Das IPA3000C02 ermöglicht das automatische Umschalten zwischen verschiedenen DVB-ASI- und DVB-IP-Signalquellen und verfügt über fortschrittliche Überwachungs- und Fehlererkennungsfunktionen, die die Integrität des Transportstroms (TS) gewährleisten. Das System analysiert die Signalverfügbarkeit, verschiedene Streamparameter und externe Signale mittels GPI und priorisiert die Eingänge automatisch gemäß den benutzerdefinierten Einstellungen.
Das Modul besitzt zwei DVB-ASI-Eingänge (primär und Backup) und zwei DVB-IP-Streams, die über einen Gigabit-Ethernet-Port empfangen werden und je nach Bedarf aktiviert oder deaktiviert werden können. Das ausgewählte Signal kann gleichzeitig an vier DVB-ASI-Ausgänge verteilt und über IP übertragen werden. Darüber hinaus verfügt es über ein automatisches Bypass-System, das die Signalkontinuität bei Stromausfall oder Modulentfernung aufrechterhält.
Zu den wichtigsten Merkmalen gehört die Fehleranalysefunktion, die auf den in der ETSI-Spezifikation TR 101 290 definierten Parametern basiert und die Erkennung kritischer digitaler Übertragungsprobleme wie Synchronisationsverlust, Paketkontinuitätsfehler sowie Fehler in den PAT- und PMT-Tabellen ermöglicht.
Das Gerät kann in drei Modi betrieben werden, die an unterschiedliche Übertragungsumgebungen angepasst sind:
im generischen DVB-Modus, der mit jedem TS-Stream kompatibel ist und nahtloses oder nicht nahtloses Umschalten ermöglicht;
im DVB-T-Modus, der für digitale terrestrische Fernsehnetze optimiert ist und ebenfalls nahtloses Umschalten ermöglicht; und
im DVB-T2-Modus mit Superframe-Synchronisationserkennung und Zeitsynchronisation mithilfe externer Referenzen.
Für Anwendungen, die höchste Synchronisationsgenauigkeit erfordern, verfügt das Modul über 1 PPS- und 10-MHz-Referenzeingänge sowie Puffer für bis zu 45.000 Pakete pro Eingang. Dadurch können Verzögerungen von bis zu einer Sekunde bei Datenströmen bis zu 60 Mbit/s kompensiert werden.
Das IPA3000C02 kann zudem als Gateway zwischen DVB-ASI und IP fungieren, Jitterkorrekturen bei IP-Übertragungen durchführen und Schutzmechanismen wie das Einfügen oder Entfernen von FEC verwalten. Das System bietet automatische, halbautomatische und manuelle Betriebsmodi. Statusanzeigen auf der Vorderseite informieren über den Status der einzelnen Eingänge und die durchgeführten Schaltvorgänge.
Der technologische Wechsel von DVB-T zu DVB-T2 im Rundfunk, um die Übertragung von Ultra-High-Definition-4K-(UHD)-Signalen über DVB-T zu ermöglichen, erfordert eine neue Anordnung der Verbindungen und ein neues Redundanzmanagement, damit im Falle einer Störung ein fehlerfreies Umschalten zwischen den von den redundanten Verbindungen empfangenen Signalen erfolgt.
Bei DVB-T können verlorene Pakete durch Nullpakete ersetzt werden, ohne dass die Sender diese Änderung bemerken. Bei DVB-T2 hingegen verhindert das Ersetzen verlorener T2MI-Pakete im IP-Format durch Nullpakete nicht das Abschalten der Sender. Um dies zu beheben, analysiert der IPA3000C02 die Struktur des übertragenen T2MI-Frames. Werden verlorene T2MI-Pakete erkannt, werden diese durch die Pakete des zuletzt empfangenen korrekten T2MI-Superframes ersetzt. Zudem werden bestimmte Felder neu berechnet, um eine kontinuierliche T2MI-Frame-Sequenz zu gewährleisten und den Betrieb der Sender nicht zu beeinträchtigen.
Es ist üblich, dass der Transportstrom (TS) des Fernsehsignals zur Multiplexierung anderer Dienste verwendet wird. Bei DVB-T konnte dieser TS direkt als Quelle für Set-Top-Boxen genutzt werden, um diese anderen Dienste zu extrahieren. Da der TS bei DVB-T2 nun in einem anderen Frame, dem T2MI-Frame, gekapselt ist, können bestehende Set-Top-Boxen ihn nicht mehr erkennen. Um den Austausch dieser Geräte zu vermeiden und ihren Betrieb zu ermöglichen, dekapselt der Switch IPA3000C02 den T2MI-Frame, um den ursprünglichen Transportstrom zu erhalten, der von bestehenden Set-Top-Boxen korrekt interpretiert wird.
Der Betreiber Cellnex hat bei der Einführung von DVB-T2, einer Technologie, die UHD DTT ermöglicht, auf den automatischen Umschalter von Albalá Ingenieros gesetzt, der auf Grundlage seiner Anforderungen und Spezifikationen entwickelt wurde.
