Die Public-Key-Verschlüsselung ist eine hochentwickelte Technologie, die häufig für Webkommunikationslösungen, Festplattenverschlüsselung und die Verteilung von Software-Patches eingesetzt wird. Bislang war jedoch ein kryptografisch kontrollierter Zugriff auf die Daten oder das Programm, das die Daten verwaltet, nicht möglich. Diese Hürde wird mit der funktionalen Verschlüsselung überwunden, einem neuen, vielseitigen und leistungsstarken Modell für Verschlüsselungssysteme.
FENTECs Ziel ist die Entwicklung funktionaler Verschlüsselung als effiziente Alternative zur herkömmlichen Alles-oder-Nichts-Verschlüsselung. Diese ermöglicht die partielle Ansicht verschlüsselter Daten und verbessert die Systemsicherheit. Ein multidisziplinäres Team aus Kryptographen, Softwareexperten, Hardwarespezialisten und Vertretern der IT-Branche arbeitet an dem Projekt, um effiziente und innovative Systeme für funktionale Verschlüsselung zu entwickeln, die sich an unterschiedlichste Anwendungsszenarien anpassen lassen. FENTEC entwirft, entwickelt, implementiert und demonstriert die Nützlichkeit realer Anwendungen funktionaler Verschlüsselung und bietet so konkrete Vorteile für die IT-Branche und Anwender, die in Umgebungen arbeiten müssen, in denen Datenvertraulichkeit und Datenschutz unerlässlich sind.
Die Sicherheit, Effizienz, Ausdrucksstärke und Vielseitigkeit dieses neuen Ansatzes werden anhand von drei Anwendungsfällen demonstriert. Der erste Anwendungsfall betrifft digitale Währungen, die durch flexible Prüfmodelle die Privatsphäre wahren. Der zweite Anwendungsfall befasst sich mit der Analyse anonymer Daten und ermöglicht die Berechnung von Statistiken auf Basis verschlüsselter Daten unter Wahrung grundlegender europäischer Datenschutzrechte. Der dritte Anwendungsfall konzentriert sich auf die verlustfreie Verarbeitung von Daten aus IoT-Geräten.
Mit einem geschätzten Budget von 4 Millionen Euro entwickelt FENTEC neue, funktionale Verschlüsselungssysteme, die das Vertrauen in europäische IT-Dienste stärken sollen.
Das Projekt, das im Januar 2018 startete, vereint ein Konsortium unter der Leitung von Atos. Zu den Partnern gehören die École Normale Supérieure (Frankreich), die Hochschule Flensburg (Deutschland), die Katholieke Universiteit Leuven (Belgien), die Universität Helsinki (Finnland), Nagravision (Schweiz), XLAB (Slowenien), die Universität Edinburgh (Vereinigtes Königreich) und Wallix (Frankreich).
