Der Lehrstuhl, dessen Amtszeit zwei Jahre beträgt, hat die Förderung, Erforschung und Entwicklung von Technologien zum Ziel, die die Konzepte der Erklärbarkeit, Interpretierbarkeit und Nachvollziehbarkeit im öffentlichen und privaten Sektor stärken, mit einem besonderen Fokus auf die Bereiche Justiz, Gesundheit und Nachhaltigkeit. Darüber hinaus soll der Einsatz von Supercomputing im Bereich der Künstlichen Intelligenz als transformatives Element für die Gesellschaft ausgebaut werden.
 
Forschungsaktivitäten
Die Entwicklung von Forschungsstudien wird ein wesentlicher Bestandteil des neuen Lehrstuhls sein.


Das Projekt konzentriert sich auf zwei Hauptbereiche:
 • Entwicklung von Technologien der Künstlichen Intelligenz (KI), die der neuen europäischen Gesetzgebung¹ von 2023 entsprechen und zur Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen eingesetzt werden. Im Rahmen dieses ersten Bereichs werden mindestens zwei Anwendungsfälle entwickelt, die auf die Bereiche Justiz, Gesundheitswesen und Nachhaltigkeit abzielen.
• Forschung und Entwicklung von KI-Technologien zur Erklärbarkeit, Interpretierbarkeit und Überprüfbarkeit von Modellen, die von Dritten aus dem privaten oder öffentlichen Sektor entwickelt wurden.
 
Mit Blick auf diese Handlungsfelder zielt der Lehrstuhl darauf ab, die Nutzung von KI-Technologien zu fördern und zu unterstützen, die neben der Verbesserung der Bürgerdienste und der Wettbewerbsfähigkeit andalusischer Unternehmen auch zuverlässig, ethisch und nachhaltig sind.
 
Verbreitungsaktivitäten
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Lehrstuhls ist die Verbreitung und der Transfer des generierten Wissens an Bürger, Unternehmen und öffentliche Verwaltungen. Dies dient als Mechanismus zur Gewinnung und Förderung junger Talente in diesen Bereichen in der Region sowie zur Förderung des effektiven und verantwortungsvollen Einsatzes dieser Technologien. Mindestens vier Initiativen werden gestartet:
 
• Eine Studie über die Auswirkungen dieser Technologien in verschiedenen Bereichen wie Bildung, Verwaltung und Gesundheit sowie deren Folgen für Wirtschaft und Beschäftigung.
• Eine Studie über die aktuellen und zukünftigen Einsatzmöglichkeiten von Technologie zur Verbesserung der Lebensqualität.
• Eine Studie zur Übereinstimmung der entwickelten Technologien mit dem Nationalen Plan für Grüne Algorithmen.
• Eine Analyse der potenziellen ethischen Auswirkungen und Herausforderungen Künstlicher Intelligenz.
 
Darüber hinaus wird der Lehrstuhl Öffentlichkeitsarbeit leisten, beispielsweise durch Workshops zur technischen und technologischen Verbreitung, die Organisation nationaler und internationaler Konferenzen, relevante Publikationen und die Erstellung eines Jahresberichts.
 
Geplant sind außerdem die Entwicklung von Programmen zur beruflichen Weiterbildung, Schulungsangeboten, Stipendien, Auszeichnungen für Bachelor- und Masterarbeiten sowie Unterstützung bei der Jobvermittlung.
 
Technologietransfer
: Fujitsu stellt dem Lehrstuhl seine eigenen KI-Technologien zur Verfügung, die in Spanien vom KI- und Analytik-Kompetenzzentrum entwickelt wurden und dem gesamten Unternehmen international dienen. Dies beschleunigt den Technologietransfer und unterstützt die Entwicklung der Forschungsbereiche. Die angebotenen Lösungen umfassen im Einzelnen:
• Fujitsu AI Document Processing, das sich auf die Integration von Modellen der natürlichen Sprachverarbeitung zur Verbesserung von Dokumentenanalyseprozessen konzentriert.
• Fujitsu Risk and Fraud, das Techniken zur Erklärbarkeit von KI-Modellen im Bereich Nachhaltigkeit einsetzt.
 
Ein gemeinsamer
 
Ausschuss wurde für die erfolgreiche Umsetzung des Lehrstuhls eingerichtet. Er besteht aus Maria Isabel Garcia Arenas, Professorin an der Universität Granada (UGR), und Albert Mercadal, Direktor des Data Intelligence Center of Excellence von Fujitsu in Europa. Pedro Angel Castillo Valdivieso, Direktor des Wissenschaftspolitischen Sekretariats des Vizerektors für Forschung und Transfer an der Universität Granada (UGR), übernimmt die Leitung des Lehrstuhls und ist für wissenschaftliche und akademische Aufgaben zuständig. Carlos Alberto Castaño Moraga, Technischer Direktor des Data Intelligence Center of Excellence von Fujitsu in Europa, fungiert als stellvertretender Leiter und ist für wissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Aufgaben verantwortlich.
 
Der Lehrstuhl „Technologie für Menschen“ ist Teil des Kooperationsabkommens, das die Universität Granada und Fujitsu Spanien am 27. Juli 2022 unterzeichnet haben. Ziel des Abkommens ist die Förderung des Technologietransfers im IKT-Sektor in Andalusien. Die Vereinbarung umfasst auch die Einstellung von 400 Hochschulabsolventen und 200 Stipendiaten über einen Zeitraum von vier Jahren bei dem japanischen multinationalen Unternehmen.
 
Die Rektorin der Universität Granada, Pilar Aranda, betonte, dass die Arbeit des Lehrstuhls es ermöglichen werde, „exzellente Forschung direkt zum Wohlergehen der Gesellschaft beizutragen“. „Technologie und künstliche Intelligenz im Dienste des Gemeinwohls – als Element des Transfers, den die Zusammenarbeit zwischen Universität und Wirtschaft im Hinblick auf Innovation und Fortschritt bewirken kann“, hob die Rektorin hervor. „All dies“, schloss Pilar Aranda, „mit Nachhaltigkeit als zentralem Fokus unseres Handelns.“
 
Patricia Úrbez, General Manager des Bereichs Öffentlicher Sektor bei Fujitsu Spanien, erklärt: „Für Fujitsu ist es eine große Freude, gemeinsam mit der Universität Granada den Lehrstuhl ‚Technologie für Menschen‘ zu gründen. Wir sind uns der Bedeutung bewusst, die die Zusammenarbeit von Universitäten und Unternehmen heute für Fortschritt und Innovationen zur Verbesserung der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger hat. In diesem Jahr feiern wir unser 50-jähriges Bestehen in Spanien, und mit der Gründung dieses Lehrstuhls zusammen mit der Universität Granada, mit der uns enge Verbindungen verbinden, unterstreichen wir einmal mehr unser gesellschaftliches Engagement und geben der technologischen Entwicklung die notwendigen Impulse.“