5G-EVE (5G European Validation platform for Extensive trials) ist die europäische 5G-Validierungsplattform, die im Juli 2018 mit dem Ziel ins Leben gerufen wurde, fortschrittliche 5G-Infrastrukturen in Europa zu implementieren und zu testen. Sie entwickelt und verbindet vier europäische Standorte in Griechenland, Spanien, Frankreich und Italien, um gemeinsam eine offene End-to-End-5G-Anlage zu schaffen.
Hauptziel dieses Treffens in Madrid war die Planung und Koordinierung des Einsatzes der 5G-Technologie in den vier Laboren in Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland, damit ab dem 1. Mai 2019 Anwendungsfälle aus sechs Industriesektoren (Industrie 4.0, Tourismus, Transport, Smart Cities, Energieversorgung und Medien) mit ihren Validierungstests anhand der von ihnen geforderten 5G-KPIs beginnen können.
Die 5G-EVE-Plattform in Spanien wird im Rahmen von 5TONIC (www.5tonic.org) entwickelt, dem offenen Forschungs- und Innovationslabor für 5G-Technologien, das von Telefónica und dem IMDEA Networks Institute gegründet wurde und dem Ericsson seit 2015 angehört.
Luisa Muñoz, Direktorin des Forschungs- und Entwicklungszentrums von Ericsson in Madrid, kommentierte: „Die Allianz von Ericsson mit Telefónica, UC3M und IMDEA Networks für 5TONIC, unterstützt durch das europäische Projekt 5G-EVE, wird dazu beitragen, Madrid als führendes 5G-Labor für Europa zu festigen und damit die Zahl der vertikalen Kooperationspartner im 5G-Innovationsökosystem zu erhöhen.“.

Im Rahmen der Veranstaltung besuchten die Teilnehmer der 5G-EVE-Konferenz das 5TONIC-Labor bei IMDEA Networks. Dort präsentiert Ericsson sein neues Infrastrukturportfolio für Funk, Kernnetz, Transport und Fronthaul. Das Unternehmen stellte einige seiner neuesten technologischen Anwendungen vor, darunter Private LTE Networks, Massive MIMO, IoT, Latenzreduzierung und Virtualized Core als Wegbereiter der 5G-Technologie. Diese Anwendungen stehen verschiedenen Branchen zur Verfügung, um spezifische Anwendungsfälle der 5G-Technologie in unterschiedlichen Bereichen der Industrie 4.0 zu testen – beispielsweise in der Automobilindustrie und im intelligenten Transportwesen, in der Unterhaltungs- und Medienbranche, im intelligenten Tourismus und in der kritischen Fernsteuerung von Geräten.

Während des Besuchs wurden die technologischen Lösungen vorgestellt, die diese Anwendungsfälle ermöglichen. Diese Lösungen, die zu den grundlegenden Komponenten von 5G gehören, wurden von Ericsson in Zusammenarbeit mit CommScope und Intel implementiert:
Massive MIMO: Single-User MIMO und Multi-User MIMO sind Implementierungen von Massive MIMO, die die Datenübertragungsraten der Nutzer und die Systemkapazität erhöhen, um die 5G-Standards zu erfüllen. Beide nutzen Massive MIMO, indem sie Daten dynamisch als hochfokussierte Strahlen übertragen und Mehrwegeausbreitung sowie räumliches Multiplexing ausnutzen, um gleichzeitig mehrere Datensignale über denselben Funkkanal zu senden und zu empfangen.
Die Übertragung mit mehreren Antennen spielt bereits in den aktuellen Generationen der Mobilkommunikation eine wichtige Rolle und wird mit dem Aufkommen von 5G noch wichtiger werden. Diese Lösungen finden Anwendung in der Drohnenkommunikation und in Umgebungen mit hoher Gerätedichte.
IoT und Latenzreduzierung: Geringe Latenz ist eine der 5G-Eigenschaften, die die Erweiterung von IoT, Industrie 4.0 und den Einsatz von fahrerlosen Transportsystemen (FTS) ermöglichen wird. Ziel ist es, die von AGVs generierten Daten auf einem Cloud-Server zu speichern. Dort können Nutzer auf Produktions- und Wartungsinformationen zugreifen, Ausfälle prognostizieren, um Stillstandszeiten zu vermeiden, und die Echtzeitsteuerung verbessern. Dies findet praktische Anwendung in autonomen Fahrzeugen/Robotern für Fabriken mit vielfältigen Funktionen, beispielsweise im internen Transport.
Virtualisierung und Orchestrierung konzentrieren sich auf zwei wichtige Aspekte von 5G-EVE: die Orchestrierung einer standortübergreifenden Experimentierumgebung und die Möglichkeiten von 5G und Edge Computing, einen Teil der Geräteintelligenz an das Netzwerk auszulagern. Der Machbarkeitsnachweis basiert auf einem realen Anwendungsfall, in dem ein Endgerät mithilfe künstlicher Intelligenz Videoanalysen durchführt. Die Demo beweist, dass die Videoverarbeitung dank der geringen Latenz und des hohen Durchsatzes eines 5G-Netzwerks an das Netzwerk ausgelagert werden kann.
Das 5G-EVE-Konsortium legt den Grundstein für durchgängige 5G-Netze in Europa. Die Ergebnisse des Projekts sollen die Entwicklung des 5G-Innovationsökosystems mit einem umfassenden Spektrum an Fähigkeiten beschleunigen und die europäische Industrie auf dem globalen 5G-Markt positionieren.

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