Toni Viñals, CEO von nsign.tv, erklärt: „Der Einzelhandel befindet sich in einer Phase der Reinvestition in seine Geschäftsmodelle in stationären Geschäften mit dem Ziel, zur Normalität zurückzukehren, indem er den Verbrauchern optimale Einkaufserlebnisse bietet, die sicherer und interaktiver sind, damit die Customer Journey so attraktiv wie möglich gestaltet wird.“
Scott Pickus, Marketingdirektor bei Dynascan Technology, erklärt: „Nach über einem Jahr Schließungen und eingeschränktem Zugang zu Geschäften spüren Einzelhändler unweigerlich den Druck, die Kundenfrequenz in ihren Filialen wiederherzustellen.“ Online-Shopping hat zwar die Umsatzeinbußen einiger Händler abgefedert, doch eine physische Präsenz ist wichtiger denn je, um die Markentreue zu erhalten und den Umsatz zu steigern.
„Wir beobachten eine anhaltend hohe Nachfrage nach Schaufensterdekorationen. Das Ziel bleibt dasselbe: Kunden in die Geschäfte zu locken. Doch der Druck, attraktive Schaufenster zu gestalten, hat sich infolge von COVID-19 erhöht.“
Um Kunden in ihre Geschäfte zu locken, setzen Einzelhändler auf vielfältige Interaktionsmöglichkeiten und Kontaktpunkte, die das Kundenerlebnis optimieren sollen. Digitale Beschilderung und attraktive Schaufenstergestaltung spielen dabei für viele eine Schlüsselrolle. Supermärkte beispielsweise schalten gezielte Werbeaktionen in verschiedenen Bereichen ihrer Filialen oder nutzen Bildschirme zur Steuerung von Warteschlangen. Andernorts dienen digitale Werbeflächen an den Kassen der Information und Aufklärung der Kunden. Die Digitalisierung hilft Einzelhändlern außerdem dabei, ihre Kunden während ihres Besuchs im Geschäft zu unterhalten.
Pickus fügt hinzu: „Digitale Beschilderung in Schaufenstern ist eine der effektivsten und kostengünstigsten Methoden, Kunden in die Geschäfte zu locken, da Einzelhändler so sofort mit der Öffentlichkeit kommunizieren und sie über neue Aktionen, Angebote und Trends informieren können. Dies ist besonders nützlich in Branchen wie der Fast Fashion, wo sich die Stile ständig ändern, und in der Gastronomie, wo neue Gerichte und Tagesangebote visuell präsentiert werden können.“
Ein anschauliches Beispiel hierfür ist das Center-Konzept des Möbelhauses Ikea in Wien. Das Einrichtungshaus bietet mit umfangreicher digitaler Beschilderung, Kiosk-Terminals, vollständiger App-Integration, einem Hotel, einem Restaurant und einer Dachterrasse ein völlig neues Einkaufserlebnis.
Die Digitalisierung der Customer Journey und die Rolle digitaler Touchpoints im Einrichtungshaus sind besonders interessant. Über 100 Displays wurden auf den fünf Etagen des Einrichtungshauses installiert, um die Lücke zwischen traditionellem Einzelhandel auf begrenztem Raum und E-Commerce zu schließen. Die meisten dieser digitalen Touchpoints sind Digital Signage-Displays, die inspirieren und über Produkte informieren sollen. Interaktivität steht in den Restaurants im Vordergrund, die nun mit Selbstbedienungskiosken ausgestattet sind, ähnlich denen in Schnellrestaurantketten. Neu bei Ikea sind die Schaufenster und Kassenbereiche auf jeder Etage, die Kunden anlocken, unterhalten und informieren sollen.
Dieser Grad an Digitalisierung hilft Einzelhändlern auch dabei, das Verhalten ihrer Kunden vom Moment des Betretens des Geschäfts bis zum Abschluss des Kaufprozesses zu quantifizieren und zu analysieren.
Personalisierte Präferenzen:
Ein einheitliches und personalisiertes Einkaufserlebnis im stationären Handel und online zu schaffen, bleibt eine Herausforderung, doch audiovisuelle Technologien bieten hierfür eine Lösung. Viñals ergänzt: „Audiovisuelle Systeme werden für vielfältige Funktionen eingesetzt, die es Konsumenten ermöglichen, Produkte zu erleben, personalisierte Informationen zu erhalten und auf visuell ansprechende Weise auf Aktionen und Sonderangebote zuzugreifen. Von Click-and-Collect-Displays über interaktive Präsentationen bis hin zur Bedienung von Touchscreens zur Navigation auf der Website des Händlers und zur Auswahl des gewünschten Produkts für den sofortigen Kauf im Geschäft – all dies sind positive Erlebnisse, die durch audiovisuelle Systeme ermöglicht werden.“
Pickus stimmt zu: „Digitale Medien ermöglichen es Einzelhändlern, die Geschwindigkeit ihrer Werbung im Geschäft an die ihrer Online-Shopping-Plattform anzupassen. Daten aus der Online-Interaktion können sogar genutzt werden, um die Kommunikation und Inhalte im Geschäft auf Online-Trends und -Nachfrage zuzuschneiden. Guter Content ist dabei immer entscheidend. Auffällige und dynamische Inhalte helfen, Betrachter auf eine Weise zu erreichen und einzubinden, wie es statische Bilder oder gedruckte Plakate einfach nicht können.“
„Von aufstellbaren, interaktiven Verkaufsdisplays und Spiegeln bis hin zu digitalen Schaufensterpuppen bietet der audiovisuelle Sektor Einzelhändlern leistungsstarke neue Werkzeuge, um Kunden anzulocken und das traditionelle Einkaufserlebnis im Geschäft mit digitalen Elementen zu erweitern, die die Lücke zu Online-Shops schließen und den Käufern einen Anreiz zum Kauf im Geschäft bieten.“
Die Zukunftsaussichten für diesen Sektor sind vielversprechend, wie Viñals erklärt: „Wir beobachten weiterhin einen Anstieg der Digitalisierungsprozesse im Einzelhandel, von kleinen bis hin zu großen Unternehmen. In fünf bis zehn Jahren wird jedes Geschäft und jedes Unternehmen über Bildschirme verfügen, um Kunden, Mitarbeiter und Besucher zu informieren, mit ihnen zu kommunizieren und zu interagieren. Uns steht eine großartige Zukunft bevor. Darüber hinaus wird die Koexistenz digitaler Systeme im stationären Handel (sowohl bei Marken als auch bei Einzelhändlern) ein anhaltender Markttrend bleiben, mit dem Ziel, das Offline- und Online-Einkaufserlebnis zu einem einheitlichen, nahtlosen Nutzererlebnis zu verschmelzen.“
Die ISE
2022 präsentiert Ausstellern die neuesten Technologien für den Einzelhandel. Ein besonderes Highlight ist der Bereich Digital Signage und DOOH in Halle 6. Dort werden alle Arten von Displays und Beschilderungen gezeigt – von transparenten und flexiblen Geräten bis hin zu solchen, die per Touch, Sprache und Gesten gesteuert werden. In dieser Halle sind Anbieter vertreten, die das gesamte Digital-Signage-Ökosystem abdecken, darunter Software, Mediaplayer und Display-Controller.
Der Digital Signage Summit, der in Zusammenarbeit mit invidis consulting organisiert und von dessen CEO Florian Rotberg geleitet wird, findet auch dieses Jahr wieder statt. Die Veranstaltung beleuchtet die Geschäfts-, Technologie- und Marktstrategien von Digital Signage und DOOH.
In Halle 6 wird es außerdem einen Bereich geben, der dem Einzelhandel gewidmet ist und Fallstudien von innovativen Einzelhändlern – sowohl großen als auch kleinen – präsentiert. Der Eintritt ist frei.
Mike Blackman, CEO von Integrated Systems Events, erklärt: „Als Präsenzveranstaltung sind wir in einer einzigartigen Position, alle Akteure der Branche unter einem Dach zu vereinen. Wir freuen uns darauf, Sie alle zu sehen. In Vorbereitung auf Barcelona haben wir intensiv daran gearbeitet, dass die ISE 2022 ein sicheres, angenehmes und äußerst wertvolles Erlebnis für die Branche bietet, um Innovationen zu präsentieren und sich von den Besten des Marktes inspirieren zu lassen. Wir freuen uns darauf, Sie dort zu sehen.“
Die Integrated Systems Europe (ISE) 2022 findet vom 10. bis 13. Mai 2022 in der Fira de Barcelona Gran Via statt.
Schon vor der Pandemie befand sich der stationäre Einzelhandel im Umbruch, da der Wettbewerb um die Gunst der Kunden, die nun wieder in den Geschäften einkaufen, immer intensiver wurde. Mit der Rückkehr der Kunden in Einkaufszentren und Fußgängerzonen setzt sich dieser Trend ungebremst fort. Einzelhändler bemühen sich, einzigartige, interaktive und kontaktlose Einkaufserlebnisse zu bieten, die ihr digitales Angebot ergänzen.
