Der Klimawandel hat die letzten acht Jahre zu den heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen gemacht, doch insbesondere in diesem Jahr, in dem das Wetterphänomen El Niño die Situation verschärft, sagen viele Prognosen für 2023 Rekordtemperaturen voraus. Diese extreme Hitze und ihre Folgen stellen Rechenzentrumsbetreiber vor große Herausforderungen, die ohnehin schon täglich mit der von ihren Anlagen erzeugten Hitze zu kämpfen haben. Glücklicherweise gibt es verschiedene Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen können, um die mit extremer Hitze verbundenen Risiken zu mindern. Einige dieser Maßnahmen sind:
Reinigen oder ersetzen Sie Ihre Luftfilter: Der gespenstische orangefarbene Dunst, der New York City einhüllte, war ein eindrucksvolles Bild einer der unmittelbarsten und gravierendsten Folgen des Klimawandels. Für Rechenzentrumsbetreiber sollte dies eine Mahnung sein, die Luftfilter ihrer Kühl- und Lüftungsanlagen zu reinigen oder auszutauschen. Diese Filter schützen empfindliche Elektronik vor Partikeln in der Luft, darunter auch Rauch von entfernten Bränden.
Beschleunigen Sie geplante Wartungs- und Servicearbeiten: Nicht nur die Infrastruktursysteme von Rechenzentren leiden unter extremer Hitze und schlechter Luftqualität. Stromversorger haben oft Schwierigkeiten, die mit hohen Temperaturen einhergehende Spitzenlast zu decken, was zu häufigen Stromausfällen führt. Gerade in solchen Situationen ist es ungünstig, Probleme mit der unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) oder den Kühlanlagen zu entdecken. Die Reinigung der Kondensatorspulen und die regelmäßige Überprüfung des Kältemittelstands sind Beispiele für proaktive Wartungsmaßnahmen, die unerwartete Ausfälle verhindern können.
Aktivieren Sie verfügbare Effizienzfunktionen: Viele moderne USV-Systeme verfügen über hocheffiziente Öko-Modi, die den Stromverbrauch des Systems reduzieren. Hitzewellen wie die jüngsten belasten das Stromnetz stark. Jede Reduzierung des Stromverbrauchs kann daher den Unterschied zwischen unterbrechungsfreiem Betrieb und einem verheerenden Stromausfall ausmachen.
Nutzen Sie alternative Energiequellen: Nicht alle Rechenzentren haben Zugang zu praktikablen alternativen Energiequellen. Diejenigen, die netzunabhängige Optionen nutzen können, sollten dies jedoch unbedingt tun. Zu diesen Energiequellen zählen Solaranlagen auf dem Gelände oder extern sowie alternative Energiequellen wie dezentrale Windparks und Lithium-Ionen-Batterien, die dazu beitragen, Spitzenlasten zu verzögern oder zu reduzieren. Der Einsatz von Generatoren während Hitzewellen ist nicht ratsam, es sei denn, es kommt zu einem Stromausfall. Dieselgeneratoren verursachen mehr Treibhausgasemissionen, die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehen, als alternative Energiequellen. Organisationen sollten geplante Generatortests daher bei hohen Temperaturen verschieben.
„Diese Hitzewellen treten immer häufiger und extremer auf und setzen Stromversorger und Rechenzentrumsbetreiber weltweit enorm unter Druck“, erklärte John Niemann, Global Vice President des Geschäftsbereichs Präzisionskühlung bei Vertiv. „Unternehmen müssen ihre Maßnahmen anpassen und sich proaktiv auf die Belastung vorbereiten, die diese Hitzewellen nicht nur für ihre eigenen Strom- und Kühlsysteme, sondern auch für das gesamte Stromnetz bedeuten. Durch vorbeugende Wartung und die Zusammenarbeit mit Stromversorgern zur Bedarfssteuerung lässt sich das Risiko hitzebedingter Geräteausfälle verringern.“
„Auch in diesem Jahr verzeichnen wir in verschiedenen Teilen Europas wieder Rekordtemperaturen, und wir haben insbesondere in unserem Geschäftsbereich die Auswirkungen auf Rechenzentren beobachtet. Die Priorisierung thermischer Redundanz und die Zusammenarbeit mit einem Serviceanbieter mit starker lokaler Präsenz und erstklassigen Reparaturkapazitäten können entscheidend für die Verfügbarkeit von Rechenzentren sein“, so Flora Cavinato, Global Director of Services Portfolio. „Schnelle Reaktionszeiten und proaktive Wartungsprogramme helfen Unternehmen, ihren Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und gleichzeitig ihre kritische Infrastruktur effektiv zu optimieren.“.
Die herausgegebenen Empfehlungen ergänzen die bisherigen Richtlinien von Vertiv, die Folgendes beinhalten:
Aktivieren Sie so viele Kühlgeräte wie möglich, um die Belastung der einzelnen Geräte zu reduzieren und durch die Steuerung im Verbund Energie zu sparen.
Evaluieren Sie verschiedene Kühlsysteme, darunter Flüssigkältemittel, geschlossene Kaltwasserkreisläufe und Freikühlung, die für Hochtemperaturumgebungen ausgelegt sind.
Nutzen Sie Prognosemodelle für thermische Auswirkungen anstelle historischer Daten. Da extreme Hitzeereignisse immer häufiger auftreten, sind historische Kennzahlen oft unzureichend, um aktuelle Risiken zu bewerten.
