L4S wurde ursprünglich von Nokia Bell Labs entwickelt und steht für „Low Latency, Low Loss, and Scalable“ (Geringe Latenz, geringe Paketverluste und Skalierbarkeit). Es handelt sich um eine Standardtechnologie der Internet Engineering Task Force (IETF), die eine Hauptursache für Latenzspitzen im Internet behebt: Warteschlangenverzögerungen. Diese Verzögerungen treten auf, wenn Pakete in Netzwerkpuffern, beispielsweise in Routern und Modems, warten, bevor sie weitergeleitet werden.
Die L4S-Netzwerktechnologie erzielt unabhängig von der Netzwerklast eine nahezu verzögerungsfreie Paketwarteschlange. Durch die Eliminierung von Warteschlangenverzögerungen beseitigt L4S große Latenzschwankungen, ohne die Netzwerkgeschwindigkeit zu beeinträchtigen. In Labortests maßen Vodafone und Nokia Bell Labs konsistente Latenzen von 1,05 ms an lokalen Ethernet-Ports in einem voll ausgelasteten Zugangsnetz (BNG zu ONT) und sogar nur 12,1 ms, wenn eine voll ausgelastete WLAN-Verbindung als letzte Verbindung einbezogen wurde. Obwohl die
Tests von Vodafone und Nokia Bell Labs in PON-Netzen durchgeführt wurden, lässt sich L4S über jede Zugangstechnologie – drahtlos oder kabelgebunden – implementieren und für jede latenzkritische Anwendung einsetzen. Im November entwickelten Nokia Bell Labs und Hololight, ein führender Anbieter innovativer XR-Lösungen für Unternehmen, einen Proof of Concept, der demonstriert, wie L4S mehrere gleichzeitige XR-Nutzer über dieselbe drahtlose Verbindung unterstützen kann, ohne die Leistung zu beeinträchtigen.
L4S ist ein hervorragendes Beispiel für die Netzwerk-Anwendungs-Symbiose, die eine Schlüsselkomponente von UNEXT darstellt, einer neuen Forschungsinitiative der Nokia Bell Labs. UNEXT wird das Netzwerk in ein interaktives, selbstverwaltendes Betriebssystem verwandeln, das die Barrieren überwindet, die die Interoperabilität von Netzwerkelementen bisher verhindert haben.
