Da die Übertragungskapazität von Glasfasern jedoch stetig wächst, stoßen diese Technologien an ihre physikalischen und leistungstechnischen Grenzen.
Daher konzentrierte sich die jüngste Forschung und Entwicklung auf lose gekoppelte Multicore-Glasfasern mit mehreren unabhängigen Kernen innerhalb einer einzigen Faser. Obwohl diese Faserart die Übertragungskapazität deutlich erhöht, verschlechtert das Übersprechen zwischen den Kernen, verursacht durch Interferenzen aufgrund von Lichtstreuung zwischen den einzelnen Kernen, die Übertragungsqualität. Dieses Übersprechen variiert nicht nur in Abhängigkeit von Design und Fertigung der Glasfaser, sondern auch von den Installationsbedingungen, weshalb die Untersuchung des Übersprechens unter realen Bedingungen erforderlich ist. Obwohl verschiedene Unternehmen und Forschungseinrichtungen unterschiedliche Messmethoden für das Übersprechen zwischen den Kernen vorgeschlagen haben, wurden die mit den einzelnen Methoden erzielten Ergebnisse noch nicht ausreichend validiert.
In der vorliegenden Vergleichsstudie untersuchte Anritsu in Zusammenarbeit mit Fujikura das Übersprechen zwischen den Faserkernen mit vier Methoden: zwei mit optischen Leistungsmessern und zwei mit dem OTDR (Optical Time Domain Reflectometer) von Anritsu zur Messung von Dämpfung und Reflexion in der Glasfaser. Die untersuchte, lose gekoppelte Vierkern-Multicore-Glasfaser von Fujikura besitzt einen Standard-Manteldurchmesser von 125 µm. Die mit jeder Methode gemessenen Ergebnisse lagen bei 1550 nm innerhalb von ±1,0 dB. Daher kann je nach Anwendungsfall der lose gekoppelten Multicore-Glasfaser – beispielsweise Forschung und Entwicklung, Fertigung oder Installation und Wartung – jede der vier Messmethoden gewählt werden, wobei unabhängig von der verwendeten Methode eine konsistente Korrelation gewährleistet ist. Darüber hinaus tragen diese Ergebnisse zur zukünftigen Standardisierung lose gekoppelter Multicore-Glasfasern bei.
