Telefónica erzielt Fortschritte bei der Disaggregation und Virtualisierung von Zugangsnetzgeräten, sowohl mobilen (Open Radio Node) als auch festen (Open OLT), sowie von Geräten in Kundenräumlichkeiten, die als White-Label-Systeme mit in die Cloud integrierten Diensten konzipiert werden.

Dieser Prototyp repräsentiert Telefónicas Vision für das zukünftige Telekommunikationsökosystem und ermöglicht den nachhaltigen Ausbau zukünftiger 5G-Netze, Glasfasernetze mit XGS-PON-Technologie und Kundengeräte. Diese Strategie beinhaltet zudem eine Multi-Access-Edge-Computing-Vision im Rahmen des globalen UNICA-Netzwerkvirtualisierungsprogramms.

Der Prototyp basiert auf der Entkopplung von Netzwerkhardware und -software, dem Einsatz von Allzweckservern und der Öffnung von Schnittstellen. Dies ermöglicht maximale Flexibilität bei der Auswahl von Netzwerkkomponenten, erleichtert alternative Lieferketten und Innovationen und ermöglicht so effizientere zukünftige 5G-Netzausbauten. Durch die Öffnung des Funkzugangsknotens können sowohl traditionelle (verteilte) als auch Cloud-basierte (zentralisierte) Implementierungen mit derselben Ausrüstung realisiert und technologische Verbesserungen einfach durch Software-Updates des Funkzugangsknotens integriert werden.

Im Hinblick auf das Festnetz ermöglicht uns diese Öffnung, dem Kunden neue Funktionen anzubieten. So kann er beispielsweise seinen Glasfaseranschluss selbst provisionieren und die Netzwerkkapazität je nach Bandbreitenbedarf jederzeit selbst verwalten. Darüber hinaus stellt dies einen bedeutenden Fortschritt im Kontext der Festnetz-Mobilfunk-Konvergenz dar, da es die gemeinsame Steuerung und Verwaltung von Zugangsnetzen ermöglicht und die nahtlose Integration von Edge-Computing-Technologien in die Infrastruktur erlaubt.

Open Access erreicht auch das Zuhause des Kunden mit einem neuen Router, dem ersten, der Wi-Fi 6 integriert, was die Reichweite verbessert und Geschwindigkeiten von 10 Gbit/s erreicht.

Juan Carlos García, Direktor für Technologie und Netzwerkarchitektur bei Telefónica, erklärte: „Unser Open-Access-Projekt stellt einen revolutionären Fortschritt im Bereich offener, softwarebasierter Lösungen dar und eröffnet neue Möglichkeiten für den Netzausbau sowie neue Geschäftschancen. Ich bin überzeugt, dass es uns helfen wird, die Herausforderung dichterer Netze zu meistern und immer spezifischere und effizientere Lösungen zu unterstützen. Netzbetreiber und Hersteller arbeiten gemeinsam daran, dies zu ermöglichen.“.

Diese neue, offene und verteilte Netzwerkarchitektur verbessert nicht nur die Leistung bestehender Dienste, sondern ermöglicht auch die Einführung neuer Dienste und Anwendungen, die von Edge Computing profitieren. Im Vergleich zu herkömmlichen Cloud- oder Server-basierten Speicher- und Rechensystemen vereint Edge Computing die Vorteile beider Welten und erlaubt die Implementierung dieser Funktionen am Netzwerkrand – also in den Netzwerksegmenten, die den datenerzeugenden Geräten, wie beispielsweise einer Telefonzentrale, am nächsten liegen.

Edge Computing ist der Schlüssel zur Entwicklung des Internets der Dinge und bietet Echtzeit-Bandbreite und geringe Latenzzeiten zwischen 3 und 5 Millisekunden, die für viele Dienste und Anwendungen erforderlich sind, wie z. B. 8K-Video, virtuelle und erweiterte Realität, Streaming-Videospiele, Touch-Internet, Robotik oder autonome Fahrzeuge.

Der Einsatz von Edge Computing in Verbindung mit offenem Zugang und Netzwerkvirtualisierung ermöglicht es Telefónica, ihren Kunden neue Erlebnisse zu bieten. Sie können Verbindungen planen und spezifische Geräte, Dienste, Standorte oder Verbindungsbedürfnisse branchenübergreifend differenziert verwalten. Gleichzeitig werden dadurch erhebliche interne Effizienzgewinne erzielt, sowohl bei der Bereitstellung bestimmter Kommunikationsdienste als auch hinsichtlich Netzwerkkosten und Verkehrsmanagement.

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