudem Leistungseinbrüche bei großflächigen Netzausbauten und ermöglicht Datenraten von über 50 Mbit/s für mehrere gleichzeitige VDSL-Signalübertragungen.
2. Der Ausbau des Glasfasernetzes gewinnt zunehmend an Dynamik.
VDSL2-Vectoring ist eine ideale Übergangslösung, um hohe Bandbreiten in FTTH-Netzen bereitzustellen. Deutschland hinkt anderen europäischen Ländern beim Glasfaserausbau hinterher. Beispielsweise sind in Litauen, Norwegen und Schweden 10 Prozent aller Anschlüsse Glasfaseranschlüsse, in Deutschland hingegen weniger als 1 Prozent. Der Ausbau gewinnt jedoch an Dynamik, vor allem getrieben von lokalen und regionalen Energieversorgern und Telekommunikationsunternehmen. Diese haben beispielsweise in München, Oldenburg und Schwerte neue Glasfasernetze errichtet oder bestehende erweitert.
3. Bessere Kostenverteilung durch offene Zugangsnetze:
Der Ausbau des Glasfasernetzes bis in jeden Haushalt erfordert massive Infrastrukturinvestitionen mit langfristiger Amortisation – ein ungewöhnliches Unterfangen für Netzbetreiber. Die Kostenverteilung wird durch neue Regelungen zum Ausbau offener Zugangsnetze, die kürzlich vom Next Generation Access (NGA) Forum verabschiedet wurden, erleichtert. Diese offenen Zugangsnetze ermöglichen es Betreibern mehrerer Netze, problemlos auf die Teilnehmeranschlussleitungen zuzugreifen. Das Potenzial für eine Kostenteilung in offenen Zugangsnetzen dürfte weitere Investitionen in Glasfasernetze fördern. Der Deutsche Breitband-Kommunikations-Bundesverband schätzt, dass zusätzliche Investitionen die Anzahl der Haushalte mit Glasfaseranschluss bis 2015 verdreifachen werden.
„Branchenexperten gehen davon aus, dass sich die Nachfrage nach Hochgeschwindigkeits-Breitbandanschlüssen zwischen 2011 und 2016 versechsfachen wird. Daher ist die Weiterentwicklung von VDSL2-Anschlusspunkten ein wichtiger Schritt“, so Klaus Pollak, Leiter Consulting und Projekte bei KEYMILE. „Langfristig sind Glasfasernetze die einzige Möglichkeit, die steigende Nachfrage nach Breitbanddiensten zu decken. Dies erfordert erhebliche Investitionen. Vor allem lokale Projekte, beispielsweise Vereinbarungen zwischen Städten und regionalen Energieversorgern, können die für den Ausbau des Glasfasernetzes benötigten finanziellen Mittel erhöhen. In der Zwischenzeit stellt VDSL2 eine Übergangstechnologie dar, die die notwendige Infrastruktur für vollständige und unterbrechungsfreie Glasfaserverbindungen von FTTC zu FTTB/FTTH schafft.“
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