Nach Schätzungen von Mobilfunkbetreibern wird die Entwicklung des globalen Marktes für „vernetzte Autos“ so rasant verlaufen, dass sein Wert von 13 Milliarden Euro im Jahr 2012 auf 39 Milliarden Euro im Jahr 2018 ansteigen wird.
In diesem Sinne werden positive Regulierungen aus Europa, Russland und Brasilien Telematikdienste (Integration von Technologie und Kommunikation) im nächsten Jahr Realität werden lassen.
Telematik ist der Prozess der Übertragung computerisierter Informationen über große Entfernungen. Dies geschieht durch den Einsatz von GPS (Satelliten- und Positionsbestimmung), GSM (Telefonie) und Sensoren in Fahrzeugen.
Laut Schätzungen von Octo reduziert der Einsatz von Telematik in der Kfz-Versicherung die Schadenshäufigkeit um 14 % im Vergleich zu herkömmlichen Policen. Die durchschnittlichen Kosten pro Schadensfall sinken um 100 €. Bei leichten Verletzungen wie Schleudertrauma beträgt die durchschnittliche Kostenreduzierung sogar 1.000 €, wie Jonathan Hewett, Marketingchef von Octo, erklärt.
Das eCall-System könnte in Europa 2.500 Leben retten.
Wir müssen nicht mehr lange warten, um das Auto der Zukunft zu fahren: Ab dem 1. Oktober 2015 müssen alle neuen Pkw und Transporter, die in der Europäischen Union produziert werden, typgenehmigt und anschließend mit einem integrierten eCall-System ausgestattet sein.
Dieses automatische Notrufsystem wird in den Mitgliedstaaten Mobilfunknetze und Notrufzentralen (PSAP) einrichten, die an das System angepasst sind.
Das eCall-System könnte in Europa jährlich rund 2.500 Menschenleben retten und schwere Verletzungen um 10 bis 15 Prozent reduzieren.
Im Betrieb erkennen die eCall-Sensoren, ähnlich wie bei einem Airbag, einen Unfall und wählen automatisch die 112. Gleichzeitig senden sie einen Mindestdatensatz (MSD) mit Fahrzeugposition und -richtung, Fahrzeugtyp und -modell usw. Das Mobilfunknetz priorisiert den Anruf und leitet ihn an die Notrufzentrale weiter.
In Spanien hat Octo Telematics bereits über 100.000 Fahrzeuge mit Geräten ausgestattet, die ähnlich wie das eCall-System funktionieren. Das Unternehmen ist Mitglied der Arbeitsgruppen zur Standardisierung des eCall-Projekts. Europaweit sind über zwei Millionen Fahrzeuge mit Telematikgeräten von Octo ausgestattet, die bereits 480.000 Unfälle bearbeitet haben.
Dank Big Data empfängt, speichert und verarbeitet Octo Telematics mehr als 72.000 geografische Datenpunkte pro Minute. „Wir decken den gesamten Prozess ab: von der Entwicklung und Implementierung der Geräte, die als Blackboxes fungieren, bis hin zur Schadenbearbeitung inklusive Speicherung und Analyse der Fahrdaten. Alle Dienstleistungen werden gemäß den Qualitätsstandards ISO 9001 und ISO 27001 für Sicherheit und Datenschutz erbracht“, erklärt der Geschäftsführer für Spanien und Portugal.
Die Umstellung auf Telematik ermöglicht die Personalisierung von Versicherungspolicen.
Bei Telematikversicherungen ist die Beziehung zwischen Unternehmen und Kunde deutlich direkter und transparenter. In Fahrzeuge integrierte Geräte ermöglichen die Definition des Nutzungsprofils des tatsächlichen Fahrers, nicht des Versicherungsnehmers. Dies hat zwei Vorteile:
Der Versicherer weiß, wo, wie viel und wie das Fahrzeug genutzt wird, kann so das tatsächliche Risiko einschätzen und die Police anpassen oder die Prämie individualisieren (z. B. nutzungsabhängige, kilometerbasierte, Prepaid-, Öko-Tarife usw.).
- Dass der Fahrer Zugang zu einer Technologie hat, die es ihm ermöglicht, sicherer zu reisen und darüber hinaus im Vergleich zu seiner aktuellen Situation Geld zu sparen.
