Um diese extrem hohe Übertragungskapazität zu erreichen, kombinierten die Forscher eine ultraschnelle Signaltechnik der 200-GBaud-Klasse mit einem von ihnen entwickelten rauscharmen optischen Verstärkungsverfahren.
Fukutaro Hamaoka von den NTT Network Innovation Laboratories wird diese Forschung auf der Optical Fiber Communications Conference and Exhibition (OFC) vorstellen, der größten jährlichen Fachkonferenz für optische Netzwerke und Kommunikation, die vom 15. bis 19. März 2026 im Los Angeles Convention Center stattfindet.

„Das Rückgrat des Internets – die Glasfasernetze, die Städte und Länder über große Entfernungen verbinden – muss deutlich ausgebaut werden, um die explosionsartige Nachfrage durch Videostreaming, Cloud Computing, künstliche Intelligenz und neue Anwendungen wie Virtual Reality zu decken“, erklärte Hamaoka. „Letztendlich könnte diese Technologie sicherstellen, dass Verbraucher und Unternehmen auch bei steigendem Datenbedarf weiterhin schnelles, zuverlässiges und erschwingliches Internet nutzen können.“

Zuverlässige Übertragung bei höheren Geschwindigkeiten:
In dieser Studie nutzten Forscher ultraschnelle Signale der 200-GBaud-Klasse, um mehr Daten pro Kanal zu übertragen. Dies führte zu einer signifikant höheren durchschnittlichen Datenrate pro Wellenlängenkanal von über 1 Tbit/s. Durch die Übertragung höherer Datenmengen pro Kanal werden weniger Wellenlängenkanäle benötigt, um die gleiche Gesamtkapazität zu erreichen. Dies vereinfacht die Netzwerkausrüstung und senkt die Kosten.
Da ultraschnelle Signale über große Entfernungen extrem anfällig für Signalverschlechterungen sind, entwickelten die Forscher zudem ein rauscharmes, direktes Raman-Verstärkungsverfahren. Dieses gewährleistet die hochwertige Übertragung der 200-GBaud-Signale über 2.000 km.

Kapazitätserweiterung zur Deckung des Datenbedarfs:
Um den Ansatz zu testen, bauten die Forscher eine Dreiband-S+C+L-Testumgebung, die einen deutlich größeren Bereich des Lichtspektrums abdeckt als kommerzielle Systeme. Sie nutzten sie, um 92 Wellenlängenkanäle über 2.000 km zu übertragen, wobei jeder Kanal ultraschnelle Signale der 200-GBaud-Klasse übertrug und eine Gesamtkapazität von über 100 Tb/s erreichte.

„Diese Arbeit demonstriert den Einfluss, den hohe Symbolratenübertragung und rauscharme Raman-Verstärkung auf die Kapazitätserweiterung von Weitverkehrsnetzen haben können“, sagte Lidia Galdino, Leiterin des OFC-Programms. „Mehr als 100 Tb/sa über die S-, C- und L-Bänder auf einer Strecke von 2.000 km zu erreichen, ist ein bedeutender Schritt hin zu zukünftigen Backbone-Systemen mit extrem hoher Kapazität.“

Die Forscher planen, diese Technologien weiter zu verfeinern und zu verbessern, um eine noch größere Übertragungskapazität über große Entfernungen zu ermöglichen und so den wachsenden Bedarf zukünftiger Kommunikationsnetze zu decken.

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