Die Energiewende und die digitale Nachhaltigkeit sind Säulen der europäischen Strategie zur Klimaneutralität. In diesem Zusammenhang führt die neue Energieeffizienzrichtlinie (EED) spezifische Anforderungen für energieintensive Rechenzentren (≥ 1 MW) ein und verpflichtet diese Einrichtungen zur Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Messung, Überwachung und Berichterstattung ihrer Energieeffizienz.
Was ist die Energieeffizienzrichtlinie (EED)?
Die EED, Teil des EU-Gesetzespakets „Fit für 55“, zielt darauf ab, den Primär- und Endenergieverbrauch in der gesamten EU zu senken. Ihre jüngste Aktualisierung enthält spezifische Verpflichtungen für Hochleistungsrechenzentren, um deren wachsenden Einfluss auf den europäischen Energiebedarf zu berücksichtigen.
Ziele und obligatorische Maßnahmen für Rechenzentren ≥1 MW
Ab 2024 müssen Rechenzentren mit einer Gesamtleistung von über 1 MW Folgendes gewährleisten:
• Messung und Meldung von Energiekennzahlen wie dem PUE-Wert (Power Usage Effectiveness).
• Implementierung präziser Strommesssysteme zur Überwachung der Energieeffizienz auf verschiedenen Infrastrukturebenen.
• Jährliche Berichterstattung über Effizienz, Energieverbrauch, Wärmerückgewinnung und Nutzung erneuerbarer Energien über eine zentrale europäische Plattform.
• Kontinuierliche Verbesserung des Energieverbrauchs auf Basis der gewonnenen Daten.
Schlüssel zur technischen Konformität
Die Norm EN 50600-4-2 definiert drei Auflösungskategorien für PUE-Indikatoren, was unterschiedliche Anforderungen an die Genauigkeit und Granularität der Messdaten mit sich bringt:
Kategorie 1 (PUE 1)
• Erfordert grundlegende Datenauflösung.
• Netzwerk-Analysatoren wie der DIRIS Q-800 werden empfohlen.
Kategorie 2 (PUE 2)
• Erfordert mittlere Auflösung und detailliertere Messungen.
• Empfohlene Lösung: DIRIS A-200 für zentrale Messung und Laststeuerung.
Kategorie 3 (PUE 3)
• Höchste Detailgenauigkeit: Beinhaltet Lastverteilung und Effizienz auf Rack- oder PDU-Ebene.
• Lösungen: Verteilte Systeme wie DIRIS Digiware S/BCM, ideal für Umgebungen mit mehreren Rechenlasten.
Datenintegration und -export:
Die Einhaltung der EED-Vorschriften erfordert nicht nur die Installation von Geräten, sondern auch deren Integration in Energieanalyseplattformen. Lösungen müssen Daten in Edge- oder Cloud-Umgebungen exportieren können, um die Übermittlung an offizielle EU-Berichtsplattformen zu erleichtern und das gesamte Energiemanagement der Anlage zu verbessern.

