In Erwartung des neuen europäischen Regulierungsrahmens und einer zunehmend komplexen Landschaft digitaler Bedrohungen entwickelt das Konsortium ein Projekt mit Fokus auf eingebettete Software. Eingebettete Software ist das Computerprogramm, das die internen Abläufe von Industriemaschinen, -anlagen und -geräten steuert. Sie verwaltet kritische Prozesse wie Maschinensicherheit, Produktionsliniensteuerung oder den Betrieb von Eisenbahnsignalanlagen. „Diese Art von Software muss extrem zuverlässig und sicher sein, da ein Ausfall direkte Auswirkungen auf den industriellen Betrieb haben kann“, betont das Konsortium.
Unter der Leitung von Orbik gehören dem Konsortium, das das Projekt entwickelt, CAF Signalling, Fagor Automation, Mondragon Assembly und Ormazabal als führende Unternehmen an. Aus dem baskischen Wissenschafts- und Technologienetzwerk schließen sich ihnen der GAIA-Cluster, Ikerlan, Koniker, CAF, Fagor und Ormazabal an und bilden ein multidisziplinäres Team, das industrielle, technologische und angewandte Forschungskompetenzen vereint. ABEDI entstand in einem Kontext, der durch die Digitalisierung des Industriesektors und den exponentiellen Anstieg von Cyberangriffen auf kritische Infrastrukturen geprägt ist. Zu dieser Bedrohung kommt noch das bevorstehende Inkrafttreten des europäischen Cyber-Resilienz-Gesetzes (CRA) im Jahr 2027 hinzu, das die Hersteller verpflichten wird, neue Cybersicherheitsstandards zu gewährleisten.
„Das ABEDI-Projekt ermöglicht die Automatisierung von Konformitätsprüfungen, fördert deren Anwendung im industriellen Maßstab und stärkt die Akzeptanz von Cybersicherheit. Ziel ist es, der baskischen Industrie bedeutende Fortschritte bei der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und der Cybersicherheit ihrer Produkte zu ermöglichen“, betont Borja Pérez, Produktmanager bei Orbik. „Unsere Herausforderung“, erklärt er, „besteht darin, eine innovative Lösung zu entwickeln, die die Art und Weise verändert, wie Unternehmen ihre industriellen Systeme testen, schützen und aktualisieren. Mit ABEDI untersuchen wir ein Modell, das schnellere, präzisere und effizientere Reaktionen auf neue digitale Bedrohungen ermöglicht.“ Das Projekt – mit einem Budget von 5.131.000 € – untersucht daher ein neuartiges System auf Basis hochpräziser virtualisierter Umgebungen. Dieses ermöglicht ferngesteuerte, automatisierte und proaktive Cybersicherheitstests, ohne dass physische Geräte an externe Labore gesendet werden müssen.
Diese Virtualisierung wird bis zu 95 % des realen Betriebs industrieller Systeme nachbilden. Darüber hinaus werden neue drahtlose (OTA) Fernaktualisierungsmechanismen untersucht, um die kontinuierliche Weiterentwicklung von Software und Firmware ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs und ohne manuelle Eingriffe zu ermöglichen. Zu den Prioritätstechnologien des Projekts gehören: Künstliche Intelligenz, Big Data und Data Science; Cyber-Physical Systems; Cybersicherheit und fortgeschrittene Virtualisierung. Die technischen Ziele und die Auswirkungen auf die Industrie werden ebenfalls erläutert.
Das Projekt hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, die einen bedeutenden Technologiesprung darstellen werden, wie zum Beispiel: 99 % Verfügbarkeit in industriellen Systemen dank cybersicherer Designs und sicherer OTA-Updates; eine 80%ige Reduzierung der Reaktionszeit auf Cybersicherheitsvorfälle; eine 70%ige Verringerung des manuellen Eingriffs im Sicherheitsmanagement; die Abschaffung des physischen Gerätetransports, der durch ein hochpräzises virtualisiertes Labor ersetzt wird; und eine 50%ige Reduzierung der Zertifizierungskosten und -zeiten, wodurch die vollständige Einhaltung der europäischen CRA-Vorschriften gewährleistet wird.
