Die Zuschauer möchten ihre Lieblingssendungen jederzeit und in bestmöglicher Qualität sehen können. Sie erwarten außerdem eine größere Vielfalt an Inhalten sowie zusätzliche Services und personalisierte Informationen.
Dank Fortschritten im Cloud-Computing, bei Zahlungstechnologien und Lizenzgesetzen ist der Kauf, die Speicherung und die Wiedergabe von Multimedia-Inhalten heute unkompliziert. Die USA geben einen guten Anhaltspunkt dafür, was in Europa zu erwarten ist.
Verizons FiOS-Glasfaserpaket bietet derzeit das schnellste digitale Fernsehen in den USA. Tatsächlich könnte Glasfaser sogar die traditionellen Fernsehkanäle überholen.So wie ein 4K-Film gar nicht auf eine Blu-ray-Disc passt, ist der Online-Vertrieb eindeutig die Zukunft. Das Branchenkonsortium UltraViolet beispielsweise ermöglicht es Nutzern, Inhalte überall zu kaufen und anzusehen.
Netflix, der weltweit führende Anbieter von Internetfernsehen und Videostreaming, plant Gerüchten zufolge die Eröffnung von Büros in Belgien, den Niederlanden und Frankreich. Schon bald wird das Unternehmen monatlich über eine Milliarde Stunden Fernsehsendungen und Filme, darunter auch Netflix-Originalserien, für über 30 Millionen Mitglieder in 40 Ländern anbieten. Mitglieder können so viel und so oft sie wollen, jederzeit und überall auf nahezu jedem internetfähigen Gerät streamen.
Ein genauer Blick auf die Servicebereitstellung:
Natürlich bringen all diese Innovationen und Entwicklungen erhebliche Anforderungen mit sich. Die heutigen Kabelfernseh- und Internetanschlüsse werden den damit verbundenen Bandbreitenbedarf schlichtweg nicht decken können. Fernsehen erreicht unsere Haushalte immer noch hauptsächlich über traditionelle und oft veraltete Kupfernetze oder Koaxialkabel. Zu oft müssen sich Zuschauer zwischen dem immersiven Erlebnis eines Fernsehers/Heimkinos und dem Fernsehen auf einem Laptop entscheiden. Veraltete Netze schränken die Dienste ein und bremsen die Weiterentwicklung des Rundfunks. Wiederholtes Ruckeln und Puffern führen zu unzufriedenen Kunden. Unabhängig davon,
welches Unternehmen die nächste Generation von Video-on-Demand- und erweiterten TV-Diensten vorantreibt, ist sicher, dass neue Modelle kommen werden. Europäische Betreiber und Inhalteanbieter müssen hier handeln, insbesondere in Ländern wie Belgien, wo es kaum Anzeichen dafür gibt, dass in Zukunft Hochgeschwindigkeits-Breitband verfügbar sein wird. Die FTTH-Breitbandverbreitung in Belgien hinkt den europäischen Spitzenreitern hinterher; weniger als 1 % der Haushalte* nutzen FTTH-Breitband.
Obwohl die Regierung ihr auf einem nationalen Glasfasernetz basierendes Programm „SuperFastBelgium“ vorantreibt, schreitet der Ausbau nur äußerst langsam voran. Die VDSL-Vectoring-Strategie des staatlichen Telekommunikationsunternehmens Belgacom und die DOCSIS-Kabellösungen von Telenet sind lediglich Übergangslösungen, die den begrenzten Glasfaserausbau nur geringfügig ergänzen können.
Eine aktuelle Studie des deutschen Marktforschungsunternehmens WIK zeigt, dass in nur zehn Jahren fast die Hälfte aller deutschen Haushalte einen Breitbandanschluss mit Geschwindigkeiten von über 170 Mbit/s – in beide Richtungen – benötigen wird. Haupttreiber dieser Entwicklung sind Heimvideo und Unterhaltung. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Servicequalität. Verbraucher sind unzufrieden, wenn ein Actionfilm mitten in der spannendsten Szene aufgrund technischer Beschränkungen und der Meldung „Pufferung“ hängen bleibt. Für ein erstklassiges Unterhaltungserlebnis reichen die üblichen Bandbreitenangaben nicht mehr aus.
Viele „Experten“ übersehen zudem, dass ein Nutzer möglicherweise ein Programm anschaut, während er ein anderes aufnimmt oder anderweitig interagiert. Darüber hinaus ist es nicht ungewöhnlich, dass mehrere Haushaltsmitglieder gleichzeitig mehrere Inhalte streamen. Man bedenke nur die Internetgeschwindigkeit, die möglicherweise für eine akzeptable Qualität ausreicht.
Teilen Sie diese Zahl nun durch die Anzahl der Personen, die über diese eine Verbindung fernsehen, spielen, VoIP nutzen, Musik hören oder Dateien über das Internet austauschen… Da sich digitale Videoinhalte in immer umfangreichere Formate jenseits von HD weiterentwickeln, um das Nutzererlebnis zu verbessern, und das Fernsehen zum zentralen Knotenpunkt, zum Nervensystem des vernetzten Zuhauses wird, steigt der Bedarf an leistungsfähigerer und kapazitätsstärkerer Netzwerkinfrastruktur entsprechend. Nur Glasfaseranschlüsse bis ins Haus können diese Anforderungen erfüllen und es jedem ermöglichen, jetzt und in Zukunft kostenlose Streaming-Inhalte zu genießen.
Die Integration von Breitband und Übertragung unterstützt zudem neue Rundfunkdienste und Geschäftsmodelle, darunter zielgerichtete Inhalte und Werbevorschläge, Nischenprogramme, On-Demand-Inhalte und eine verbesserte Sichtbarkeit regionaler Informationen. Für Netzwerkplaner, die passive optische Netzwerktechnologie einsetzen, bedeutet dies einen geringeren Platzbedarf in der Vermittlungsstelle und den Leitungen sowie einen reduzierten Stromverbrauch und eine geringere technische Komplexität.
Eine Lösung für das Fernsehen von heute und morgen
Das Fernsehen der Zukunft kann sein volles Potenzial nur mit Glasfaser ausschöpfen – der fortschrittlichsten und langlebigsten Technologie, zukunftssicher, zuverlässig und kostengünstig. FTTH bietet höchste Download- und Upload-Geschwindigkeiten. Die hohe und konstante Bandbreite in Glasfasernetzen sorgt für bessere Audio- und Videoqualität, eine große Kanalauswahl, weniger Störungen und Interferenzen, interaktive Funktionen, besseren Schutz vor Hackern und sicherere Online-Transaktionen.
Eine aktuelle Studie prognostiziert, dass die Zahl der Internet-TV-Abonnenten weltweit bis zum nächsten Jahr 106 Millionen übersteigen wird**. Neue interaktive Formen des Fernsehkonsums treiben die Konvergenz zwischen Rundfunk und Breitband voran, und Betreiber sowie Content-Anbieter müssen darauf reagieren. Fortschrittliche Tools und Lösungen machen die Vernetzung von Haushalten, Wohnblöcken und Mehrfamilienhäusern so einfach wie nie zuvor. Glasfaser bietet hohe Bandbreiten, und zukünftig können umfangreiche Upgrades direkt an bestehender Ausrüstung vorgenommen werden, ohne die Glasfaser selbst austauschen zu müssen. Kurz gesagt: FTTH ist die einzige Lösung, die alle zukünftigen Entwicklungen im Bereich Home Entertainment unterstützt.
*FTTH-Marktübersicht 2012, IDATE für den FTTH Council Europe, Februar 2013
**Globale IPTV-Marktprognose 2014, RNCOS
Autor: Von Nadia Babaali, Kommunikationsdirektorin des FTTH Council Europe
