Mit der Verabschiedung dieses Plans soll die Entwicklung der Informationsgesellschaft und die Einführung neuer Dienste gefördert sowie technologische Innovationen vorangetrieben werden, um Spanien eine führende Rolle in der Entwicklung des Internets und der Wissensgesellschaft zu sichern.
Der Plan sieht die Verbreitung von Informationen zum neuen Internetprotokoll vor, die Entwicklung von Schulungsinitiativen und die Anregung von Akteuren, die notwendigen technologischen Anpassungen für die effektive Implementierung von IPv6 vorzunehmen.
IP-Protokolle und ihre Entwicklung:
IP-Adressen (Internetprotokoll-Adressen) bilden das Identifikationssystem, das es verschiedenen mit dem Internet verbundenen Geräten ermöglicht, miteinander zu kommunizieren. Im Internet erfüllen sie eine ähnliche Funktion wie eine Telefonnummer im herkömmlichen Telefonnetz und ermöglichen den Informationsaustausch zwischen zwei oder mehr Punkten im Netzwerk.
Im Falle des Internets werden Adressressourcen nicht von öffentlichen Verwaltungen verwaltet; stattdessen ist die gemeinnützige Organisation ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) für die Zuweisung von Adressen zuständig.
Seit 1981 wird das sogenannte IP-Protokoll Version 4 (IPv4) verwendet, das weltweit rund 4,295 Milliarden Internetadressen bietet. Anfänglich ging man davon aus, dass diese Anzahl an Adressen für alle zukünftigen Bedürfnisse ausreichen würde.
Diese anfänglichen Prognosen erwiesen sich jedoch aufgrund des enormen Erfolgs des Internets als deutlich unzureichend. Tatsächlich hat ICANN im Februar dieses Jahres den globalen IPv4-Adressbestand vollständig vergeben, und es wird erwartet, dass die vollständige Zuteilung der verfügbaren IPv4-Adressen in Europa im Laufe des Jahres ebenfalls erfolgen wird.
Angesichts der rasanten globalen Expansion des Internets wurde 1998 die nächste Version des Internetprotokolls, Version 6 oder IPv6, entwickelt. Diese ermöglicht die Zuteilung von 340 Sextillionen eindeutigen Internetadressen – eine praktisch unbegrenzte Anzahl – und erhöht die Länge der IP-Adresse von 32 auf 128 Bit.
Das IPv6-Protokoll: Ein globaler Technologiewandel.
Die Einführung des neuen IPv6-Protokolls im Internet und die damit verbundene Verfügbarkeit einer deutlich größeren Anzahl von IP-Adressen in einem neuen Format stellen eine bedeutende technologische Weiterentwicklung von globaler Tragweite dar, die alle Länder betrifft.
Dieser neue Adressraum ist ausreichend für die erhebliche Nachfrage nach Diensten wie dem sogenannten Internet der Dinge (IoT), in dem eine Vielzahl von Geräten mithilfe des IPv6-Protokolls identifiziert, verwaltet und miteinander kommuniziert wird.
Darüber hinaus führt das IPv6-Protokoll neue Funktionalitäten und Verbesserungen für die Netzwerke und Dienste des Internets in Bereichen wie Sicherheit, Stabilität, Dienstqualität, einfache Netzwerkverarbeitung, Mobilität und Netzwerkmanagement ein.
Letztendlich wird das IPv6-Protokoll die aktuellen Beschränkungen bei der Adressierung von Geräten im Internet beseitigen und Verbesserungen beinhalten, die die Entwicklung neuer Dienste ermöglichen und die Verbreitung der Informationsgesellschaft im Allgemeinen und des E-Governments im Besonderen weiter vorantreiben.
Die Implementierung des IPv6-Protokolls:
Die praktische Implementierung des neuen IPv6-Protokolls erfolgt in technischer Koexistenz mit dem IPv4-Protokoll, das noch einige Jahre aktiv bleiben wird. Die Anwendung geeigneter technischer Übergangsmechanismen durch Betreiber und Dienstanbieter ermöglicht es Nutzern, weiterhin ungestört auf das Internet zuzugreifen. Die Implementierung des neuen IPv6-Protokolls erfordert die Beteiligung zahlreicher Akteure weltweit, die für einen erfolgreichen Ablauf sorgen müssen. Internetdienst- und Inhaltsanbieter, Hersteller von Kommunikationsgeräten, Softwareanbieter und Internetzugangsanbieter müssen ihre Dienste an das IPv6-Protokoll anpassen.
Planinhalt:
Die heute verabschiedeten Maßnahmen umfassen Folgendes:
1. Implementierung des IPv6-Protokolls in den Internetdiensten des Ministeriums für Industrie, Tourismus und Handel sowie im Portal 060.
2. Einrichtung eines Internetportals zum IPv6-Protokoll (www.ipv6.es) mit erläuternden und informativen Inhalten. Ebenso bietet das Portal für elektronische Verwaltung des Ministeriums für Territorialpolitik und öffentliche Verwaltung (www.administracionelectronica.gob.es) Informationen zur Einführung von IPv6 in der öffentlichen Verwaltung.
3. Durchführung kostenloser theoretischer und praktischer Workshops zu den technischen Aspekten von IPv6 im ganzen Land. Im Rahmen des Avanza-Plans stehen Fördermittel für Schulungsprojekte zur Verfügung, um IKT-Fachkräfte in KMU im Bereich IPv6 weiterzubilden.
4. Förderung der öffentlich-privaten Zusammenarbeit bei der Verbreitung und Schulung von IPv6.
5. Im Rahmen des Avanza-Plans stehen Fördermittel für Projekte des Privatsektors zur Verfügung, die auf die Integration von IPv6 in Netze und Dienste abzielen.
6. Das Industrieministerium gewährleistet den uneingeschränkten Betrieb des IPv6-Protokolls im Domain Name System unter der territorialen Kennung „.es“.
7. Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Einführung des IPv6-Protokolls, die zur Koordinierung der Maßnahmen zur Beobachtung der IPv6-Entwicklung in Spanien beiträgt.
8. Förderung der Einführung des IPv6-Protokolls in öffentlichen Verwaltungen durch die für E-Government zuständigen Gremien.
9. Förderung der Einführung von IPv6 als Voraussetzung bei der öffentlichen Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen der Informations- und Kommunikationstechnologie.
10. Beobachtung und Koordinierung europäischer und internationaler Veranstaltungen zur Einführung von IPv6.
