Die Bediener wechseln zwischen den Kameras, gleichen Zeitabläufe ab, spulen Aufnahmen zurück und rekonstruieren Ereignisse manuell in einem Videomanagementsystem. Diese Arbeit ist zwar notwendig, aber auch langsam, eintönig und anstrengend. Tatsächlich mehrere wissenschaftliche Studien davor, dass die Videoüberwachung die Bediener einer hohen kognitiven Belastung aussetzt und mit dem Risiko von Ermüdung, Ablenkung und Reizüberflutung einhergeht.

In diesem Kontext macht sich die technologische Entwicklung zunehmend bemerkbar. Moderne Videomanagementsysteme beschränken sich nicht mehr allein auf die Speicherung von Aufnahmen. Sie integrieren Metadatenindizierung, fortschrittliche Analysen und die Suche in natürlicher Sprache und verändern so die Vorgehensweise von Sicherheitsteams bei Ermittlungen grundlegend. Anstatt endlose Zeitleisten manuell zu durchsuchen, können die Bediener die Ergebnisse anhand visueller Merkmale, Bewegungen oder Kontextinformationen filtern. Dies bestätigt der State of Physical Security 2026“ , der auf über 7.000 Interviews mit Endnutzern, Vertriebspartnern und Beratern weltweit basiert und den Einsatz von Tools wie intelligenter Suche und künstlicher Intelligenz in Ermittlungsprozessen hervorhebt.

In diesem Kontext verstärken Lösungen wie Genetec Omnicast diese Entwicklung, indem sie als Kernstück moderner Videoüberwachungssysteme fungieren. Dieses VMS mit offener Architektur ermöglicht die zentrale Verwaltung, Aufzeichnung und Analyse von Videos und integriert mehrere Kameras und Datenquellen in eine einzige Plattform. Seine Skalierbarkeit, die optimierte Speicherung und der schnelle Zugriff auf Informationen sind entscheidend für Umgebungen, in denen operative Effizienz und Reaktionsfähigkeit von größter Bedeutung sind – insbesondere in Kombination mit fortschrittlichen Analyse- und intelligenten Suchfunktionen.

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Videoauswertung im Vorfeld:
Einer der größten Vorteile dieser neuen Werkzeuggeneration ist die beschleunigte Lokalisierung relevanter Aufnahmen und die übersichtlichere Darstellung der Ergebnisse für die Ermittlungen. Bis vor Kurzem waren die Bediener fast ausschließlich auf Zeitstempel, Kameranamen und viel Geduld angewiesen. Jetzt können sie deutlich intuitiver vorgehen, indem sie beschreiben, wonach sie suchen, oder eine bereits im Bild sichtbare Person oder ein Fahrzeug als Ausgangspunkt nutzen.

Nehmen wir eine einfache Suchanfrage, beispielsweise die nach einem schwarzen Auto in einem bestimmten Zeitraum. Anstatt dass der Bediener jede Kamera aus diesem Zeitraum einzeln überprüfen muss, analysiert das System das aufgezeichnete Video und liefert eine kleinere Auswahl an Miniaturansichten und Sequenzen, die zu dieser Beschreibung passen. Dadurch beginnt die Untersuchung mit einem deutlich fokussierteren Ansatz und einem klarer definierten Ausgangspunkt.

Dies erhöht nicht nur die Geschwindigkeit, sondern verändert auch die Arbeitslogik. Der Bediener verbringt keine Zeit mehr mit mechanischen Prüfaufgaben und kann sich stattdessen auf die Interpretation des Geschehens konzentrieren. Dieser Unterschied ist besonders wichtig in Umgebungen, in denen mehrere Vorfälle gleichzeitig bearbeitet werden oder wenn der operative Druck eine schnelle Reaktion erfordert.

Wie sich Ermittlungen in der Praxis verändern:
Der wahre Nutzen dieser Funktionen zeigt sich am besten in konkreten Fällen. Stellen Sie sich einen Fahrzeugdiebstahl auf einem Parkplatz vor. Bei einem herkömmlichen Vorgehen würde man üblicherweise mit der Kamera beginnen, die dem Tatort am nächsten ist, und die Auswertung von dort aus ausweiten, um festzustellen, wann das Fahrzeug auf den Parkplatz fuhr, wie lange es dort stand und wo es ihn verließ.

Mit intelligenter Suche kann der Prozess anders beginnen. Der Bediener gibt eine Fahrzeugbeschreibung ein oder wählt das Fahrzeug direkt auf dem Bildschirm aus. Anschließend hilft die Ein- und Ausstiegserkennung, einen klareren Zeitablauf zu erstellen. Verlässt der Fahrer das Fahrzeug, kann die Untersuchung fortgesetzt werden, wobei sich die Bewegungen der Person mithilfe mehrerer Kameras und ähnlichkeitbasierter Suchfunktionen verfolgen lassen – selbst bei wechselndem Blickwinkel oder veränderten Lichtverhältnissen.

Der bedeutendste Unterschied liegt nicht nur in der Geschwindigkeit, sondern auch in der Kontinuität. Zusammengehörige Clips lassen sich in einer einzigen Untersuchungsansicht verknüpfen, wodurch das Verständnis der Ereignisse vor, während und nach dem Vorfall erleichtert wird. Was zuvor langwieriges Zurückspulen, Vergleichen und Querverweisen von Sequenzen erforderte, ist nun in einen effizienteren und kohärenteren Arbeitsablauf umgewandelt worden.

Der Kontext ist entscheidend.
In der Forschung ist es zwar wichtig, ein bestimmtes Bild zu finden, aber oft nicht ausreichend. Wirklich hilfreich ist es, den Kontext zu verstehen. Hier verschafft die intelligente Suche einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber starren Tools, die nur vordefinierte Ergebnisse auf Basis fester Kriterien liefern.

Wenn der Bediener die Untersuchung auf eine Person konzentriert, kann das System weitere Aufnahmen von Personen mit ähnlichen Merkmalen anzeigen. Liegt der Fokus auf einem Fahrzeug, hebt es zeitlich und räumlich nahegelegene Aktivitäten hervor. Diese Fähigkeit, scheinbar unzusammenhängende Elemente zu verknüpfen, hilft, Ereignisse miteinander in Beziehung zu setzen, die isoliert betrachtet irrelevant oder unzusammenhängend erscheinen mögen. In der Praxis ermöglicht dies eine bessere Rekonstruktion einer Sequenz, anstatt sich allein auf ein einzelnes Bild zu verlassen. Denn eine sinnvolle Untersuchung besteht nicht nur darin, einen Moment zu lokalisieren, sondern auch darin, dessen Beziehung zu anderen Momenten zu verstehen. Und genau dieser Unterschied verwandelt eine Reihe von Videoclips in eine Erklärung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Suche in natürlicher Sprache die Abhängigkeit von komplexen Filtern und tiefgreifenden technischen Systemkenntnissen verringert. Der Benutzer muss sich nicht mehr ausschließlich auf Menüs, Parameter und komplexe Strukturen verlassen, um relevante Informationen zu finden. Er kann die Suche so formulieren, dass sie seine Herangehensweise an das Problem besser widerspiegelt. Dies vereinfacht den Prozess und reduziert Reibungsverluste, insbesondere in zeitkritischen Situationen.

Direkte Auswirkungen auf die Reaktion auf Vorfälle:
All dies hat ganz konkrete Konsequenzen für die operative Reaktion. Wenn ein Team früher Zugriff auf relevante Aufzeichnungen hat, kann es schneller Zeitabläufe erstellen, Schlüsselmomente früher identifizieren und fundiertere Entscheidungen darüber treffen, ob ein Problem eskaliert, Beweismaterial weitergegeben oder ein Fall abgeschlossen werden soll.

Diese Auswirkungen beschränken sich nicht auf schwerwiegende Vorfälle. Sie sind auch bei Routineuntersuchungen spürbar, die einen erheblichen Teil der täglichen Arbeitsbelastung im Bereich Sicherheit ausmachen. Kürzere Prüfzyklen tragen dazu bei, den Arbeitsfluss aufrechtzuerhalten, Bearbeitungsrückstände zu vermeiden und eine größere Einheitlichkeit zwischen den Schichten zu fördern. Darüber hinaus erleichtern klarere Ergebnisse die Zusammenarbeit mit anderen Beteiligten. Wenn Ergebnisse leichter interpretiert und weitergegeben werden können, verläuft die Koordination mit den Teams vor Ort, dem Management oder externen Partnern reibungsloser. Und im Bereich Sicherheit, wo viele Entscheidungen gemeinsam getroffen werden, ist diese Klarheit von unschätzbarem Wert.

Hilfe für Anwender:
Ein weiterer, oft übersehener, aber ebenso wichtiger Aspekt ist die Schulung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Das Erlernen herkömmlicher Videoanalyse-Workflows kann zeitaufwendig sein, insbesondere in großen oder komplexen Umgebungen. Tools, die die Suche in natürlicher Sprache und eine intuitivere visuelle Interaktion ermöglichen, tragen dazu bei, diese Hürde zu senken.

Dies bietet einen doppelten Vorteil. Zum einen können neue Mitarbeiter schneller einen Mehrwert schaffen. Zum anderen reduziert erfahreneres Personal die sich wiederholenden Arbeitsschritte, die die manuelle Videoauswertung jahrelang begleitet haben. Anders ausgedrückt: Es geht nicht nur darum, die Technologie zu beschleunigen, sondern auch darum, die tägliche Arbeit der Anwender nachhaltiger zu gestalten.

Parallel dazu zeigt die jüngste Entwicklung intelligenter Videoüberwachungssysteme, dass die Kombination von Objekterkennung, -identifizierung und fortgeschrittener Analytik kein fernes Versprechen mehr ist, sondern eine etablierte Entwicklungsrichtung, die sich zunehmend auf die Verbesserung von Geschwindigkeit und Genauigkeit in realen Anwendungen konzentriert.

Letztendlich geht es bei der eigentlichen Transformation nicht darum, mehr aufzuzeichnen, sondern Informationen schneller zu finden. Sicherheitsteams kämpfen seit Jahren mit dem unangenehmen Paradoxon, zwar über eine Fülle von Videomaterial zu verfügen, aber viel zu lange zu brauchen, um daraus Erkenntnisse zu gewinnen. Moderne Suchtechnologien beginnen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Und wenn ein nur wenige Minuten dauernder Vorfall nicht mehr stundenlange Auswertung erfordert, verbessert sich nicht nur die Technologie, sondern auch die tatsächliche Fähigkeit, zeitnah zu reagieren, Entscheidungen zu treffen und zu handeln.

Rafael Martin Genetec

Rafael Martín, Vertriebsleiter, Südeuropa, Genetec