Physische Sicherheitssysteme generieren große Datenmengen aus Videoaufzeichnungen, Zutrittskontrollprotokollen und Kennzeichenerfassungen. Da diese Daten im täglichen Betrieb und bei Ermittlungen eine immer wichtigere Rolle spielen, stehen Unternehmen angesichts sich wandelnder Datenschutzbestimmungen, zunehmender Cyberbedrohungen und steigender Transparenzerwartungen unter wachsendem Druck, sie verantwortungsvoll zu verwalten.
 
„Informationen zur physischen Sicherheit können hochsensibel sein, und ihr Schutz erfordert mehr als grundlegende Sicherheitsvorkehrungen oder vage Zusicherungen“, sagte Mathieu Chevalier, Principal Security Architect bei Genetec. „Einige Ansätze auf dem Markt behandeln Daten als ein Gut, das ausgenutzt oder über seinen ursprünglichen Zweck hinaus weitergegeben werden kann. Dies birgt erhebliche Datenschutzrisiken. Unternehmen müssen klare Grenzen für die Nutzung ihrer Daten, robuste Kontrollen über den gesamten Lebenszyklus hinweg und Technologien fordern, die Datenschutz von Grund auf berücksichtigen und nicht erst im Nachhinein.“
 
Der Internationale Datenschutztag, der jedes Jahr am 28. Januar begangen wird, erinnert uns daran, dass der Schutz personenbezogener Daten eine gemeinsame und fortwährende Verantwortung ist. Für physische Sicherheitsteams können klare Strategien, robuste Technologien und vertrauensvolle Partnerschaften dazu beitragen, dass Datenschutz- und Sicherheitsziele auch angesichts sich wandelnder Risiken und Vorschriften im Einklang bleiben. Genetec empfiehlt die folgenden Best Practices, um Unternehmen bei der Stärkung des Datenschutzes in ihren physischen Sicherheitssystemen zu unterstützen:
 
Beginnen Sie mit einer klaren Datenschutzstrategie
Organisationen sollten regelmäßig prüfen, welche Daten sie erheben, zu welchem ​​Zweck, wo sie gespeichert werden, wie lange sie aufbewahrt werden und wer Zugriff darauf hat. Die Dokumentation dieser Vorgehensweisen trägt dazu bei, unnötige Datenweitergabe zu vermeiden, Lücken in den Richtlinien aufzudecken und die fortlaufende Einhaltung sich ändernder Vorschriften zu gewährleisten. Transparenz im Umgang mit Daten spielt zudem eine entscheidende Rolle für das Vertrauen von Mitarbeitern, Kunden und der Öffentlichkeit.
 
Designsysteme mit von Anfang an integriertem Datenschutz
Datenschutz durch Technikgestaltung bedeutet, Datenschutzrisiken nicht nur durch Sicherheitsmaßnahmen, sondern auch durch die Art und Weise der Erhebung, Nutzung und Verwaltung personenbezogener Daten zu minimieren. Organisationen sollten die Grundsätze der Zweckbindung und Datenminimierung anwenden, um sicherzustellen, dass nur die für definierte Sicherheitsziele notwendigen Daten erhoben und gespeichert werden. Robuste Sicherheitsmaßnahmen wie die Verschlüsselung von Daten während der Übertragung und im Ruhezustand, die Anwendung starker Authentifizierungsverfahren und die Verwendung differenzierter Zugriffskontrollen tragen dazu bei, das Risiko unberechtigten Zugriffs zu reduzieren. Datenschutzfördernde Technologien wie Anonymisierung und automatisierte Maskierung erhöhen die Transparenz und helfen, die Identität von Personen zu schützen, während gleichzeitig der operative Wert der Sicherheitsdaten erhalten bleibt.
 
Aufrechterhaltung robuster Cyberabwehr im Laufe der Zeit
Datenschutz ist ein fortlaufender Prozess. Die regelmäßige Optimierung von Systemen, die Behebung von Schwachstellen und die zeitnahe Bereitstellung von Updates sind unerlässlich, um neuen Cybersicherheitsrisiken umgehend zu begegnen. Die Behandlung von Datenschutz und Cybersicherheit als permanente operative Aufgaben trägt dazu bei, dass Unternehmen eine umfassendere Sicherheitsstrategie verfolgen können.
 
Nutzen Sie Cloud-Dienste, um Ausfallsicherheit und Compliance zu gewährleisten
Cloud-basierte und SaaS-basierte (Software-as-a-Service) Bereitstellungen helfen Unternehmen, Sicherheitsupdates, Datenschutzmaßnahmen und Compliance-Funktionen stets aktuell zu halten und gleichzeitig den operativen Aufwand für interne Teams zu reduzieren. Viele Unternehmen setzen auf flexible Bereitstellungsansätze, die es ihnen ermöglichen, Skalierbarkeit, Kontrolle und Datenresidenzanforderungen zwischen On-Premise- und Cloud-Umgebungen optimal auszubalancieren.
 
Auswahl von Partnern, die sich dem Datenschutz und der Transparenz verpflichtet haben
Die Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Technologiepartnern ist unerlässlich. Unternehmen sollten Anbieter danach bewerten, wie diese mit personenbezogenen Daten umgehen, ob sie klare Grenzen für die Datennutzung festlegen und ihre Datenschutzpraktiken transparent kommunizieren. Unabhängige Sicherheitsstandards und Zertifizierungen wie ISO/IEC 27001, ISO/IEC 27017 und SOC-2-Typ-II-Berichte bieten wichtige Zusicherungen hinsichtlich des Schutzes und der Verwaltung von Systemen und Daten und tragen dazu bei, Datenschutzrisiken durch unberechtigten Zugriff oder Missbrauch zu reduzieren. Unternehmen sollten zudem die Prozesse der Anbieter zur Offenlegung von Sicherheitslücken, ihre Data-Governance-Praktiken und ihren Ansatz zur Entwicklung und zum Einsatz künstlicher Intelligenz prüfen. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, ob Transparenz, Sicherheit und menschliche Entscheidungsfindung im Umgang mit personenbezogenen Daten Priorität haben.